28.07.2014

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte

Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe
05.06.2014, Potsdam, Hans Otto Theater

Träume werden Wirklichkeit
15.05.2014, Dresden, Staatsschauspiel

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
06.05.2014, Berlin, Theater am Kurfürstendamm

Der Besuch der alten Dame
17.04.2014, Berlin, Deutsches Theater

Nachtgeknister
29.03.2014, Düsseldorf, Düsseldorfer Schauspielhaus

Jeder stirbt für sich allein
13.03.2014, Erlangen, das theater erlangen

Der Besuch der alten Dame
02.02.2014, Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater

Roter Hahn im Biberpelz
19.01.2014, Berlin, Komödie am Kurfürstendamm

Die Reifeprüfung
12.01.2014, Hamburg, Altonaer Theater

Kleiner Mann - was nun?
15.09.2013, Wien, Volkstheater


 

Babel

Ein Stück (5 Akte)
von Wolfgang Schwarz
2D, 7H

Babel erzählt in fesselnder Sprache mehr als eine Episode aus der Oktoberrevolution. Schriftsteller Anatoli Letajew berichtet über den Redakteur Isaac Babel, der als sibirischer Strafgefangener verhungert ist. Beim Toten wird ein Manuskript gefunden, aus dem Letajew liest:
Im Schloss des polnischen Fürsten Nikitinski quartiert sich die Armeezeitung der Kosaken ein. "Der rote Kavallerist" wird betrieben von Isaac Babel, einem jungen Juden, dem Kosaken Matwej und einer jungen Kosakin, genannt Prinzessin. Die Redakteure verfolgen nicht nur die großen Ideale der Revolution. Zwar kämpft Isaac mit seiner Schreibmaschine für Gerechtigkeit, Matwej hingegen führt einen privaten Feldzug. Er war Nikitinskis Leibeigener, auch der Leib seiner Frau Nastja gehörte Nikitinski. Als Revolutionär zurückgekehrt will er "die Gerechtigkeit" wiederherstellen.

Statt der Gerechtigkeit kommt ein neuer Vorgesetzter ins Schloss, auch er verfolgt eigene Ideale. Kosaken-Kommandant Suworow strebt nach Macht und findet in Nikitinski einen Verbündeten. Der hat längst die Fronten gewechselt, ist als Vorsitzender der örtlichen Sowjets genauso unangreifbar wie früher als Fürst.
Matwej begegnet Nastja wieder. Der Wille der jungen Frau ist gebrochen, sie ist verrückt geworden. Nikitinski zeigt keine Reue und weigert sich, Nastja freizugeben. Matwej erschießt ihn, soll für seine Tat der Gerechtigkeit zugeführt werden.
Zu einem Urteil des Kriegsgerichts kommt es nicht, während der Verhandlung rückt der polnische Feind heran. Die bolschewistischen Kosaken flüchten. Isaac, Matwej und die Prinzessin werden von Rabbi Gedalje versteckt. Sein Fazit der Ereignisse: Gerechtigkeit ist bei Gott, doch Gott ist weit weg. So sehr die Menschen auch nach Gerechtigkeit streben, nur in der Liebe zueinander haben sie eine Chance.

Mit außerordentlicher Dichte, einer poetischen und genauen Sprache lässt Babel dennoch große Zwischenräume zur dramatischen Gestaltung. Hinzu treten knapp angelegte, plastische Charaktere, die zur Gestaltung herausfordern.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.