22.07.2018

Aktuelle Nachrichten

Sommertheater: Unsere Premieren im Juli und August
Wie schon im Juni freuen wir uns über viele Sommertheater-Premieren im Juli...

UA: "Jedermann - Ein Musical vom Sterbelernen" beim MusikTheaterFestival Oper Oder-Spree
Am 19. Juli feiert Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Musical-Neufassung vom...

ÖEA: "Rock of Ages" beim Musical Sommer Amstetten
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre: Nach der erfolgreichen...

UA: "Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs" bei den Luisenburg-Festspielen
Am 12.7. ist die Uraufführung von Sherlock Holmes und der Tod des...

Neu bei FBE: "Little Me" von Cy Coleman
Little Me gehört mit zwei Broadway-Revivals und zahlreichen weiteren...

Zum Wiederentdecken: "33 Variationen" von Moisés Kaufman
Im Beethoven-Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag des berühmten Komponisten...

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Die Uraufführungsproduktion von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks Musical In...


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Bild von Alejandro Leiva WengerLeiva Wenger, Alejandro
Foto: Sofia Runarsdotter 

Alejandro Leiva Wenger, 1976 geboren, debütierte 2001 als Autor mit dem Erzählband "Till vår ära". Es folgt sein Drehbuch für den Kurzfilm "Elixir" (2003), das auf der gleichnamigen Erzählung aus dem Buchdebüt basiert. Sein erstes Theaterstück, der Monolog "127", wurde 2011 an der Hochschule für Dramatik in Stockholm uraufgeführt. 2013 folgte die Uraufführung von "Författarna" am Stockholmer Theater Unga Klara. Mit diesem Stück begann die Zusammenarbeit mit der Regisseurin Frida Röhl, die auch Leiva Wengers Hörspiel "No Limit" (2015) und 2016 Leichenschmaus am Stadttheater Stockholm sowie "Folkbokförarna" am Folkteatern in Göteborg inszenierte.

 

Leichenschmaus

(Minnesstund)
Deutsch von Jana Hallberg
3D, 3H
UA: 19.02.2016, Stadsteatern Stockholm
frei zur DSE

Es klingelt. Minna steht vor Jons Tür. Sie berichtet vom tragischen Tod ihres Sohnes Sackarias, mit dem Jon so gut befreundet war, damals, in der Schule. Sie möchte unbedingt, dass Jon zur Trauerfeier kommt, denn er war doch der engste Freund. Es gibt nur ein Problem: Jon kennt Sackarias nicht. Aber das verschweigt er. Er sagt zu. Und beginnt, in seinen Erinnerungen nach diesem Sackarias zu graben. Sackarias’ Schwester Lethe hat dagegen sehr klare Bilder von der gemeinsamen Zeit mit ihrem geliebten Bruder. Aber: Dieses eine traumatische Erlebnis, das Lethes Leben bis heute prägt, hat so angeblich nie stattgefunden. Bei Sackarias’ Beerdigungsfeier spitzt sich das Verwirrspiel zu. Im kleinen familiären Kreis wird die Rekonstruktion der Vergangenheit zum tragikomischen Kampf um Wahrheit, Liebe und einstmalige Gewissheiten. Und mittendrin sitzt Jon, der sich mehr und mehr einfühlt in die Rolle des vermeintlich besten Freundes des Verstorbenen.

Können wir unseren Erinnerungen vertrauen? Bei diesem Leichenschmaus erinnern Familie und Freunde aneinander vorbei. Momente einer mutmaßlich gemeinsamen Vergangenheit blitzen gespenstergleich auf und verflüchtigen sich bei näherem Hinsehen. Selbst auf materielle Zeugnisse wie Briefe ist kein Verlass. Dabei suchen sie im Erinnern nach nichts geringerem als einem übergreifenden Sinn, nach Schicksal und Identität. Auf Sackarias' Trauerfeier wird nicht nur dem Toten gedacht, sondern das Andenken an sich in Frage gestellt. Die Grenze zwischen Glauben und Wissen wird diffus: Was hat Bestand, wenn wir uns der Bilder unserer Vergangenheit nicht sicher sein können?