09.02.2010

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Zwischen Last und Lust: "Einsame Menschen" am Schauspiel Frankfurt
Am 13. Februar feiert Gerhart Hauptmanns wohl persönlichstes Stück Einsame...

Illusion oder Wirklichkeit: "Kamikaze Pictures" in Eisleben
Kamikaze Pictures von Jan Liedtke feiert am 13.02. an der Landesbühne...

"Radikal diesseitig": Claudels "Der Tausch" am Schauspielhaus Zürich
Paul Claudel erzählt in Der Tausch vom Zusammentreffen zweier gegensätzlicher...

Süß und heiß: Premiere "Sugar (Manche mögen's heiß)" in Bremerhaven
"Nobody’s perfect!" - das ist keine Frage des Geschlechts, sondern eine...

Uraufführung: "Straße zum Strand" am Frankfurter Kleist-Forum
Nummer eins aus 151 Bewerbungen des Kleist-Förderpreises für Junge Dramatiker...

Huhn, Hahn und Hexe: "Das Unglückshuhn" von Fallada in Dessau
Hans Falladas Geschichten aus der Murkelei üben sowohl auf die kleinen als...

"Spritzig-charmant": Die Uraufführung der "Nadel der Kleopatra" am Schlosspark Theater Berlin
Am 14. Januar feierte das Stück Die Nadel der Kleopatra von Philipp Moog und...

Man muss die Feste feiern, wie sie knallen: "Das Feuerwerk" in Schwerin und Eisenach
Paul Burkhards 1950 uraufgeführte musikalische Komödie Das Feuerwerk feiert...

Neue alte Krise - "Kleiner Mann, was nun?" fragt das Theater am Kurfürstendamm
Nachdem Gil Mehmert im März 2009 Hans Falladas warmherzigen und dramatischen...


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Bild von Peter SüßSüß, Peter

Peter Süß lebt und arbeitet als Autor in Berlin. Er verfasste Jugendbücher und war als Chefautor von Fernsehserien tätig, unter anderem für die erfolgreichste deutsche Daily Soap "Gute Zeiten – Schlechte Zeiten". In den letzten Jahren hat er sich mehr und mehr historischen Stoffen – Süß ist promovierter Historiker – zugewandt.

1991 lernte er Charlotte von Mahlsdorf kennen, wurde in der Folge ihr Lektor und Co-Autor; Süß gab Charlotte von Mahlsdorfs Erinnerungen heraus, die 1992 unter dem gleichen Titel wie das nun vorliegende Stück in der Edition diá erschienen und ein großer Publikumserfolg wurden. 1994 erarbeitete er mit Mahlsdorf einen historischen Spaziergang durch Berlin, der unter dem Titel "Ab durch die Mitte" erschien. Dazwischen begleitete er Charlotte von Mahlsdorf auf Lesereisen durch die Bundesrepublik und die Schweiz.

Neben monatelangen Interviews, die er mit ihr führen, unzähligen Momenten des persönlichen Erlebens mit Charlotte, von denen Süß für die Arbeit an seinem ersten Theaterstück Ich bin meine eigene Frau zehren konnte, zählen Hunderte von handschriftlichen Seiten, die Charlotte ihm noch zu Lebzeiten überlassen hat, zu den Grundlagen des Stückes. Außerdem hat sich Süß in monatelanger Recherchearbeit auf weitere Spurensuche begeben, mit Weggefährten, Freunden und Feinden Charlotte von Mahlsdorfs gesprochen, sich in Archive gesetzt und ist entlegensten Hinweisen nachgegangen, die ihn bis nach Schweden geführt haben, Charlottes letztem Wohnsitz.

 

Ich bin meine eigene Frau

Das Leben der Charlotte von Mahlsdorf
Ein Spiel der Erinnerungen in zwei Akten
3H, (wahlweise auch 1D/2H oder 2D/1H)
UA: 26.03.2006, Schauspiel Leipzig

Ihr Leben war spannend wie ein Krimi. Charlotte von Mahlsdorf, die 1928 als Lothar Berfelde zur Welt kam, überlebte das Nazireich als Transvestit, verschaffte sich im grauen DDR-Staat mit weiblicher List Freiräume, um eine der umfangreichsten Gründerzeitsammlungen der Welt zusammenzutragen und sie wenig systemkonform in einem Privatmuseum auszustellen. Unermüdlich rettete sie Häuser vor dem Abriss, Möbel aus der geliebten Epoche um 1900 vor dem achtlosen Wegwerfen, und nie erschöpfte sich ihr Vorrat an Geschichten, mit denen sie zeitlebens ihr Publikum in den Bann zog.

Doch wer war Charlotte von Mahlsdorf wirklich? Der Vatermörder, die Bundesverdienstkreuzträgerin, der Stasispitzel? Hat sie die Wahrheit erzählt? Oder war alles Lüge?

Mit Sicherheit war sie eine schillernde Persönlichkeit, der bekannteste deutsche Transvestit. In seinem Stück geht Peter Süß dieser Lebensgeschichte auf den Grund. Ein Biograf besucht Charlotte. Er provoziert sie, drängt sie, die Wahrheit zu sagen, fördert spannende Details ihres Lebens ans Licht, die bisher vollkommen unbekannt sind. Die beiden belauern sich, mal mit einer gewissen Sympathie füreinander, mal nur mit Unverständnis. Es entsteht ein Kampf um die Wahrheit, ein wechselhaftes Spiel der Erinnerungen, das ein Stück deutschdeutscher Zeitgeschichte wieder lebendig werden lässt.

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