21.02.2018

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"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

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Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

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"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von Arnost GoldflamGoldflam, Arnost

Arnost Goldflam wurde 1946 in Brno (Brünn) geboren, verrichtete nach einem abgebrochenen Medizinstudium Gelegenheitsarbeiten und begann schließlich ein Regiestudium an der Janacek-Akademie seiner Vaterstadt. Hier fand er nach dem Abschluss 1976 erste Engagements.
Goldflam inszeniert an vielen Theatern in der Tschechischen Republik und im Ausland und tritt auch als Schauspieler auf der Bühne und im Fernsehen auf. Im tschechischen Fernsehen moderiert er eine monatliche Kultursendung. ("Hinter der Tür ist A.G."), außerdem lehrt er seit 1990 Schauspiel, Regie und Kreatives Schreiben an der Akademie in Brno.
Hitlers Küche wurde an Arnost Goldflams Stammtheater, dem HaDivadlo in Brno, uraufgeführt.

Goldflam hat über 50 Theaterstücke, Drehbücher und Hörspiele geschrieben, darunter zahlreiche Adaptionen klassischer Romane. Eigene Stücke sind u. a. "Fragmente aus einem unvollendeten Roman", "Das blaue Gesicht", "Die Platzanweiserin" und die Komödie "Ich ist ein anderer."

 

Hitlers Küche

(U Hitleru v kuchyni)
Sechs kurze Einakter
Deutsch von Rolf Simmen
2D, 4H, Mehrfachbesetzung möglich
UA: 10.11.2007, HaDivadlo Brno
frei zur DSE

Der berühmteste Diktator der Weltgeschichte erscheint in den Minidramen aus der Feder des tschechischen Satirikers Arnost Goldflam in einem unorthodoxen Licht. Der Autor parodiert lustvoll des Genre des Dokudramas, indem er nichtssagende Details und haarsträubend belanglose Dialoge aus Hitlers Privatleben zu einem pittoresken Bilderbogen fügt. Der Dämon des 20. Jahrhunderts wird in Goldflams Geschichtensammlung zum neurotischen Würstchen, das seinen infantilen Phantasien und bizarren Neigungen ungehindert nachgeht.

Auf dem Bahnhof in Brno begegnet Hitler dem kleinen George Tabori, der von seinem Vater dort vergessen wurde. Auch Stalin findet sich zufällig hier ein. Während der kleine jüdische Junge zum Bahnhofsvorsteher gebracht wird, fassen die beiden aufstrebenden Schurken vage Zukunftspläne. Hitler sieht seine Zukunft zu diesem Zeitpunkt noch in der Philosophie, während Stalin längst die Politik als Bühne gewählt hat. Im nächsten Bild sitzen Eva Braun und Adolf Hitler beim von der SS geschenkten Kuchen. Hitler verspricht, den Krieg schnellstmöglich zu beenden, denn Evas biologische Uhr tickt bereits vernehmlich, Nachwuchs ist aber erst für nach Kriegsende projektiert. "Eine Liebesromanze" ist der Titel einer Szene, die während der letzten Tage im Bunker spielt. Hitler nimmt sich vor, ein Buch zu schreiben "Mein Witz" und bereitet sich gerade auf die verantwortungsvolle Aufgabe vor, 88 tschechische Jungfrauen zu schwängern.
In der letzten Szene "Ende gut, alles gut" schwadroniert der alte Hitler, inzwischen nennt er sich Adolfo Esperanza Munoz, über den Erfolg seiner Gemäldeausstellungen in Südamerika, wo er nun, überaus glücklich und sexuell erfüllt, seinen Lebensabend verbringt.

Goldflam macht uns mit einem lächerlichen Menschen bekannt und stellt gleichzeitig, hintersinnig und intelligent, den verharmlosenden Effekt solch menschelnder Darstellungen zur Diskussion.