24.10.2014

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DSE: "Da kommt noch wer" am Stadttheater Gießen
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Friedensnobelpreis für Malala Yousafzai
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Neu bei FBE: "Zero People" von Volker Schmidt
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DSE "Wolkenbilder" von Mike Kenny am Theater Junge Generation in Dresden
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UA: "Superhero" am Hessischen Staatstheater Wiesbaden
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DSE: "Eine glückliche Scheidung" von Nick Hall am Theater Eisleben
Am 11. Oktober kann man zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum Eine...

Neu bei DESCH: "Das Abschiedsdinner" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte beleuchten in ihrer...

UA: "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" am Deutschen Theater Göttingen
Am 4. Oktober wird am Deutschen Theater Göttingen das Familienstück Tom...

Zum Wiederentdecken: "Alles Liebe" von René Heinersdorff
Als Spezialist für Unterhaltendes und Humorvolles hat sich René Heinersdorff...


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Bild von Gerhart HauptmannHauptmann, Gerhart

1862 in Schlesien geboren zählt Gerhart Hauptmann zu den bedeutendsten Vertretern des Naturalismus. Sein umfangreiches Schaffen ausschließlich darauf zu beziehen, wäre indessen den Intentionen des Autors ebenso wenig gerecht wie der stilistischen Vielfalt seiner Dramen. Die Verbundenheit mit seiner schlesischen Heimat und die in seiner Jugend erfahrene wirtschaftliche Not bestimmen immer wieder seine Themen, Motive und Charaktere.

Nachdem er mit 16 Jahren die Realschule verlassen hat, beschäftigt er sich mit vielen unterschiedlichen Studien, ohne sich für die eine oder andere Richtung entscheiden zu können.
Die Heirat mit einer Großkaufmannstochter enthebt ihn materieller Sorgen und sichert die Existenz eines freien Schriftstellers. 1889 führt die Uraufführung des sozialen Dramas Vor Sonnenaufgang am Berliner Lessing-Theater zu einem handfesten Theaterskandal.

Seine Schaffenskraft leidet darunter nicht. Im Gegenteil: 1893 werden die Dramen Die Weber, Der Biberpelz und Hanneles Himmelfahrt innerhalb von zehn Monaten an drei Berliner Bühnen uraufgeführt. Bald zählt der "Revolutionär" zu den Etablierten, wird als Volksdichter gefeiert und erhält 1912 den Literatur-Nobelpreis, während ihm im Kaiserreich von "Allerhöchster Stelle" der Schiller-Preis verweigert wurde.

Die Weimarer Republik hingegen feiert in Hauptmann den repräsentativen, weltoffenen Patrioten. Die Nationalsozialisten missbrauchen Namen und Werk zu Propagandazwecken. Hauptmann bleibt in Deutschland, wendet sich aber in der Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie neuen Stoffen zu. In hohem Alter stirbt er am 6. Juni 1946 in Agnetendorf im Riesengebirge, kurz nachdem er von den russischen Besatzungsbehörden aufgefordert worden war, sein Haus und seine Heimat zu verlassen.

Gerhart Hauptmanns Werk ist noch nach mehr als hundert Jahren auf den Theatern lebendig geblieben, und seine Figuren sind so lebendig wie ehedem. Es sind Überlebenskämpfer in einer sich überschlagenden Zeit, Menschen, die ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Überforderung, ihre unerfüllten Träume mit sich herumschleppen, die laut die Schuld am eigenen Missglücken dem Andern aufbürden, die lieber austeilen als einstecken - Menschen der modernen Zeit eben!


Weitere Informationen zu Gerhart Hauptmann

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Hauptmann, Gerhart

Gerhart Hauptmann
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Der Biberpelz

Eine Diebskomödie
4D, 8H, 1 Kind
UA: 21.09.1893, Deutsches Theater Berlin

Winter um 1880, ein Dorf im Umland von Berlin: Die Waschfrau Wolff ist fest entschlossen, sich und ihre Familie zu Wohlstand zu bringen. Um das bescheidene Einkommen der Familie aufzubessern, sind ihr auch Diebstähle und kleine Gaunereien recht. Den phlegmatischen Ehemann und die zwei frühreif-dreisten Töchter spannt sie geschickt für ihre Zwecke ein. Das Gewissen plagt sie dabei nicht, da ihre "Opfer" stets wohlhabende Leute sind. So wird das Brennholz des Rentiers Krüger, das ihre Tochter aus Bequemlichkeit über Nacht draußen liegen lässt, kurzerhand auf den eigenen Schlitten geladen – und auch der nagelneue Biberpelz von Krüger ist plötzlich auf unerklärliche Weise verschwunden. Dafür kann der Schiffer Wulkow, der Frau Wolff gerne auch mal gewilderte Rehböcke abkauft, jetzt im neuen Pelz gehen. Der Amtsvorsteher des Ortes, der selbstgefällige Baron von Wehrhahn, will für Ordnung sorgen und den Diebstahl aufklären. Er bildet sich eine Menge auf seine Menschenkenntnis ein und wird dabei mühelos von Frau Wolff hinters Licht geführt. Es gelingt ihr, den Spitzel Motes, der ihr bereits dicht auf den Fersen ist, unglaubwürdig zu machen, während sie selbst bis zuletzt völlig unverdächtig bleibt.

Der Biberpelz, dessen Personal fast ausnahmslos lebende Vorbilder in Hauptmanns damaligen Wohnort Erkner hatte, wurde vor allem mit der Inszenierung 1897 am Wiener Deutschen Volkstheater zum großen Erfolg und ist seit 1950 das meistgespielte Stück Hauptmanns. Mit der "Mutter Wolffen" und ihrer ganz eigenen Definition von sozialer Gerechtigkeit enthält es als Hauptrolle eine absolute Sympathiefigur. Ihrem unermüdlichen Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg gab Hauptmann eine Fortsetzung in Der rote Hahn (1901).

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