17.01.2017

Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "American Hotel" von Sara Stridsberg
Nichts zeugt mehr vom Aufstieg der Stadt, vom lebendigen Treiben und...

Aktuell: "Premierenfeier" von Klaus Chatten
"Zuerst kommt die Politik. Dann kommt die Geschichte. Dann kommt der Erfolg...

UA: "Auerhaus" am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 7. Januar wird Auerhaus durch Robert Gerloff am Düsseldorfer...

Neu bei FBE: "Stella" von Wolfgang Böhmer und Peter Lund
Greifer: Juden, die für die Gestapo auf Judenjagd gingen, bzw. gehen mussten....

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky an der Semperoper Dresden
Blonde Dame sucht vermögenden Gentleman für gemeinsame Abenteuer – Schwindel!...

"Wie werde ich reich und glücklich" von Mischa Spoliansky am Nationaltheater Mannheim
Am 21. Januar wird am Nationaltheater Mannheim verraten, wie man gleichzeitig...

Premiere: "Harold und Maude" am Theater in der Josefstadt
Am 26. Januar 2017 feiert Harold und Maude am Wiener Theater in der...

Neu bei DESCH: "Vor dem Entschwinden" von Florian Zeller
"Mitten im stärksten Sturm gibt es stets einen Vogel, der uns Zuversicht...

Zum Wiederentdecken: "Robinson soll nicht sterben" von Friedrich Forster
Daniel Defoe, der berühmte Autor des "Robinson Crusoe", fristet arm und...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
 

Babel

Ein Stück (5 Akte)
von Wolfgang Schwarz
2D, 7H

Babel erzählt in fesselnder Sprache mehr als eine Episode aus der Oktoberrevolution. Schriftsteller Anatoli Letajew berichtet über den Redakteur Isaac Babel, der als sibirischer Strafgefangener verhungert ist. Beim Toten wird ein Manuskript gefunden, aus dem Letajew liest:
Im Schloss des polnischen Fürsten Nikitinski quartiert sich die Armeezeitung der Kosaken ein. "Der rote Kavallerist" wird betrieben von Isaac Babel, einem jungen Juden, dem Kosaken Matwej und einer jungen Kosakin, genannt Prinzessin. Die Redakteure verfolgen nicht nur die großen Ideale der Revolution. Zwar kämpft Isaac mit seiner Schreibmaschine für Gerechtigkeit, Matwej hingegen führt einen privaten Feldzug. Er war Nikitinskis Leibeigener, auch der Leib seiner Frau Nastja gehörte Nikitinski. Als Revolutionär zurückgekehrt will er "die Gerechtigkeit" wiederherstellen.

Statt der Gerechtigkeit kommt ein neuer Vorgesetzter ins Schloss, auch er verfolgt eigene Ideale. Kosaken-Kommandant Suworow strebt nach Macht und findet in Nikitinski einen Verbündeten. Der hat längst die Fronten gewechselt, ist als Vorsitzender der örtlichen Sowjets genauso unangreifbar wie früher als Fürst.
Matwej begegnet Nastja wieder. Der Wille der jungen Frau ist gebrochen, sie ist verrückt geworden. Nikitinski zeigt keine Reue und weigert sich, Nastja freizugeben. Matwej erschießt ihn, soll für seine Tat der Gerechtigkeit zugeführt werden.
Zu einem Urteil des Kriegsgerichts kommt es nicht, während der Verhandlung rückt der polnische Feind heran. Die bolschewistischen Kosaken flüchten. Isaac, Matwej und die Prinzessin werden von Rabbi Gedalje versteckt. Sein Fazit der Ereignisse: Gerechtigkeit ist bei Gott, doch Gott ist weit weg. So sehr die Menschen auch nach Gerechtigkeit streben, nur in der Liebe zueinander haben sie eine Chance.

Mit außerordentlicher Dichte, einer poetischen und genauen Sprache lässt Babel dennoch große Zwischenräume zur dramatischen Gestaltung. Hinzu treten knapp angelegte, plastische Charaktere, die zur Gestaltung herausfordern.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.