18.02.2018

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Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von James Matthew BarrieBarrie, James Matthew

James Matthew Barrie wurde am 6. Mai 1860 in der schottischen Kleinstadt Kirriemuir als eines von zehn Kindern einer Handweberfamilie geboren. Prägend war für ihn vor allem der starke Einfluss seiner Mutter, von der er die keltische Phantasie und die religiöse Überzeugung übernahm.
Bis 1883 besuchte er die Universität von Edinburgh, arbeitete als Journalist in Nottingham und London, wo er bis zu seinem Tode 1937 lebte. Dort begann Barrie seine Theaterkarriere.
Mitte der Neunziger tat er mit "Walker, London" den ersten Schritt Richtung Bühne, bereits 1903 wurden gleich drei seiner Dramen in London aufgeführt – "Quality Street", Zurück zur Natur (The Admirable Crichton), "Little Mary". Im darauffolgenden Jahr schrieb er das wohl populärste seiner Werke, Peter Pan oder Das Märchen vom Jungen, der nicht groß werden wollte.
Nach einer 14-jährigen Pause des Schweigens schrieb Barrie noch zwei Stücke biblischen Inhalts, die sich vollkommen von den früheren unterschieden.
Barrie, der geborene Geschichtenerzähler, appelliert in seinen Stücken vor allen Dingen an das Gefühl, er kannte die Schwächen der Gesellschaft, wollte aber nicht sie, sondern den Einzelmenschen reformieren.
Die äußeren Umstände waren ihm wohlgesonnen – 1913 wurde er zum Baron erhoben, 1922 erhielt er den Order of Merit, war eng befreundet mit George Bernhard Shaw, George Meredith, Thomas Hardy, W. E. Henley, erhielt Würdentitel diverser Universitäten – er war ein wohlhabender Mann, geliebt und geehrt von seinem ganzen Volke.
Der Schlüssel zu seinem Wesen als Mensch und Schriftsteller jedoch liegt vielleicht in seinen eigenen Worten: "Alles, was geschieht, nachdem wir zwölf Jahre alt sind, hat nicht mehr viel zu bedeuten." Eine unerschöpfliche Phantasie, warmherziger Humor und brillanter Witz, eine Satire, die niemals bitter schmeckt, eine Spur echten Sentiments und meisterliche Theaterfertigkeit, das sind die wesentlichen Ingredienzen des dramatischen Werkes James Matthew Barries, das die englische Komödie der Jahrhundertwende neu belebte. Fast ein halbes Jahrhundert beherrschte er das englische Theater, übertroffen nur von seinem großen Landsmann G. B. Shaw.

 

Der entscheidende Augenblick

(The Twelve-Pound Look)
Einakter
Deutsch von Heinrich Fischer
2D, 2H

In einem Haus in Londons vornehmsten Wohnviertel Mayfair proben Sir Harry Sims, seine Frau Lady Sims und der Butler Tombes für die Zeremonie des Ritterschlags, die kurz bevorsteht. Der erfolgreiche Geschäftsmann Sims platzt vor Stolz. Für dieses besondere Ereignis, wurde auch eine Sekretärin angeheuert. Doch als die Schreibkraft Kate und Sir Sims sich begegnen, bröckelt die Fassade des herrischen Erfolgsmenschen Sims, denn die beiden kennen sich aus der Vergangenheit.

Kate war Sims erste Frau, die ihn vor vierzehn Jahren verlassen hat. All die Jahre dachte Sims, es wäre wegen eines anderen Mannes gewesen. Nun möchte er natürlich wissen, wer derjenige war. Doch Kate erzählt ihm die noch viel verletzendere Wahrheit: Sie hat Sims verlassen, weil sie sich an seiner Seite gelangweilt und unterdrückt gefühlt hat. Die Freiheit war ihr ein Leben ohne Reichtum wert. Sie lernte Tippen und verdiente sich so ihr Geld für die Emanzipation. Sims ist erbost, schockiert und voller Unverständnis. Seine jetzige Frau wäre niemals so dumm, ihr schönes Leben an seiner Seite aufzugeben. Kate ist da anderer Meinung, ein Leben an seiner Seite ist Verschwendung - für jede kluge Frau.

Barries Einakter ist eine augenzwinkernde Absage an die Haustyrannei und eine charmante Ermutigung zur Emanzipation.