19.02.2018

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Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von Tommy NohillyNohilly, Tommy

Der Schauspieler Tommy Nohilly, geboren in der Brox, aufgewachsen in New Britain, Connecticut, war u. a. Mitglied der US-Marine. Er arbeitet außerdem als Kellner, Türsteher, Barmann und Wachmann, bevor er am playwriting program der Columbia University teilnahm, das er im Jahr 2006 mit Ein Fleisch und Blut abschloss. In der Off-Broadway-Produktion von Ein Fleisch und Blut der New Group spielte Hollywoodstar Ethan Hawke den älteren Sohn Travis. Das Stück war 2011 bei den Outer Critics Circle Awards in der Kategorie "Outstanding New Off-Broadway Play" nominiert.

 

Ein Fleisch und Blut

(Blood From a Stone)
Deutsch von Anna Opel
3D, 3H
UA: 06.01.2011, Acorn Theatre New York
frei zur DSE

Margaret und Bill leben unter ein- und demselben löchrigen Dach. Wenn sie einander ansprechen, hagelt es wüste Beschimpfungen. Bill traktiert seine Familie mit unkontrollierten Wutausbrüchen und geht ansonsten gern mit seiner übergewichtigen Freundin essen. Margaret ist für alle da, nur nicht für Bill, verhätschelt ihre Katze und hütet die Enkelkinder. Matt, der jüngere Sohn, hat erdrückende Spielschulden und jede Menge Eheprobleme. Tochter Sarah arbeitet bis zum Umfallen und versucht verbissen, ihren Kindern ein besseres Leben zu bieten. Trav, der älteste Sohn, führt beruflich und privat ein unstetes Leben. Als er auf Stippvisite zu Hause weilt, nimmt das Drama seinen Lauf. In unterschiedlichen Konstellationen treffen die Familienmitglieder aufeinander, und immer deutlicher offenbart sich die Gegenwart als klaffender Abgrund aus Lügen und Verdrängung. Während das Haus buchstäblich einstürzt, zerfällt auch eine zaghafte Hoffnung zu Staub, und bittere Wahrheiten drängen ans Licht. Was einmal ein Zuhause gewesen sein mag, versinkt krachend im Chaos.

Tommy Nohillys raues Drama über eine frappierend kaputte Familie provoziert durch die derbe Sprache und den ultimativ desolaten Zustand der kleinsten Zelle der amerikanischen Gesellschaft. Dabei sind die Figuren mit einer immensen Portion Sympathie und Witz gezeichnet. Die Wunden werden unabsichtlich geschlagen, aus innerem Zwang oder existentieller Not heraus – ganz nebenbei. Erklärungen gibt es keine.
Eugene O’Neill und Tracy Letts lassen grüßen in diesem finster-komischen Kleinbürgerdrama.

Die Übersetzung des Stücks liegt Mitte Oktober vor. Bis dahin nehmen wir gern Vorbestellungen entgegen.

Hinweis: Für dieses Werk können an Amateurtheater leider keine Aufführungsrechte vergeben werden.