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KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...

ÖEA: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Schauspielhaus Graz
Am Schauspielhaus Graz inszeniert Felicitas Braun Die Mitwisser von Philipp...

Neu: Felicia Zeller bei Felix Bloch Erben
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Ursendung: "Wie die Blinden träumen" von Tomer Gardi im SWR
Die Ursendung von Tomer Gardis neuem Hörspiel Wie die Blinden träumen ist am...

UA: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller (nach Alfred Döblin) am Theater Magdeburg
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Premiere: "Ikar" von Katrin Lange am Unicorn Theatre
Ikar - zu Wasser, zu Lande, in der Luft (Das Labyrinth) von Katrin Lange hat...

SEA: "Die Zertrennlichen" am Theater und Orchester Biel Solothurn
Das Theater und Orchester Biel Solothurn bringt am 27. Februar die Schweizer...

Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco
"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen." Mörder ohne...

Premiere: "Die Stühle" von Eugène Ionesco am Burgtheater Wien
"Das Theater spiegelt offensichtlich die Beunruhigung unserer Zeit." sagte...


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Der Tag des Schicksals

(Le jour du destin)
Deutsch von Julia Lenze
6H
frei zur DSE

Das Stück spielt 1950 in Barcelona zur Zeit der Franco-Diktatur. Pared, der gefürchete Direktor der politischen Sicherheitspolizei, hat die Verhaftung des militanten Anarchisten Puig angeordnet. Jahrelang hatte er den im Exil an der Universität von Toulouse lehrenden Professor beschattet, der regelmäßig heimlich nach Spanien eingereist war, um dort den Widerstand gegen die Diktatur zu organisieren. Die Verhaftung fällt mit dem Dienstantrritt des jungen Inspektors Laredo zusammen, einem glühenden Verehrer von Ordnung und Disziplin, der sich - fasziniert von der Persönlichkeit und der Vergangenheit Pareds - zur politischen Polizei hatte versetzen lassen. Er erlebt nun eine erbitterte Auseinandersetzung zwischen dem Polizeioffizier und dem Anarchisten, in der Pared seinen Gegner, den er intellektuell für ebenbürtig hält und im Grunde sogar schätzt, mit falscher Jovialität und Liebenswürdigkeit, mit perfiden und heimtückischen Mitteln erniedrigt und nach und nach nicht nur physisch, sondern auch psychisch zerstört. Entsetzt erkennt Laredo, was sich hinter der vom Staat diktierten von Pared personifizierten Ordnung verbirgt: meschenverachtender Zynismus, gemeinste Manipulation, Perversität und absolute Skrupellosigkeit.
So wird del Castillos Stück nicht nur zu einer Tragödie von Puig, sondern auch zu einer des jungen Laredo. Das vorerst politisch-kriminalistische Drama weitet sich aus zu einer geistigen Tragödie aller Handelnden, denn Pared, der eine tiefe Zuneigung zu Laredo gefaßt hat, sieht er doch in dem idealistischen jungen Mann so etwas wie ein Spiegelbild seines verlorenen Gewissens, muß am Ende seine eigene Niederlage eingestehen. Durch Laredo erkennt er selbst schmerzlich, was sein Beruf und die Staatstmacht aus ihm gemacht hat, daß er sein eigenes Ich verloren hat und zu einem blind und seelenlos agierenden Erfüllungsgehilfen der Staatsmacht verkommen ist.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch