Aktuelle Nachrichten

UA von Felicia Zellers "Der Fiskus" am Staatstheater Braunschweig
Am 18. Januar ist die Uraufführung von Felicia Zellers neuem Stück Der Fiskus...

Hörspiel des Jahres 2019: "GEH DICHT DICHTIG!" von Ruth Johanna Benrath
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste hat GEH DICHT DICHTIG! von...

DSE: "Vor dem Entschwinden" am Rheinischen Landestheater Neuss
Am 11. Januar ist am Rheinischen Landestheater, Neuss die deutschsprachige...

Prämiert: Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen 2020
Die Jury hat getagt und aus über 150 Einsendungen die drei Gewinner der...

Premiere: "Der starke Stamm" am Residenztheater München
Am 23. Januar hat Der starke Stamm von Marieluise Fleißer am Residenztheater,...

UA: "Apeiron" von Anja Hilling am Theater Bonn
Am 24. Januar ist die Uraufführung von Anja Hillings Stück Apeiron am Theater...

Neu bei FBE: "Brüder" von Jackie Thomae
Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt in ihrem...

Neu bei FBE: "Unser Dorf" von Klaus Chatten
Mia Fängewisch ist Witwe. Vor genau einem Jahr ist ihr Mann Hubert...

Neu bei FBE: "I and You" von Lauren Gunderson
Einfühlsam und voller Humor erzählt Lauren Gunderson von der Suche zweier...

Neuübersetzungen: "Die Nashörner" und "Bunbury"
Die Neuübersetzungen von Die Nashörner und Bunbury unterstreichen die...

"Sprachschön und brutal": Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
Felicia Zeller wird mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2020...


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Hildebrandt, Dieter

Dieter Hildebrandt (nicht jener Dieter Hildebrandt, der Kabarettist, sondern dieser), geboren 1932 in Berlin, schrieb bis 1968 Theaterkritiken und Berlin-Berichte für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", danach für "Publik". Er veröffentlichte literarische Arbeiten über Voltaire und Lessing. Neben einer Reihe von Fernseh-Reportagen über die Theatersituation in der Bundesrepublik und einem Fernsehfilm über Lessing veröffentlichte er den Roman der Straße "Die Leute vom Kurfürstendamm", den Roman des Klaviers im 19. Jahrhundert "Pianoforte", die verschmitzte Liebeserklärung an seine Heimatstadt "Deutschland deine Berliner" und die rororo-Monographie "Ödön von Horvárth" (Bd. 231). Dieter Hildebrandt lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Hessen.

 

Duell in Sanssouci (Friedrich II. - Voltaire)

Aus Texten und Briefen zusammengestellt
2H
UA: Mai 1971, Theater unbekannt Ort unbekannt

Das Duell in Sanssouci beginnt mit Schmeichelarien, die der junge Kronprinz dem französischen Sprachmeister schickt. Friedrich ist in seinen Formulierungen hier der plumpe, idealistische Moralist. Der Höflichkeitsüberschwang von beiden Seiten wechselt in eine scharfe Tonlage, als aus dem prinzlichen Schwärmer die selbstbewusste Majestät wird. Seine Werbungen ähneln nun fast schon Befehlen.

Wunderbar getränkt mit gallischem Witz und versteckter Bosheit sind die Vorbehalte, mit denen der Weltmann aus dem klimatisch angenehmen Frankreich sich der kalten Potsdamer Provinz nähert. Selbst seine Lobsprüche auf das strebsame Potsdam stecken voll hinterhältiger Tücken.

In einem wechselvollen Alptraum von drei Jahren wird dann die Idylle der beiden fürstlichen Genies zur Nervenstrapaze. Der eitle, hypochondrische Dichter mit seiner Lust an Intrigen und Tricks wirbelt die biedere Berliner Gesellschaft durcheinander.

Voltaires Zicken lassen die Huld der Majestät zur giftigen Herrschaftsgeste verkommen. Im Epilog bekunden dann 20 Jahre später die beiden alten Herren ihre Bereitschaft zur Versöhnung.

Die Auswahl der Briefe und Texte von Friedrich II. und Voltaire durch Dieter Hildebrandt ist klug, auch in ihrer Beschränkung. Sie zeichnt mit charakteristischen Auszügen den allgemeinen und privaten Hintergrund der berühmten Affaire. Sie macht Appetit durch funkelnde, ironische Pointen. Sie gestattet zugleich die Bestätigung der Erkenntnis, dass sich im Umgang von Intellektuellen während der Jahrhunderte kaum etwas verändert hat: Wehe, wenn ihre Eitelkeiten aufeinander losgelassen!