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Sally Potter hat das Drehbuch ihres kammerspielartigen Films The Party selbst...

UA: "Frau Ada denkt Unerhörtes" am Schauspiel Leipzig
Die Uraufführung von Martina Clavadetschers Stück Frau Ada denkt Unerhörtes...

Neu: "Desperado" von Ton Kas und Willem de Wolf
In den Tiefen ihrer Gedanken sind sie Helden des wilden Westens, im täglichen...

UA: "Was man von hier aus sehen kann" an den Hamburger Kammerspielen
Am 5. September ist die Uraufführung von Mariana Lekys Was man von hier aus...

Nominierungen für den "Deutschen Musical Theater Preis 2019"
Wir freuen uns, dass die Stücke unserer Autoren Thomas Zaufke, Henry Mason,...

Rückblick: "Der Name der Rose" bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt
Am 9. August war die Uraufführung von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks...

Neu bei FBE: "Drachenherz" von Wolfgang Böhmer und Peter Lund
In Deutschhagen hängen die Erziehungsberechtigten schlaff vor der Glotze,...

Neu: "Bambi" von Oliver Schmaering
Die Wiese wird niemals betreten. Sie ist die Zone der Gefahr. Die Stadttiere...

Hörspiel: "Baader Panik" von Oliver Kluck
In Baader Panik bügelt der Autor Oliver Kluck die Geschichte des kollektiven...

UA: "Die überraschend seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe" am Jungen Staatstheater Karlsruhe
Am Jungen Staatstheater Karlsruhe inszeniert Otto A. Thoß die Uraufführung...

DSE: "Die Reißleine" am Volkstheater Wien
Am 27.9. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die Reißleine am...

DE: "Ein Amerikaner in Paris" am Theater Kiel
Am 28. September ist am Theater Kiel die deutsche Erstaufführung von...

Aktuell: "Unser Dorf soll schöner werden" von Klaus Chatten
Gleich zweimal ist Klaus Chattens Monolog Unser Dorf soll schöner werden in...


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Haag, Benny

Benny Haag wurde 1961 in Stockholm geboren. Sein Debüt als Schauspieler feierte er 1980 in der Fernsehserie "Good Luck" von Peter Schildt. Sein großer Durchbruch folgte 1988, als er in der TV-Serie "Xerxes" spielte. 1985-88 studierte er an der Theaterakademie in Stockholm. Bis 2002 war er Ensemblemitglied am Königlichen Dramatischen Theater (Dramaten) in Stockholm. Sein Monolog Auf eigene Faust war am Dramaten ein großer Erfolg. Das Stück wurde dort mehrere Jahre gespielt und ging danach auf Tournee.
Haag ist außerdem politisches Sprachrohr für die Spritpartiet, eine Interessenpartei, die er 2009 selbst gründete und die Schwedens Alkoholkonsum ab 2010 innerhalb von zehn Jahren um die Hälfte reduzieren möchte.

 

Auf eigene Faust

(Ondskan)
nach dem Roman "Evil - Das Böse" von Jan Guillou
in einer Bühnenbearbeitung von Benny Haag
für Jugendliche ab 14 Jahren
Deutsch von Jana Hallberg
1H
UA: 09.09.1995, Dramaten Stockholm
frei zur DSE

Wenn Mutter in die Küche geht und Kaffee aufsetzt, dann ist es wieder so weit. Er muss Vater ins Schlafzimmer folgen, die Hosen runterlassen und sich auf Schläge gefasst machen. Mit der Hand, mit Kleiderbürsten, Schuhlöffeln, Hundepeitschen. Und ihm danach zur Versöhnung die Hand reichen. Ein junger Mann berichtet, erzählt eine wahre Geschichte – seine Geschichte, aus seiner Kindheit, die ihn schnell erwachsen macht. Er ist gerade mal 13 Jahre alt, als er von seinen Mitschülern gefürchtet und bewundert wird. Er hat gelernt einzustecken, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber er hat auch gelernt auszuteilen. Gewalt prägt seinen Alltag.
Nachdem er von der Schule verwiesen wird, ist ein Internat seine letzte Hoffnung auf einen Schulabschluss und einen Neuanfang. Nie mehr herausgefordert werden, nie mehr sich prügeln müssen. Doch das Eliteinternat steht unter dem Diktat eines sadistischen Schülerrates, der die Jüngeren unter dem Deckmantel der Erziehung erniedrigt, misshandelt und quält.
Gemeinsam mit seinem neuen Zimmergenossen und einzigem Freund Pierre versucht er, der Gewalt mit der Idee des passiven Widerstandes entgegenzutreten. Bloß nicht einknicken, auch wenn die Maßnahmen immer heftiger werden. Die Erfahrung der größtmöglichen Brutalität und Erniedrigung wird für den Jungen zum Ursprung einer neuen Entschlossenheit: Er kann und will sein Leben nicht mehr durch Gewalt bestimmen lassen.

Der Monolog Auf eigene Faust schildert eindrücklich und unerträglich vom Reiz und der Übermacht des Bösen und davon, wie viel Kraft es braucht, um einen Befreiungsschlag zu wagen. Jan Guillou beschreibt die brutalen Erniedrigungen in erschreckender Emotionslosigkeit, die unmittelbar zuschlägt und berührt. Zugleich geraten die eigenen moralischen Grundsätze immer wieder ins Wanken. Wie wird ein Mensch zum sadistischen Tier? Wie kommt es, dass die anderen nicht eingreifen? Die eigene Mutter duldet es, die Lehrer schauen weg, die Mitschüler schauen zu. Wie hält man diesem Ausgeliefertsein stand? Was setzt man ihm entgegen? Kann man schlussendlich Gewalt nur mit Gewalt begegnen?