27.03.2015

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Neu bei FBE: "Schwestern im Geiste" von Thomas Zaufke und Peter Lund
Emanzipation? Kein Thema mehr. Für die achtzehnjährige Milly jedenfalls...

"Wie werde ich reich und glücklich?" in Weimar
Am 20. März wird am Deutschen Nationaltheater Weimar verraten, wie man am...

20. März 2015: Welttag des Kinder- und Jugendtheaters
"Theater ist wichtig für jedes Kind von frühester Kindheit an. Durch die...

DE: "Grimm!" an der Neuköllner Oper Berlin
Am 19. März feiert die gewitzte Märchen-Neuinterpretation Grimm! von Thomas...

DSE: "Vater" am St. Pauli Theater in Hamburg
Am 30.03.2015 findet im St. Pauli Theater in Hamburg die deutschsprachige...

Neu bei FBE: "Welt der Taumler" von Fanny Sorgo
Fanny Sorgos neuer Text Welt der Taumler ist ein Konvolut von vielfältigsten...

Neu bei DESCH: "Zwei Männer ganz nackt" von Sébastien Thiéry
Alain Kramer ist erfolgreicher Anwalt, Vater von zwei erwachsenen Kindern und...

UA: "Pocahontas 2015 (Show Must Go On)" am Theater Baden-Baden
"Dann wollen wir doch sehen wie die wilde Naturschönheit den sexy Englishman...

UA: "Wake up and Dream – Ein Cole-Porter-Songbook" am Nationaltheater Mannheim
Wir freuen uns mit Wake up and Dream – Ein Cole-Porter-Songbook auf eine...

Neue Bücher für die Bühne / Leipziger Buchmesse
Vom 12. bis 15. März werden auf der Leipziger Buchmesse wieder zahlreiche...

Neu bei FBE: "Seite Eins" von Johannes Kram
Marco ist Journalist. Boulevardjournalist aus ganzer Überzeugung. Tratsch und...

Neu bei FBE : "Nichts ist schöner" von Anka Hirsch und Norbert Ebel
Warum sollte philosophieren eigentlich nur etwas für Philosophen sein?...

Neu bei DESCH: "Unter falschen Brüdern" von Peter Buchholz
Peter Buchholz' neues Stück Unter falschen Brüdern ist eine spannende und...

Nick Wood und Anja Tuckermann jetzt bei FBE
Nick Wood und Anja Tuckermann gehören zu den renommierten und wichtigen...


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Bild von Maurice MaeterlinckMaeterlinck, Maurice

wird am 29. August 1862 in Gent als Sohn wohlhabender französischsprachiger Eltern geboren. Nach dem Besuch einer Jesuitenschule beginnt er ein Jurastudium. Bereits während seiner Studienzeit schreibt er Gedichte und kurze Erzählungen. 1896, nach dem Ende seines Jurastudiums, lebt er einige Monate in Paris, wo er Mitglieder der neuen literarischen Bewegung des Symbolismus kennenlernt, darunter Stéphane Mallarmé und Villiers de l'Isle-Adam. Diese Zeit hat wesentlichen Einfluss auf sein gesamtes Schaffen und bestärkt ihn, Schriftsteller zu werden.

1889 veröffentlicht Maeterlinck seinen ersten Gedichtband "Les Serres chaudes". Sein literarischer Durchbruch gelingt ihm noch im gleichen Jahr mit dem phantastischen Drama Prinzessin Maleine, woraufhin ihn Octave Mirabeau im „Figaro“ als "belgischen Shakespeare" bejubelt. Zeit seines Lebens arbeitet Maeterlinck sowohl als Lyriker und Dramatiker; mit seinen Theaterstücken wird er weltberühmt, aber seine Bedeutung als Lyriker für die Geschichte der modernen Literatur ist kaum geringer als die des Dramatikers. 1911 erhält Maeterlinck den Nobelpreis für Literatur. In der Nobelpreisrede heißt es: "Maeterlinck schreibt mit der Vorstellungskraft eines Schlafwandlers und dem Geist eines träumenden Visionärs, aber immer auch mit der Präzision eines großen Künstlers."

Weitere Ehrungen werden dem Literaten Maeterlinck zu Teil: Er wird Präsident des Internationalen PEN-Clubs und 1919 erhebt ihn der belgische König für seine literarischen Verdienste in den Grafenstand. Maeterlinck unternimmt immer wieder ausgedehnte Reisen durch weite Teile Europas und Nordamerikas und lässt sich schließlich an der Französischen Riviera nieder. In Nizza erwirbt er 1930 ein Schloss, dem er den Namen Orlamonde aus seinen Gedichtband Quinze Chansons gibt. Während des 2. Weltkriegs geht Maeterlinck in die amerikanische Emigration. Er stirbt am 6. Mai 1949 auf seinem Schloss in Nizza.

Weitere Informationen zu Maeterlincks Werk finden Sie in unserem Special: Maurice Maeterlinck: "Ein belgischer Shakespeare"

 

Die Blinden

(Les aveugles)
Deutsch von Stefan Gross
6D, 6H, Nebendarsteller
UA: 07.12.1891, Théâtre d'Art Paris

Sechs blinde Männer und sechs blinde Frauen machen einen Ausflug in den Wald. Sie sind von einem Priester aus ihrem Heim, das auf einer Insel liegt, nach draußen geführt worden, dort sollen die Sonne, die Natur, die frische Luft genießen. Unterwegs hat sich der Priester von ihnen getrennt, ohne einen Grund zu nennen und ohne zu sagen, wann er zurück kommen wird. Nun warten die Blinden auf seine Rückkehr. Ohne ihren Führer sind sie hilflos sich selbst überlassen und können sich kaum in Zeit und Raum orientieren. Tastend und fragend versuchen sie, sich über ihre Lage klar zu werden und ihre Blindheit zu überwinden, was nicht gelingt. Ihre ganze Hoffnung richtet sich auf die Rückkehr des Priesters, er wird sie zum Heim zurück führen, wo es warm ist und etwas zu essen gibt. Immer deutlicher wird, dass sie vergeblich warten. Am Ende entdecken sie mit Hilfe eines Hundes aus dem Heim, dass der Priester ganz in der Nähe ist, aber gestorben ist. Als sie Schritte hören, glauben sie sich gerettet.

Die Blinden ist ein Versuch Maeterlincks, in Wort und Bild das Unsichtbare sichtbar zu machen. Die Hauptthemen des Werks, Sensibilität und Wahrnehmung, dienen dazu, eine feindliche Umwelt und das aus ihr resultierende Unheil zu beschreiben. Das Ausgeliefertsein des Menschen an ein unbekanntes Schicksal und die Unfähigkeit der Blinden zur Kommunikation stellen einen Vorgriff auf Camus’ Sicht des Absurden und den modernen Menschen im Theater Becketts und Ionescos dar.