08.09.2010

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WOYZECK: ÖEA in Linz und Premiere in Bielefeld
Gewaltig und vielversprechend beginnt die Spielzeit mit Tom Waits' Musical...

SCHERBENGERICHT: DSE am Fränkischen Theater Maßbach
Am 10. September feiert das Schauspiel Scherbengericht von Joel Drake Johnson...

DER GLÜCKLICHE PRINZ am Theater Nordhausen
Der glückliche Prinz zieht ab dem 12. September am Theater Nordhausen in...

THE BLACK RIDER – Teufelsritt in Marburg und Wiesbaden
Am 18. September besucht The Black Rider gleich zwei Theater und gibt mit der...

STERNE an der Landesbühne Bruchsal
Seltsam und stark leuchtet es ab dem 18. September 2010 an der Badischen...

HARRY UND SALLY: DSE am Theater Bielefeld
Sex oder Freundschaft oder doch Liebe? Dieses Spektrum menschlicher...

SCHLAFES BRUDER: Der Roman als Kammerspiel in Frankfurt
Das Schauspiel Frankfurt bringt am 27. September den Erfolgsroman Schlafes...

Dritte Ausgabe der SCHREIB:MASCHINE in Berlin
Am 11. Oktober findet zum dritten Mal ein besonderes Projekt in Berlin statt,...

MOBY DICK: UA am Theater Kiel
Am 9. Juli tauchte erstmals Moby Dick in einer Produktion des Theater Kiel am...

NEU BEI FBE: Nachwuchsdramatiker Ekat Cordes
Mit seinem Stück Ewig gärt katapultierte Ekat Cordes im Frühjahr "eine...


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Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Feldberg (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses und wurde im Jahre 2004 erfolgreich in der Fassung von von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater gezeigt. Weitere Theaterfassungen bei Felix Bloch Erben sind u. a. Bauern, Bonzen und Bomben (Dramatisierung von Uwe Jens Jensen), Der Trinker (Dramatisierungen von Oliver Hohlfeld und Bernd Ludwig) sowie Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Dramatisierung von Michael Baumgarten und Carsten Knödler). Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte) und "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle.

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung

 

Der Alpdruck

Roman von Hans Fallada


Der Schriftsteller Dr. Doll lebt mit seiner wesentlich jüngeren Frau am Rande einer Kleinstadt in der Nähe von Berlin. Der Krieg ist fast zu Ende, die Rote Armee rückt unaufhaltsam näher. Doll, von den Jahren des Naziregimes ernüchtert und psychisch angeschlagen, begrüßt die russische Macht enthusiastisch. Diese Freude wird jedoch nicht erwidert, er und seine Frau werden zum Arbeitsdienst eingeteilt.

Zufällig fällt er aber der russischen Kommandantur auf und diese lässt ihn eine Rede halten, die für die Einwohner der  Stadt die Stunde Null einläuten soll. Als Belohnung wird der früher sehr unbeliebte Bürger zum Bürgermeister ernannt.  Doll fällt es schwer, seine Pflichten zu erfüllen. Er stiehlt sich fort und flüchtet sich vor den quälenden Fragen in den  Drogenrausch. Im Chaos des zerbombten Berlins entgleitet ihm auch seine junge, morphiumsüchtige Frau, und er hat  um zwei Leben zu kämpfen, als er zaghaft beginnt, wieder an eine Zukunft zu glauben.

Dieser Roman ist ein schonungsloses „document humain“ der Nachkriegszeit, wie Fallada selbst schrieb, „ein möglichst  wahrheitsgetreuer Bericht dessen, was deutsche Menschen von April 1945 bis in den Sommer hinein fühlten, litten,  taten.“ Er ist erschütternd geprägt von Falladas eigenen Erlebnissen am Kriegsende und weist einige Parallelen auf. Ein Zeitdokument, das beweist, dass Hans Fallada weit mehr als Schriftsteller der Inflationsjahre war und es neben seinen großen Zeitromanen der zwanziger Jahre noch mehr Stoffe zu entdecken gibt.

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.