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Sally Potter hat das Drehbuch ihres kammerspielartigen Films The Party selbst...

UA: "Frau Ada denkt Unerhörtes" am Schauspiel Leipzig
Die Uraufführung von Martina Clavadetschers Stück Frau Ada denkt Unerhörtes...

Neu: "Desperado" von Ton Kas und Willem de Wolf
In den Tiefen ihrer Gedanken sind sie Helden des wilden Westens, im täglichen...

UA: "Was man von hier aus sehen kann" an den Hamburger Kammerspielen
Am 5. September ist die Uraufführung von Mariana Lekys Was man von hier aus...

Nominierungen für den "Deutschen Musical Theater Preis 2019"
Wir freuen uns, dass die Stücke unserer Autoren Thomas Zaufke, Henry Mason,...

Rückblick: "Der Name der Rose" bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt
Am 9. August war die Uraufführung von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks...

Neu bei FBE: "Drachenherz" von Wolfgang Böhmer und Peter Lund
In Deutschhagen hängen die Erziehungsberechtigten schlaff vor der Glotze,...

Neu: "Bambi" von Oliver Schmaering
Die Wiese wird niemals betreten. Sie ist die Zone der Gefahr. Die Stadttiere...

Hörspiel: "Baader Panik" von Oliver Kluck
In Baader Panik bügelt der Autor Oliver Kluck die Geschichte des kollektiven...

UA: "Die überraschend seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe" am Jungen Staatstheater Karlsruhe
Am Jungen Staatstheater Karlsruhe inszeniert Otto A. Thoß die Uraufführung...

DSE: "Die Reißleine" am Volkstheater Wien
Am 27.9. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die Reißleine am...

DE: "Ein Amerikaner in Paris" am Theater Kiel
Am 28. September ist am Theater Kiel die deutsche Erstaufführung von...

Aktuell: "Unser Dorf soll schöner werden" von Klaus Chatten
Gleich zweimal ist Klaus Chattens Monolog Unser Dorf soll schöner werden in...


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Bild von Arthur AdamovAdamov, Arthur
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Arthur Adamov (* 23. August 1908; † 15. März 1970) war ein französischer Übersetzer, Schriftsteller und Dramatiker russischer Herkunft. Er gilt neben Eugène Ionesco, Samuel Beckett und Georges Schehadé als einer der wichtigsten Autoren des Absurden Theaters.

1914 verließ seine Familie Russland um sich schließlich 1924 in Paris niederzulassen. Adamovs Nähe zum Marxismus und sein Engagement während des Spanischen Bürgerkrieges auf republikanischer Seite führten 1941 zu einer knapp einjährigen Inhaftierung in einem Konzentrationslager bei Argelès-sur-Mer. Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb er Dramen und übersetzte Werke u. a. von Maxim Gorki, Anton Tschechow und Georg Büchner. Während sich Adamovs Frühwerk mit der Sinnlosigkeit und Gleichförmigkeit der menschlichen Existenz beschäftigt, geht die Entwicklung Ende der 1950er Jahre immer stärker in Richtung der gesellschaftskritischen Dramen Bertolt Brechts.

 

Alle gegen alle

(Tous contre tous)
Schauspiel von Arthur Adamov
Deutsch von Elmar Tophoven
4D, 12H
UA: 14.04.1953, Théâtre de l'Œuvre Paris
DSE: 20.11.1953, Theater Pforzheim

Die Beherrschten von gestern verfolgen die Unterdrückten von heute, bevor sich das Machtverhältnis erneut umkehren wird. Adamovs absurder Weltlauf ist eine ständige Umkehrung von Henker- und Opferrolle.

Als Zenno von den Handlangern eines brutalen Regimes durch die Straßen getrieben wird, rettet Jean ihm in höchster Not das Leben. Wenig später aber schließt Jean sich selbst den Regierenden an und nimmt fortan an den Hetzjagden und Säuberungsaktionen teil. Innerhalb vieler Verwicklungen ändern sich die Machtverhältnisse erst zugunsten der Flüchtigen, dann wieder gegen sie - und eine Rettung ist nicht in Sicht.

Mit "Alle gegen alle" verknüpfte Arthur Adamov eine Abkehr vom, wie er schrieb, "psychoanalytischen Theater" eines August Strindberg hin zu einem an Bertolt Brecht angelehnten kritisch-realistischen Stil. Die Figuren sind schemenhaft gezeichnet, die Handlung changiert zwischen komischen und tragischen Ereignissen. Zwischen den Szenen sendet ein Radio Propaganda und Gesetze des herrschenden Regimes in die Massen. Adamov zeigt hier eine Welt, die weniger durch Individualismus und Pluralismus geprägt ist als vielmehr durch eine kafkaeske und orwellsche Tendenz zur Auslöschung von Individualität zugunsten einer beherrschbaren homogenen Gesellschaft.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch