25.09.2016

Aktuelle Nachrichten

DSE: "Zwei Männer ganz nackt" an den Bühnen der Stadt Gera
Sébastien Thiérys spritzige Komödie Zwei Männer ganz nackt wird am 23....

Neu bei FBE: "Tableau" von Reihaneh Youzbashi Dizaji
Eine Einladung, die nicht so gemeint war, zu einem Fest, was keines sein...

The Agatha Christie Collection - "The Queen of Crime" jetzt bei FBE
Agatha Christie schrieb insgesamt 66 Detektivromane, 150 Kurzgeschichten und...

UA: "Bestimmt wird alles gut" von Kirsten Boie am Jungen Theater Bonn
Kirsten Boies Kinderbuch Bestimmt wird alles gut gelangt am 10. September zur...

Wieder bei FBE: Das Gesamtwerk von Curt Goetz
Wir freuen uns sehr, dass wir das Gesamtwerk des Multitalents und...

UA: "Massiver Kuss" von Anja Hilling am Theater Bonn
In der Regie von Friederike Heller gelangt am 29. September Anja Hillings...

DSE: "Mittelschichtblues" am Volkstheater Wien
Am 30.September 2016 findet am Volkstheater Wien die deutschsprachige...

DSE: "Mädchen wie die" von Evan Placey am Theater Duisburg
In der Regie von Katharina Böhrke gelangt am 17. September 2016 Evan Placeys...

Neu bei FBE: "All you can eat" von Ariane Koch
Bitte, bedienen Sie sich: Hier gibt es heute im Sonderangebot frische Waden,...

Neu bei FBE: "Aufbruch / Inqilab" von Michael Alexander Müller
Der zwanzigjährige Blogger Jared lebt in einem totalitären Staat. Mit...

Neu bei FBE: "Easy" von Eva Blum und Matthias Witting
Die Zwillinge kommen in die Schule. Aber Mama steht nicht auf. Schon seit...

Neu bei DESCH: "Das Gewissen vergisst nie" von Sébastien Azzopardi und Sacha Danino
Spät nachts in den Wäldern der Bretagne. Autoscheinwerfer, Regen,...

Neu bei DESCH: "Der Familienrat oder Mama muss weg" von Amanda Sthers und Morgan Spillemaecker
Ein Abendessen der Geschwister Fanny, Ben und Flo. Alle sind jenseits der 40...


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Babel

Ein Stück (5 Akte)
von Wolfgang Schwarz
2D, 7H

Babel erzählt in fesselnder Sprache mehr als eine Episode aus der Oktoberrevolution. Schriftsteller Anatoli Letajew berichtet über den Redakteur Isaac Babel, der als sibirischer Strafgefangener verhungert ist. Beim Toten wird ein Manuskript gefunden, aus dem Letajew liest:
Im Schloss des polnischen Fürsten Nikitinski quartiert sich die Armeezeitung der Kosaken ein. "Der rote Kavallerist" wird betrieben von Isaac Babel, einem jungen Juden, dem Kosaken Matwej und einer jungen Kosakin, genannt Prinzessin. Die Redakteure verfolgen nicht nur die großen Ideale der Revolution. Zwar kämpft Isaac mit seiner Schreibmaschine für Gerechtigkeit, Matwej hingegen führt einen privaten Feldzug. Er war Nikitinskis Leibeigener, auch der Leib seiner Frau Nastja gehörte Nikitinski. Als Revolutionär zurückgekehrt will er "die Gerechtigkeit" wiederherstellen.

Statt der Gerechtigkeit kommt ein neuer Vorgesetzter ins Schloss, auch er verfolgt eigene Ideale. Kosaken-Kommandant Suworow strebt nach Macht und findet in Nikitinski einen Verbündeten. Der hat längst die Fronten gewechselt, ist als Vorsitzender der örtlichen Sowjets genauso unangreifbar wie früher als Fürst.
Matwej begegnet Nastja wieder. Der Wille der jungen Frau ist gebrochen, sie ist verrückt geworden. Nikitinski zeigt keine Reue und weigert sich, Nastja freizugeben. Matwej erschießt ihn, soll für seine Tat der Gerechtigkeit zugeführt werden.
Zu einem Urteil des Kriegsgerichts kommt es nicht, während der Verhandlung rückt der polnische Feind heran. Die bolschewistischen Kosaken flüchten. Isaac, Matwej und die Prinzessin werden von Rabbi Gedalje versteckt. Sein Fazit der Ereignisse: Gerechtigkeit ist bei Gott, doch Gott ist weit weg. So sehr die Menschen auch nach Gerechtigkeit streben, nur in der Liebe zueinander haben sie eine Chance.

Mit außerordentlicher Dichte, einer poetischen und genauen Sprache lässt Babel dennoch große Zwischenräume zur dramatischen Gestaltung. Hinzu treten knapp angelegte, plastische Charaktere, die zur Gestaltung herausfordern.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.