23.11.8758

Aktuelle Nachrichten

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Sag meiner Tochter, ich geh auf Reisen

(Dis à ma fille que je pars en voyage)
Deutsch von Almut Lindner
3D
frei zur DSE

Schauplatz des Stückes ist eine Zelle in einem Frauengefängnis. Dominique, eine Proletarierin mit großer Klappe und kleiner Kultur sitzt schon seit sieben Jahren ein. Sie hat ihren Mann getötet, der ihre Tochter mißbraucht hatte. In diesen sieben Jahren hat sie ihre Gewohnheiten entwickelt und sie möchte allein in dieser Zelle bleiben, die zu ihrer Welt geworden ist und in der sie sich irgendwie geborgen fühlt.

Dann führt die Wärterin aber eine neue, völlig verunsicherte und verängstigte Gefangene in die Zelle, Caroline. In nichts ist sie mit Dominique zu vergleichen: eine Kleinbürgerin in Pumps und Kostüm, die wegen Unterschlagung und unsauberer Geldgeschäfte für ihre Chefs, die sich rechtzeitig abzusetzen verstanden, zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Auch sie wäre aus Scham lieber allein, um sich verstecken zu können. Zwei Frauen treffen also aufeinander, die alles trennt, soziale Klasse, Erziehung und Vergangenheit.

Denise Chalem gelingt das Kunststück, aus diesem gefährlichen Sujet einen verstörenden, unter die Haut gehenden Theatertext zu filtern, der - wahrscheinlich zum ersten Mal - den Albtraum weiblicher Haftbedingungen in solchem Realismus auf die Bühne bringt. Und dies dank einer intelligenten Konstruktion: Das Stück ist in 20 schnelle Szenen gegliedert, die nichts verbindet und die es der Autorin erlauben abzubrechen, wenn die immer vorhandene Gefahr von Pathos oder sentimentaler Gefühlsduselei droht.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch