22.09.8688

Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Aktuelle Stücke
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Aktuelle Premierenberichte
Bild von Daniel KeeneKeene, Daniel
Foto: F. Passerini 

Daniel Keene, 1955 in Melbourne, Australien geboren, schreibt seit 1979 für das Theater. Er arbeitete als Schauspieler, Regisseur, Gründer und Redakteur einer Literaturzeitschrift sowie als Übersetzer. Seine Stücke wurden in Australien, in den USA, China, Frankreich, Japan, Portugal und Deutschland gespielt und mit wichtigen literarischen Preisen gewürdigt. Er erhielt zwei Mal den Victorian Premier’s Literary Award for Drama, dreifach den NSW Premier’s Literary Award for Drama, den Adelaide Festival Award for Literature, den Wal Cherry Play of the Year Award und den Sumner Locke Elliot Prize. Seit 1999 wurden zahlreiche Produktionen in Europa, vor allem in Frankreich, präsentiert. Er schreibt regelmäßig Auftragswerke für französische Regisseure und Theatergruppen. Im März 2014 wurde er mit den Sydney Meyer Performing Arts Award für seine herausragende Theaterarbeit gewürdigt.

 

Lehrzeit

(The Apprentice)
Deutsch von Paul Bäcker
2H
frei zur DSE
UA: 24.01.2012, Compagnie „Tabula Rasa" gemeinsam mit Scène nationale d’Albi

Seine Eltern kann man sich nicht aussuchen. Mit dieser Tatsache will sich Julien nicht abfinden. Er hat ein schwieriges, distanziertes Verhältnis zu seinem Vater und sucht nun kurzerhand einen "besseren". Einen, der ihn so liebt wie er ist. Er beobachtet und studiert die Gewohnheiten der Gäste des Cafés von gegenüber und wählt schließlich Pascal – Single, Journalist und passionierter Kaffeetrinker. Aber ist dieser ungeschickte Erwachsene und Kreuzworträtselneuling der Richtige für den Job? Julien lässt sich durch die anfängliche Abwehr Pascals nicht beirren und sucht hartnäckig dessen Gesellschaft. Pascal fühlt sich ihm überlegen und lässt ihn gewähren. Nach und nach lernen sich die beiden besser kennen. Sie gehen gemeinsam ins Kino, in den Park, auf den Markt; sie unterhalten sich, beobachten gemeinsam und streiten miteinander. Julien muss lernen, dass man Herzensangelegenheiten nicht erzwingen kann, und Pascal lernt, sich dem Jungen zu öffnen.

In 13 Szenen beleuchtet Daniel Keene in seinem ersten Stück für junges Publikum das freundschaftliche Verhältnis eines Erwachsenen zu einem Kind. Ohne falsches Pathos, in einer reduzierten, nüchternen Sprache werden die beiden Protagonisten schnell sympathisch. Julien lässt keine Erwachsenen-Kind-Hierachie mehr zu und teilt sich derart unmittelbar mit, dass auch der etwas phlegmatische Pascal von dessen Argumenten nicht kalt gelassen wird. Daniel Keene über sein Stück: "Als ich ‚Lehrzeit’ schrieb, wollte ich die üblichen Klischees über Väter und Söhne vermeiden, besonders die allgemeine Haltung, dass solch eine Beziehung konkurrenzlastig und antagonistisch sein muss. Ich wollte eine bestimmte Stimmung kreieren, eine gewisse Leichtigkeit, die berührt. Das Stück behandelt das Entstehen und das Wachsen einer besonderen Intimität; (…). Letztendlich liebt Julien Pascal für das was er ist, ein Freund, nicht eine Ablösung für seinen Vater. Er hat Pascal das gegeben, was er sich selber wünschte. Vielleicht ist dies eine Definition für Liebe." 2009 wurde "Lehrzeit" mit dem Prix Théâtre en Page des Nationaltheaters in Toulouse ausgezeichnet und 2014 gewann Keene mit seinem Stück den Prix Théâtre à la Page (Grenoble).

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch