Hofer, Wolfgang

Wolfgang Hofer wurde als Sohn eines Buchhalters in Linz geboren. Er textete und komponierte bereits als Gymnasiast und formierte ein Folkmusik-Quartett. Als Student der Nachrichtentechnik in Wien wurde er von der ORF-Mitarbeiterin Evamaria Kaiser entdeckt. Das Studium schloss er nicht ab, um sich auf das musikalische Schaffen zu konzentrieren. Allgemein bekannt wurde er 1971 mit dem von ihm selbst getexteten und komponierten Erfolgstitel Abraham (Das Lied vom Trödler). In den österreichischen Charts lag er mit diesem Hit vier Wochen auf Platz eins. In der ZDF-Hitparade belegte er zweimal den ersten Platz. Hofer ist zudem erfolgreicher Liedtexter. Eine besondere Allianz verbindet ihn mit Udo Jürgens, der über 100 seiner Texte vertont und interpretiert hat.

 

Der Besuch der alten Dame – Das Musical

Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt
Buch und kreative Entwicklung von
Christian Struppeck
Liedtexte von Wolfgang Hofer
Musik von Moritz Schneider und Michael Reed
Arrangements und Orchestrierung von Michael Reed
5D, 14H, Chor
Orchesterbesetzung: Vl I, II, Va, Vc, Kb (5-String-Bass), Picc, Ob, Klar, B.Klar, Fl, Hr I, II, III, Key I, II, III, E.Git I, II, Perc, Pk
UA: 16.07.2013, Thunerseespiele Thun

Die Stadt Güllen ist vollkommen verarmt, als Claire Zachanassian in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Als reichste Frau der Welt ruhen alle Hoffnungen der Bewohner auf ihr, die marode finanzielle Situation der Stadt für alle Zeit zu beenden. Tatsächlich bietet die edle, alte Dame der Stadt zwei Milliarden, fordert im Gegenzug jedoch den Tod ihres ehemaligen Geliebten Alfred III, um sich für sämtliches Leid, das sie durch ihn in der Vergangenheit erlitten hat, zu rächen.
Die Güllner sind empört über den moralisch verwerflichen Handel und lehnen ihn strikt ab, doch schon nach kurzer Zeit können die Menschen der materiellen Verlockung nicht mehr widerstehen und beginnen, sich einer nach dem anderen zu verschulden. Alfred beobachtet das Verhalten mit zunehmender Besorgnis, bis sich seine Verzweiflung ins Unermessliche steigert. Bewaffnet sucht er Claire auf, entschlossen, sie zu töten – doch die Gefühle der Vergangenheit überwältigen beide. Voller Reue gesteht er ihr seine immer währende Liebe, Claire dagegen kann und will ihm nicht verzeihen.
Wenig später entscheiden die Güllner in einer Gemeindeversammlung, über das Schicksal Alfred Ills abstimmen zu wollen. Im Namen der Gerechtigkeit wird er einstimmig für sein schändliches Verhalten gegenüber Claire als schuldig befunden.
Als Claire hereinstürzt, liegt Alfred bereits leblos am Boden. Trauernd kniet sie bei ihm und bezichtigt alle Anwesenden des Mordes. Die Güllner aber sind froh, sich selbst gerettet zu haben.

Der Dürrenmatt-Klassiker als Musical über das Spiel um Geld und Macht, aber vor allem über das Streben nach Glück mit allen Mitteln. Im Gegensatz zur reinen Schauspielfassung stellt das Musical die Gefühlswelt Claires und ihre verzweifelte Suche nach Gerechtigkeit durch Rückblenden in den Vordergrund. Ihr stetiger Wechsel von tiefer Leidenschaft und Hass findet sich dabei auch in der Musik: Auf rockig moderne Motive folgen romantisch orchestrale Klänge, aber auch kurzweilige Musicalnummern mit Broadway-Touch. Ein wahrhaft emotionales Stück, das unter die Haut geht und dabei den bittersüßen Dürrenmatt-Gehalt nicht verliert.