19.11.2017

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Deutscher Hörspielpreis: "'Broken German' muss man hören!"
Broken German von Tomer Gardi gewinnt den Deutschen Hörspielpreis. Das knapp...

Wiederentdeckt: "Woman of the Year" von John Kander und Fred Ebb
Woman Of The Year – ein witziges und hintersinniges Musical, in dessen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
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Deutscher Jugendliteraturpreis 2017 Kategorie Bilderbuch: "Hier kommt keiner durch!"
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Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
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"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
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Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
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Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Carwitz (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses, es folgten zahlreiche Inszenierungen, u.a. von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater, Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen und Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt. Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen u.a. "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte), "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle., "Jeder stirbt für sich allein" (2016; mit Emma Thompson, Brendan Gleeson, Daniel Brühl, Regie: Vincent Perez).

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung

Hans Falladas Werk wird im Aufbau Verlag verlegt.


Weitere Informationen zu Hans Fallada

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Fallada, Hans

Fallada, Hans
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Dies Herz, das dir gehört

Roman von Hans Fallada


Eine anmutige, nicht alltägliche Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen jungen Menschen: dem weichen und verwöhnten Jungen aus gutem Hause, der erfahren möchte, wer er wirklich ist, und der lebensklugen, schönen Verkäuferin aus der Markthalle am Berliner Alexanderplatz, die mit ungebrochener Kraft ihre Liebe durch alle Gefährdungen steuert. Wie ein Blitz trifft es sie bei ihrer ersten Begegnung in der lauten, vollen Kneipe am Berliner Alexanderplatz, zwischen all den Fleischergesellen, Botenjungen, Käsefräulein. Johannes Wiebe und Johanna Lark – Hannes und Hanne. Sie sind füreinander bestimmt, das wissen sie. Die Kraft ihrer Liebe überwindet alle Widrigkeiten. Ein Märchen, gewiss, denn wo könnte das Gute noch so sicher über das Böse siegen. In dieser einfachen, schlichten Konstruktion legt Hans Fallada das ganze erzählerische Gewicht auf die originellen Figuren und das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Liebenden, die sich schließlich als lebende und Nehmende immer ähnlicher werden.

Dies Herz, das dir gehört sollte eigentlich ein Film werden: mit Zarah Leander und Mathias Wieman in den Hauptrollen. In 16 Arbeitstagen, im Schreibfieber wie immer, bringt Fallada das Manuskript zu Papier. Am 5. November 1939 sendet er es dem Tonfilmstudio Carl Froelich & Co., doch sein Auftraggeber ist unzufrieden, er wünscht Veränderungen. Noch deutlichere Zugeständnisse an die NS-Propaganda oder wirkungsvollere Szenen für die Hauptdarstellerin? Fallada quält sich mit der Überarbeitung, doch schließlich bleibt das ganze Projekt im Studio auf der Strecke. Keine Rede mehr vom Film, aber auch nicht mehr vom Manuskript. Das erschien erstmals 1994 im Aufbau-Verlag.

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.