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Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco

 

"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen."

Mörder ohne Bezahlung ist das erste von Eugène Ionescos großen Dramen über Behringer, einen Jedermann, der auch in Ionescos zukünftigen Stücken wie Die Nashörner auftritt. In seinem Versuch, humanistische und liberale Werte, soziale Verantwortung und Vernunft zu verteidigen, sieht sich Behringer einer zynischen und ignoranten Gesellschaft gegenüber, die dem totalitären Wahnsinn in ihrer Mitte nichts entgegenzusetzen weiß.

Eigentlich gleicht der Ort einer wahrgewordenen Utopie: Überall in der neu errichteten, modernen Wohnsiedlung ist es hell, grün, sauber und harmonisch. Es herrscht eine paradiesische Ruhe. Die Straßen jedoch sind menschenleer. Die Einwohner sind geflohen oder verstecken sich, seitdem ein geheimnisvoller Mörder sein Unwesen treibt. Als Behringer vom Mord an der geliebten Dany erfährt, beschließt er, den Mörder zu fassen. Unterstützung findet er unter den restlichen Einwohnern nicht. Seit langem hat man sich mit der Unausrottbarkeit des Bösen abgefunden. Mehr noch: Alles deutet auf eine geheime Komplizenschaft zwischen den Einwohnern und dem Mörder hin. Die Suche nach Gerechtigkeit wird für Behringer zu einem Alptraum, an dessen Ende er dem Mörder persönlich gegenübersteht.

19.12.2018

Stücke zu dieser Nachricht:
Mörder ohne Bezahlung

Autoren zu dieser Nachricht:
Ionesco, Eugène