25.07.2017

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Neu bei FBE: FALKNER
Die österreichische Schriftstellerin, Dramatikerin und Hörspielregisseurin...

Sommertheaterpremieren Teil II
Wann gibt es wohl eine bessere Gelegenheit zum Sommernachtsträumen als an...

"Kannst du pfeifen, Johanna?" von Ulf Stark an der Bayerischen Staatsoper
Am 8. Juli 2017 ziehen Groß und Klein, womöglich mit probehalber gespitzten...

Oscar Straus
Oscar Straus, schon zu Lebzeiten eine international gefeierte Größe, erlebt...

Neu bei FBE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot
Die neunjährigen Sabah und Romain kommen aus verschiedenen Welten, aber...

Neu bei FBE: "Neonazi" von Timo F.
Timo war Neonazi. Obwohl er für die Ideologie nie etwas übrig hatte, landet...

DSE: "Entweder … oder?" am Phosphor-Theater Aachen
Am 12. August 2017 feiert Jean-Claude Grumbergs schwarzhumorige Farce...

"Feuer fangen" von Luc Tartar an der Landesbühne Nord
In Wilhelmshaven feiert am 26. August Luc Tartars Feuer fangen an der...

Doppelte Auszeichnung bei den Privattheatertagen in Hamburg
Am Sonntag, den 25. Juni 2017, wurde als Abschluss der diesjährigen...

Erstaufführung: "Kommissar Gordon - Der erste Fall" von Ulf Nilsson in Bielefeld
Am Trotz-Alledem-Theater in Bielefeld begibt sich ab 27. Juni Ulf Nilssons...

Rückblick: Uraufführung "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher am Schauspiel Essen
Am 28. April wurde am Schauspiel Essen das Stück Umständliche Rettung von...

Neu bei FBE: "SUPERBUHEI" von Sven Amtsberg
Dass Hannover-Langenhagen der Platz sein würde, den das Leben ihm zugedacht...

Sommertheaterpremieren Teil 1
Passend zur Hochsaison der Eheschließungen starten die diesjährigen...


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Bild von Emmanuel DarleyDarley, Emmanuel

Emmanuel Darley wurde 1963 in Paris geboren und war ein französischer Dramaturg und Schriftsteller. Seine ersten Romane "Des petits garçons" (1993) und "Un gâchis" (1997) erschienen beim renommierten Verlag Verdier. Für "Le bonheur" gewann er 2007 den Prix Charles Brisset. Abseits der Prosa entdeckte er auch das Theater für sich. "Nicht bewegen" wurde 2001 in Montpellier erstaufgeführt, in mehrere Sprachen übersetzt und so auch international ein Erfolg. "Bonheur?" entstand 2007 für die Comédie-Française in der Regie von Andrès Lima. Seine nachfolgenden Romane wurden sehr durch seine Theaterarbeit beeinflusst, vor allem in Bezug auf die Polyphonie der Sprache. Auf zahlreichen Reisen nach Afrika, Asien und die Krisengebiete Europas ließ er sich für seine Texte inspirieren und versuchte immer wieder denen eine Stimme zu geben, die keine Möglichkeit haben, gehört zu werden.

 

Dienstags bei Kaufland

Deutsch von Klaus Gronau
1 Darsteller
UA: 17.09.2010, Théâtre Ouvert Paris
DSE: 01.09.2017, Städtische Bühnen Osnabrück

Immer dienstags kümmert sich Roberta um ihren Vater. Sie verbringt den Tag mit ihm. Sie wäscht seine Wäsche, putzt und bügelt für ihn. Sie plaudern über alles und nichts, über die Gegenwart und die Vergangenheit, die verstorbene Mutter, auch über Robert. Anschließend gehen sie gemeinsam raus und machen einen Großeinkauf bei Kaufland. Alles was der Vater für eine Woche benötigt, muss besorgt werden, vor allem Essen. Die Liste in der Hand und den Einkaufskorb am Arm streift Roberta durch die Regale und versucht, ihrem Vater zu genügen. Anschließend stellen sie sich in die Schlange vor der Kasse. So wie immer. Man kennt die beiden hier. Man schaut sie an. Man schaut vor allem Roberta an. Man kann es sich nicht verkneifen, sie genau zu mustern, sie anzustarren, diese große Frau, ein bisschen zu grell, ein bisschen zu sehr geschminkt, auf hohen Absätzen. Sie ist schön. Keine ist wie sie. Alle Blicke sind auf sie gerichtet, jeden Dienstagmorgen, wenn sie die Einkäufe mit ihrem Vater macht. Früher einmal gab es eine Zeit, wo Robertas Name Robert gewesen ist. Aber das ist lange her.

"Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst", sagt man. Und so wurde Emmanuel Darley beim Beobachten eines ähnlichen Paares in einem Supermarkt zu Dienstags bei Kaufland inspiriert. Dicht, kraftvoll und von Melancholie durchzogen ist der Text aus der Perspektive von Roberta über sich, ihren Vater und die Probleme, die ihre Transsexualität mit sich bringt. Sensibel beschreibt Darley das Spannungsverhältnis zwischen Unsicherheit und behauptetem Stolz, Verletzung und dem Versuch, wieder eine Nähe zum Vater entstehen zu lassen. 2010 in Paris uraufgeführt und danach zweifach für den Prix Molière nominiert, erobert sich dieses Stück langsam aber sicher seinen Platz auf den internationalen Bühnen und wird, nachdem es in New York und Edinburgh zu sehen war, nun auch in Deutschland am Theater Osnabrück erstaufgeführt.