24.07.2014

Aktuelle Nachrichten

Neuübersetzung: "High Society" von Edith Jeske, Claudia & Knut Lehmann
Als 1997 der Film "High Society" als Musical in San Francisco auf die Bühne...

Sommerpremieren Teil 2
Und weiter geht's mit dem zweiten Teil der diesjährigen Sommerpremieren....

"was innen geht" von Anja Hilling auf der Long List des Deutschen Jugendtheaterpreises 2014
2013 wurde was innen geht mit dem Deutsch-Niederländischen...

Neu bei FBE: Sascha Hawemanns Theaterfassung "Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe"
Am 5. Juni feierte Sascha Hawemanns Bühnenbearbeitung Meine Schwester ist...

Neu bei FBE: "Someone is Going to Come" von Knut Vaage und Jon Fosse
Er und Sie haben sich ein altes Haus gekauft, fernab der Stadt, an einer...

UA: "Jedermann" bei den Erfurter Domstufen-Festspielen
Das erprobte Autorenduo Peter Lund und Wolfgang Böhmer hat sich zum ersten...

Prix Molière für das beste Stück 2014 an "Vater" von Florian Zeller
Am 2. Juni 2014 wurde in Paris im Théâtre des Follies-Bergère erneut der...

10 Jahre "Cabaret" in Berlin – die Bar jeder Vernunft feiert Jubiläum!
Willkommen. Bienvenue. Welcome in der Bar Jeder Vernunft. Vor zehn Jahren...

UA: "Casanova" im Anhaltischen Theater Dessau
Die Herren, die am 4. Juli das Anhaltische Theater Dessau besuchen, müssen...

DSE: "Backbeat" am Altonaer Theater Hamburg
Kaum neigt sich die Spielzeit dem Ende zu, sind in Hamburg die Pilzköpfe los...

Zum Wiederentdecken: "Towarisch" von Jacques Deval und Curt Goetz
Prinz Ouratieff lebt mit seiner Frau unter ärmlichsten Umständen in der...

Rückblick: "Ein Mann will nach oben" am Schauspielhaus Bochum
"Karl steht verloren im Treiben: Paare flanieren, Dienstboten wuseln zwischen...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Georg KaiserKaiser, Georg

Der 1878 in Magdeburg geborene Dichter zählte zwischen 1917 (UA Die Bürger von Calais) und 1933 zu den meistgespielten expressionistischen Dramatikern Deutschlands. Sendungsbewusst verkünden seine mathematisch durchkonstruierten Stücke eine Botschaft. Seine von Station zu Station gehetzten Figuren verkörpern Ideen, wirken ruhelos wie seine Sprache. Nach seinem lange erwarteten Durchbruch 1917 schrieb er Stück auf Stück, insgesamt mehr als 70 Dramen, drei Romane, Erzählungen und über 170 Gedichte.

Obwohl Kaiser 1908 eine reiche Kaufmannstochter geheiratet hatte und seit 1918 erhebliche Tantiemen erhielt, reichten die finanziellen Mittel kaum zum Unterhalt seines aufwändigen Lebensstils, der ihm als Dichter seiner Meinung nach zustand. Infolge einer Unterschlagung wurde er 1921 zu einem Jahr Haft verurteilt.

1933 belegten ihn die Nationalsozialisten mit Schreib- und Aufführungsverbot. 1938 entzog sich Kaiser einer drohenden Verhaftung durch Flucht in die Schweiz. Unter ärmlichen Verhältnissen leidend reflektierte er mit Hilfe biblischer und historischer Stoffe die Problematik der Zeit und seines immer noch übersteigerten Ichs. Am 4. Juni 1945 starb er in Ascona (Tessin).

 

Bellerophon

Drama in fünf Akten
3D, 6H

Griechische Antike: Der Hirtenjunge Bellerophon, von Apollo auf die Erde gesandt, ist in das Haus des Königs Proitos aufgenommen worden. Königin Anteia, von seiner Jugend und Schönheit geblendet, ruft ihn zu sich ins Bad, um ihn zu verführen. Bellerophon versteht nicht und flieht. Der hinzutretende König, von der enttäuschten und rachesinnnenden Anteia angetrieben, schickt Bellerophon als Boten zu seinem Stadthalter Jobates. Eine Tafel, die er ihm mitgibt, befiehlt Jobates, den Boten gleich nach seiner Ankunft zu töten.

Jobates, der mit allen Zeichen des Entsetzens von der Begegnung mit einem riesigen Fabeltier zurückkehrt, muss jedoch feststellen, dass seine Tochter Myrtis sich mit dem Fremdling verlobt hat, und er nimmt daher an, dass dieser ihm von seinem König als künftiger Schwiegersohn geschickt sei. - Als Proitos und Anteia zu der von Jobates angekündigten Hochzeit eintreffen, hat dieser inzwischen die Tafel gelesen und sich von dem Befehl des Königs überzeugt. Weil er Bellerophon nach einer gewissen Frist nicht mehr töten kann, ohne das Gastrecht zu verletzen, schickt er ihn unter einem Vorwand in den Wald in die Arme des Ungeheuers. König Proitos erfährt die Wahrheit, und als er eine Nachricht des Orakels von Delphi liest und erfährt, dass ein reiner Mensch das Ungeheuer töten wird, ist er gewiss, dass Bellerophon unversehrt zurückkehren wird. Er beschließt, vor dem Götterliebling zu fliehen, um Anteia seinen Anblick zu ersparen, und macht sich mit seiner Frau und Myrtis davon.

Der eintreffende Bellerophon verfolgt die Fliehenden jedoch auf einem geflügelten Ross, er entreißt ihnen Myrtis, und König und Königin stürzen mit Ross und Wagen in einen Abgrund zu ihren Füßen. Apollo erscheint und nimmt Myrtis und Bellerophon in seinen Himmel auf, sie zu einem Stern vereinend.