25.06.2016

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UA: "Stella" von Wolfgang Böhmer und Peter Lund an der Neuköllner Oper
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DSE: "Zu klein, um ein Planet zu sein" von Adam Barnard in Esslingen
Zu klein, um ein Planet zu sein des britischen Autors Adam Barnard wird am...

"Freund Till, genannt Eulenspiegel" von Katrin Lange bei den Schlossfestspielen in Heidelberg
In der Regie von Franziska-Theresa Schütz gelangt am 15. Juni Freund Till,...

"2. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis" an Nina Ender
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Verleihung Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg an Evan Placey
Der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg geht in diesem Jahr an Evan Placey...

Neu bei FBE: "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher
Mikrobiologin Yamila Hanna Bach reist zu Forschungszwecken nach Sodiryia,...

Sommerpremieren Teil 1
Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm wieder einige Premieren unter freiem...

Neu bei DESCH: "Besser schlichten als richten" von Chloé Lambert
Anna und Pierre sind getrennt und müssen sich bei einer Familienmediation auf...

"Backbeat - Die Beatles in Hamburg" von Iain Softley und Stephen Jeffreys im Theater am Kurfürstendamm
Kaum neigt sich die Spielzeit dem Ende zu, sind in Berlin die Pilzköpfe los...

Neu bei FBE: "Wiegenlied für Baran" von Joël László
Sibylle, Pierre und Robert kennen sich seit Ewigkeiten. Als Studenten haben...

Neu bei FBE: Musikalische Kinderstücke von Thomas Sutter
Ab sofort haben wir zwei musikalische Kinderstücke des...

Neu bei FBE: "Nusret und die Kuh" von Anja Tuckermann
Für Anja Tuckermanns Kinderbuch Nusret und die Kuh stehen ab sofort die...

"Die Stühle" von Eugène Ionesco am Berliner Ensemble Berlin
Am 17.06.2016 wird das legendäre Stück Die Stühle des...

Sommertheaterpremieren Teil 2
Weiter geht’s mit der zweiten Runde der diesjährigen Sommerpremieren: Unter...

Zum Wiederentdecken: "Das Zebra" von Nicolas Nancey und Paul Armont
Im Schloss Vercotte lebt Monsieur Génicourt mit seiner Tochter Régine und...


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Bild von Ursula Rani SarmaSarma, Ursula Rani

Ursula Rani Sarma wurde 1978 in der Grafschaft Clare in der Republik Irland geboren. Sie studierte am University College Cork, wo sie zusammen mit der Produzentin Kate Neville 1999 die Djinn Theatre Company gründete, mit der ihr erstes Theaterstück Durchgebrannt uraufgeführt wurde; die Produktion wurde im gleichen Jahr auf dem Edinburgh Festival gezeigt.

Seither hat sie Hörspiele für RTE geschrieben und Stückaufträge durch das Abbey Theatre, das National Theatre London, National Theatre of Ireland, Paines Plough und das Traverse Theatre Edinburgh erhalten.

Für ihr Stück Blau wurde sie für den Stuart Parker Award nominiert und mit dem Irish Times/ESB Theatre Bursary ausgezeichnet. 2004 erhielt sie dafür den Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts. Die Superhelden wurden im Rahmen des renommierten Jugendtheaterprogramms Shell Connections in über 30 Produktionen in UK, Irland und Europa gezeigt, bevor es im Juli 2006 am National Theatre in London präsentiert wurde.


Auszeichnungen / Einladungen - Übersicht:

2006: Bensheimer Theaterpreis für die Inszenierung der deutschsprachigen Erstaufführung von Durchgebrannt

2004: Einladung zum Heidelberger Stückemarkt mit Blau, Publikumspreis.

 

Blau

(Blue)
Deutsch von Anna Opel
1D, 2H
UA: 2000, Half Moon Theatre Cork
DSE: 11.11.2004, Theater an der Sihl Zürich
DE: 2. Dezember 2004, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg

Die drei Freunde Des, Danny und Joe stehen kurz vor dem Schulabschluss in einer einsamen Gegend, irgendwo an der irischen Küste: Des, nachdenklich und ruhig, hat vor Kurzem seine Mutter verloren; Joe, mit großer Klappe, aber längst nicht so tough, wie er zu sein glaubt; und die jungenhafte Danny, die langsam begreift, dass Des einem Mädchen mehr als nur Fußball beibringen kann. Ihr gemeinsamer Treffpunkt ist eine Klippe hoch über dem Atlantik, wo sie zu einem täglichen Ritual zusammenkommen. Ihr gemeinsames Leben scheint gleichförmig wie die Zeiger einer Uhr, ein Leben in Abgeschiedenheit und Isolation. Der Atlantik muss für sie alles ersetzen, was anderswo Abwechslung bringt. Die drei Jugendlichen träumen von einem neuen Leben: raus, weg, anders.

In der letzten Schulwoche erzählt Joe Des von einem Drogenschmuggel an der Küste, der aufgeflogen ist. Er versucht ihn zu überreden, den am Strand gefundenen Stoff an Dealer in der Stadt zu verkaufen. Des will allerdings davon nichts wissen, sondern trainieren und bei einem Schwimmwettbewerb gewinnen, um ein Stipendium für Berkley zu bekommen.

Der folgende Tag beginnt wie jeder andere auch. Dennoch gibt ihnen der strahlende Morgen das Gefühl, dass dies der Anfang von etwas Besonderem ist. Das Schicksal nimmt jedoch einen anderen Verlauf: Nach einem endlosen Tag voller Demütigungen, Verletzungen und Streit überzeugt Joe seine Freunde von dem Erfolg des anscheinend völlig ungefährlichen Drogendeals. Die drei begeben sich auf den Weg in die Stadt. Die Tragödie beginnt.

Mit Blau gelingt der irischen Autorin Ursula Rani Sarma ein sowohl psychologisch als auch erzählerisch eindrucksvolles und subtiles Porträt dreier junger Erwachsener in der irischen Provinz. Zu Beginn sind sie noch getragen von ihrer Freundschaft, von Hoffnungen, die sie in ihre unbekannte Zukunft setzen. Einen kurzen Moment lang scheint alles möglich, doch es gelingt schließlich keinem von ihnen, aus der Enge seiner Existenz auszubrechen. Im Gegenteil, alle müssen herbe Demütigungen und Willkür hinnehmen und werden von der Umwelt in ihre Grenzen verwiesen: Die labile und kränkliche Danny stirbt bei dem kleinen Drogengeschäft, mit dem die drei Freunde sich von Anfang an übernommen haben; Des muss seine Hoffnungen auf einen Studienplatz aufgeben und wird sein Leben auf dem Hof des Vaters verbringen; Joe, der von seinem Lehrer-Vater geknechtete und gedemütigte Draufgänger, der gerne ein verruchter Szenedandy geworden wäre, muss seine Grenzen erkennen und beim Vater bleiben. Alle fantastischen und abenteuerlichen Ausbruchsfantasien sind gescheitert.

Die Autorin entwirft ein dichtes und stimmiges Bild der Unsicherheiten und Ängste, der Hoffnungen und großspurigen Erwartungen der drei Jugendlichen an das Leben. Sprachlich und inhaltlich treffend und berührend macht sie die Gefühlswelt, die existentielle Not und die Sehnsüchte der Figuren nach einem anderen Leben deutlich.

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