24.09.2018

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Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Ledas Schwan

(Leda's Swan)
Deutsch von Karin Boyd
1D, 2H

Schauplatz des Stückes ist ein Krankenzimmer. Res sollte nach dem Urteil der Ärzte längst tot sein. Aber er hält sich noch am Leben. Vielleicht, weil er noch etwas zu erledigen hat. Mit Sylvia, seiner einstigen Geliebten. Dreizehn Jahre haben sie sich nicht gesehen. Jetzt taucht sie auf und auch Brent, ihr Ehemann. Res hatte sie einst verlassen, als ihm alles zu viel wurde, vor allem sein Leben mit drei Frauen, denn neben Sylvia gab es auch noch Ruth und Bess. Als er ging, hatte er Sylvias Liebe mitgenommen. Sie fand sie nicht wieder, auch nicht mit ihrem neuen Mann. Deshalb muß sie ihn aufsuchen.
Der Kontrast zwischen Res und Brent ist groß: Brent, der smarte Geschäftsmann, angepasst, vernünftig, intellektuell. In seinem Büro ein Großer, im Lebensdschungel letztendlich aber ein Loser. Res dagegen der Prototyp des Macho, ein richtiger Kerl, rücksichtslos gegenüber Frauen und - vielleicht gerade deshalb - liegen sie ihm zu Füßen. Im Krankenzimmer kommt es nun zum Showdown der Beziehungen, Vergangenheitsbearbeitung und -bewältigung. Es entwickelt sich eine starke, abgründige Geschichte, in der es um Liebe und Liebesenttäuschung geht. Und welchen Preis man zu bezahlen bereit ist. Wer, wie Brent, ein schmerzfreies Normal-Leben will, immer auf der sicheren Seite, wird das Herz einer Frau nie wirklich gewinnen. Er bleibt immer die zweite oder dritte Wahl, auch wenn die Frau bei ihm bleibt, und sei es ein Leben lang, auch wenn die Erkenntnis davon nie in seinem Kopf oder Herzen ankommt. Und Res? Er hat zwar seine Stärke und Wahrheit, aber auch sein Unvermögen. Er ist zwar der wundervolle Reiz, aber ist er auch ein geglückter Lebensentwurf? Denn im Grunde ist er unsozial, ein Bluffer, auch er ein Versager, wahrscheinlich der größte von den dreien. Am Ende hat er seine Hand geöffnet und Sylvia ihre Liebe zurückgegeben. Zu spät. Es gibt keine Zukunft für die beiden, das weiß jetzt auch Sylvia. Nicht weil Res stirbt, sondern weil er dazu nicht taugt.
Dem jungen Autor ist mit "Leda's Schwan" ein bemerkenswerter Theatertext mit einer wirklich spannenden Geschichte und drei höchst interessanten und anspruchsvollen Rollen gelungen, die er in einem sehr stringenten und zupackenden Dialog erzählt.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch