31.10.2014

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Fallada, Hans
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Bild von Georg KaiserKaiser, Georg

Der 1878 in Magdeburg geborene Dichter zählte zwischen 1917 (UA Die Bürger von Calais) und 1933 zu den meistgespielten expressionistischen Dramatikern Deutschlands. Sendungsbewusst verkünden seine mathematisch durchkonstruierten Stücke eine Botschaft. Seine von Station zu Station gehetzten Figuren verkörpern Ideen, wirken ruhelos wie seine Sprache. Nach seinem lange erwarteten Durchbruch 1917 schrieb er Stück auf Stück, insgesamt mehr als 70 Dramen, drei Romane, Erzählungen und über 170 Gedichte.

Obwohl Kaiser 1908 eine reiche Kaufmannstochter geheiratet hatte und seit 1918 erhebliche Tantiemen erhielt, reichten die finanziellen Mittel kaum zum Unterhalt seines aufwändigen Lebensstils, der ihm als Dichter seiner Meinung nach zustand. Infolge einer Unterschlagung wurde er 1921 zu einem Jahr Haft verurteilt.

1933 belegten ihn die Nationalsozialisten mit Schreib- und Aufführungsverbot. 1938 entzog sich Kaiser einer drohenden Verhaftung durch Flucht in die Schweiz. Unter ärmlichen Verhältnissen leidend reflektierte er mit Hilfe biblischer und historischer Stoffe die Problematik der Zeit und seines immer noch übersteigerten Ichs. Am 4. Juni 1945 starb er in Ascona (Tessin).

 

Die Bürger von Calais

Bühnenspiel in drei Akten
5D, 13H, Nebendarsteller

Der 100-jährige englisch-französische Krieg. Der König von England, erfolgreicher Belagerer der Stadt Calais, verspricht die unblutige Einnahme der Festung, wenn ihm am Morgen der Übergabe sechs Bürger im Büßergewand zur Hinrichtung ausgeliefert werden. Eustache de Saint-Pierre, einer der angesehensten und reichsten Bürger der Stadt, ruft zur freiwilligen Meldung auf und stellt sich selbst als erster.

Durch die gleichzeitige Meldung zweier Brüder wird die festgesetzte Zahl überschritten, und nachdem Eustache die Ausscheidung des überzähligen Siebenten durch das Los verhindert hat, begeht er Selbstmord, um so die Entscheidung überflüssig zu machen.

Die festgesetzte Morgenstunde bricht an, der Bote des englischen Königs erscheint und bringt die Nachricht, dass sein Herr auf das Opfer verzichte, da ihm in der vergangenen Nacht ein Kind geboren worden sei.