30.09.2014

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Neu bei FBE: "Der himmelblaue Herr" von Fanny Sorgo
Großmutter Eva Zulus möchte nicht mehr in dieselbe Richtung fahren. Darum...

"nachtgeschwister" in Altenburg und Gera
Auf dem Wühltisch einer Buchhandlung findet die Protagonistin ein angegilbtes...

DSE: "Malala - Mädchen mit Buch" am Jungen Schauspielhaus Hamburg
Am 24. September gelangt der Monolog Malala - Mädchen mit Buch des...

"Therese Raquin" am Theater SCALA in Wien
Am Stadttheater Mödling wurde Therese Raquin von Paris Kosmidis nach dem...

UA: "Schöne neue Welt" am Staatsschauspiel Dresden
"Gemeinschaft, Gleichheit, Stabilität" – so lautet die Maxime des...

Neu bei FBE: "Hundswetter" von Brigitte Buc
Helene ist taffe Geschäftsfrau, aufopfernde Ehefrau und Mutter. Lulu ist...

Anja Hilling mit "was innen geht" für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2014 nominiert
Wir freuen uns, dass Anja Hillings Stück was innen geht nun auf der Shortlist...

DSE: "Trennung für Feiglinge" von Clément Michel in Hannover
Der vielseitige Theatermacher Clément Michel hat mit Trennung für Feiglinge...

UA: "Die letzte Soirée" am Wolfgang Borchert Theater Münster
"An Alfred Flechtheim schieden sich die Geister. Die einen hielten ihn für...

Neu bei DESCH: "Die Lüge" von Florian Zeller
Alice und Paul, seit zwanzig Jahren verheiratet, haben ihre besten Freunde,...

Zum Wiederentdecken: "Silk Stockings (Ninotschka)" von Cole Porter
Ninotschka: Es gibt wohl kaum eine rasantere Filmkomödie als Ernst Lubitschs...


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Bild von Federico García LorcaGarcía Lorca, Federico

1898 in Fuente Vaqueros als Sohn eines Großbauern und einer Lehrerin geboren bringt García Lorca noch als Student der Rechtswissenschaften und der Literatur sein erstes Stück auf die Bühne. Ein Jahr später, 1921, erscheint sein erster Gedichtband. Als Lyriker wird García Lorca der "Generation von 1927" zugerechnet, einer zwischen dem Symbolismus und dem Surrealismus stehenden Dichtergruppe. Zu den Freunden des auch musikalisch interessierten und aktiven Dichters zählen Manuel de Falla, Luis Buñuel und Salvador Dalí.

1932 gründet García Lorca das Studententheater "La Barracca". Mit klassischem spanischen Repertoire bereist er mit der Truppe ganz Spanien. 1933 entstehen Bluthochzeit und In seinem Garten liebt Don Perlimplín Belisa. Als Autor und Regisseur eigener und fremder Werke wird er in Südamerika gefeiert. In bürgerlich konservativen Kreisen heftig kritisiert, wird García Lorca im August 1936 von den Falangisten verhaftet und in der Nähe von Viznar (Granada) ermordet.

Lorcas Werk ist den Traditionen seiner Heimat, ihrer Musik und ihrem Theater, ihren Mythen und Märchen, den Sitten und Gebräuchen, der Landschaft und der Geschichte tief verbunden. Der archaischen Kraft und Gewalt des Kollektivs steht der Freiheitsdrang des Individuums entgegen, Maskierung und Demaskierung prägen das Mit- und Gegeneinander seiner Figuren, ihr Anspruch auf Glück und dessen Verweigerung lässt sie aufbegehren, an den Normen einer sie unterjochenden Gesellschaft zerbrechen oder resignieren.

Die Emotionalität seiner Stoffe, die Musikalität seiner Sprache, die Vielseitigkeit seiner Formen und die Suggestionskraft seiner Stimmungen begründen Lorcas internationalen Ruhm. Sie haben ihn zugleich zu einem der am meisten vertonten Dramatiker des 20. Jahrhunderts gemacht.

 

Bluthochzeit

(Bodas de sangre)
Lyrische Tragödie in drei Akten
und sieben Bildern
Deutsch von Enrique Beck / in der Bearbeitung von Herbert Meier
6D, 4H, Nebendarsteller

Dorf in Andalusien, dreißiger Jahre. Ein junger Bauer trifft Hochzeitsvorbereitungen. Seine Mutter ist voller Sorge über die angestrebte Verbindung. Ihren Mann und den älteren Sohn hat sie durch Blutrache der Familie Félix verloren. Auch Leonardo, der ehemalige Verlobte der Braut, der mittlerweile allerdings mit einer anderen verheiratet ist, gehört zu der feindlichen Sippe. Die Mutter des Bräutigams und der Vater der Braut verabreden die Hochzeit. Alles scheint geregelt, aber die Braut zeigt sich nervös, als sie erfährt, dass Leonardo in der Nähe ist.
Leonardo, der sich seiner Ehefrau entfremdet hat, sucht am Hochzeitstag immer wieder die Begegnung mit der Braut. Er macht ihr den Vorwurf, ihn nur deshalb nicht geheiratet zu haben, weil er zu arm sei. Während des Festes wird die Braut immer unruhiger und macht sich schließlich trotz aller guten Vorsätze mit Leonardo auf und davon. Das Fest findet ein jähes Ende, als der Bräutigam die Verfolgung aufnimmt und die Mutter sich mit ihrer Familie aus dem Haus der Braut zurückzieht.
Das entflohene Paar wird nachts in einem Wald gestellt. Der Mond in der Gestalt eines Holzfällers lässt sie nicht entkommen, und der Tod im Kostüm einer Bettlerin hat schon Position bezogen. Der Bräutigam und Leonardo erstechen sich gegenseitig im Kampf um die Braut. Zurück bleiben die trauernden Frauen, allen voran die Mutter und die junge Witwe.

Den Anstoß für diese Tragödie erhielt Lorca durch einen Zeitungsbericht. Seine Ausgestaltung der authentischen Geschichte um Ehrverlust und Blutrache sprengt jedoch den realistischen Rahmen des bäuerlichen Milieus.

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Dieses Stück liegt auch in folgender Fassung vor:

Bluthochzeit
Deutsch von Enrique Beck