24.04.2014

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"Frank V." an den Landesbühnen Sachsen
An den Landesbühnen Sachsen wird derzeit Erpressung von Kunden und...

"Der Besuch der alten Dame" am Deutschen Theater Berlin
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Rückblick: "Nachtgeknister" am Düsseldorfer Schauspielhaus
"Die Lust der Grimm-Zeit, sich schaurig-schön zu gruseln, ist bis heute...

Zum Wiederentdecken: "Fletsch" von Marc Schubring, Wolfgang Adenberg und Holger Hauer
Dass Werwölfe exzellent küssen können, ist ja eigentlich eine allgemein...

Rückblick Leipziger Buchmesse
Neues von unseren Partnern der Buchverlage: Mit Spannung wird Christian...

Neu bei FBE: Claudia Tondl
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Rückblick: "Jeder stirbt für sich allein" am Theater Erlangen
Am 13. März kam Hans Falladas Roman Jeder stirbt für sich allein in der...

UA: "Nichts von mir" von Arne Lygre am Stadsteatern Stockholm
Sie sind froh, dass sie sich getroffen haben, sagen sie später. Nie hätte sie...

"Das Geheimnis des Edwin Drood" am Staatstheater Wiesbaden
Auf Mördersuche kann sich am 12. April das Publikum des Hessischen...

UA: Oliver Kluck und Andreas Altmann am Schauspielhaus Graz
Die viel beachteten Autobiografie von Andreas Altmann, Das Scheißleben meines...


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Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Feldberg (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses und wurde im Jahre 2004 erfolgreich in der Fassung von von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater gezeigt. Weitere Theaterfassungen bei Felix Bloch Erben sind u. a. Bauern, Bonzen und Bomben (Dramatisierung von Uwe Jens Jensen), Der Trinker (Dramatisierungen von Oliver Hohlfeld und Bernd Ludwig) sowie Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Dramatisierung von Michael Baumgarten und Carsten Knödler). Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte) und "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle.

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung


Weitere Informationen zu Hans Fallada

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Fallada, Hans

Fallada, Hans
Autorenbroschüre

 

Bauern, Bonzen und Bomben

Dramatisierung des gleichnamigen Romanes von Uwe Jens Jensen
3D, 42H, (Mehrfachbesetzungen möglich)
UA: 10.12.1995, Theater Kiel Kiel

Die Geschichte eines Aufstandes hat Hans Fallada 1931 mit einem Schlag berühmt gemacht. Als  Zeitroman setzt er sich mit seiner unmittelbaren Gegenwart auseinander und erzählt von den Ereignissen
rund um eine Bauerndemonstration gegen überhöhte Steuern Ende der 20er Jahre in einer kleinen Stadt, die „für tausend andere und für jede große auch“ (Fallada) steht. Der Bauernaufstand wird von der Staatsmacht blutig beendet. Zurück bleibt ein Blick auf das Miniaturmodell einer kranken Gesellschaft, die sich ihren Henkern selbst ausliefert. Denn: Es ging nie um die Sache selbst, sondern nur um niedere Interessen. Fallada kritisiert so eine politische Kultur, die sich als unfähig erweist, demokratische Strukturen zu entwickeln.

Der Roman knüpft an den Landvolk-Prozess in Neumünster 1929 an, den Hans Fallada als Berichterstatter einer Lokalzeitung miterlebte und spiegelt so literarisch reale Ereignisse und Umstände wider. Reich an Handlung und Figuren und geprägt von einer konsequent realistischen Erzählweise und
dialogreichen Sprache wurde er als Prototyp der „Neuen Sachlichkeit“ gefeiert. Kurt Tucholsky schrieb über ihn: „Es ist eine Atmosphäre der ungewaschenen Füße. Es ist der Mief der Kleinstadt, jener Brodem aus Klatsch, Geldgier, Ehrgeiz und politischen Interessen.“ Zwischen dem staubigen Revolutionsrealismus scheint aber, wie meist bei Fallada, auch menschlich-optimistische Hoffnung auf: in der Figur des Redakteurs Stuff etwa. Die moralische Perspektive des ehrlich guten Menschen bleibt für Fallada stets Thema seiner Literatur. Er setzt ihn der ungeschönten Realität aus.


Dieses Stück ist Teil von:

Bauern, Bonzen und Bomben
Roman von Hans Fallada


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