30.07.2010
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![]() | Pillau, Horst |
Horst Pillau wurde 1932 in Wien geboren, ist aber seit dem zweiten Lebensjahr Berliner. Seit dem siebzehnten Lebensjahr ist er freier Schriftsteller.
Zu seinen bekanntesten Bühnenstücken zählt u. a. das 1969 zusammen mit Curth Flatow verfasste Das Fenster zum Flur, das bisher in rund 350 Inszenierungen zu sehen war und mit Inge Meysel und Rudolf Platte verfilmt wurde.
Anschließend machte sich Pillau mit der Berliner Kaiser-Trilogie, bestehend aus Der Kaiser vom Alexanderplatz, Der Kaiser von Neukölln und Der Kaiser vom Potsdamer Platz, einen Namen. Die Trilogie erzählt die Geschichte des Kneipenwirts Wilhelm Kaiser in den wichtigsten Stationen der Berliner Nachkriegsgeschichte und wie dessen Einsatz und Erfindungsgeist unter Beweis stellt, dass man auch in schweren Zeiten das Leben mit Humor meistern kann.
Weitere Bühnenerfolge sind Ein praktischer Arzt, Sohn gegen Vater, Buddha spricht nur mit Männern, Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen (nach den Brüdern Grimm), Der eingebildete Kranke (musikalische Fassung nach Molière), Guten Tag, Herr Liebhaber (mit Brigitte Mira) und viele andere.
Für das Theater am Kurfürstendamm, Berlin, verfasste Pillau das Stück Zille. Das Auftragswerk über den Berliner Künstler Heinrich Zille feierte im Februar 2009 mit Walter Plathe in der Titelrolle erfolgreiche Uraufführung.
Neben seinen zahlreichen Arbeiten für das Theater, waren auch Pillaus Fernsehspiele und -serien erfolgreich, darunter "Spätsommer" mit Martin Held, "Kudammgeschichten", "Geisterbehörde" mit Erik Ode, "Ein Mann macht klar Schiff" mit Hans Joachim Kulenkampff, "Die Wilsheimer" mit Hansjörg Felmy, Gila von Weitershausen und Iris Berben, "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" nach Fontane sowie "Es muss nicht immer Kaviar sein" nach Johannes Mario Simmel und viele andere.
Auszeichnungen:
Bundesfilmprämie
Filmförderungsprämie
Goldener Aeskulapstab
Goldene Nadel der Dramatikerunion
Bundesverdienstkreuz am Bande
Volksstück in fünf Bildern
5D, 6H
Ein Wartezimmer voller Liebeskranker und Hobby-Doktoren mit eigenen Therapieempfehlungen, nicht gerade die besten Bedingungen, um seiner Berufung als Mediziner zu folgen … Doch für Dr. Benthien steht das Wohl seiner Patienten immer an erster Stelle und so reibt er sich auf zwischen Herzschmerz, Wehwehchen und widerspenstigen Patienten.
Vor dieser Einsatzbereitschaft müssen schließlich seine Ehefrau, die Sprechstundenhilfe und seine Urlaubsvertretung Dr. Gaebeler kapitulieren. Für Dr. Benthien kein Grund auch aufzugeben, sein Leben gehört den Patienten und seiner Praxis, nur hier fühlt sich der Workaholic noch lebendig.
Horst Pillau ist ein mutiges, satirisches Stück gelungen, in dem auch die Nebenhandlungen lebendig sind. Seine Szenen zeichnen sich nicht nur durch treffenden Wortwitz und genaue Charakterisierung aus, sondern haben durchweg den für ein gutes Volksstück unerlässlichen sozialen Kern.