24.01.2018

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Kuno ist ein Draufgänger, ein Energiebündel und Alleskönner: hundert Kugeln...

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Zum Wiederentdecken: "Bach. Das Leben eines Musikers." von Thomas Sutter
Bach. Das Leben eines Musikers. ist eine szenische Biographie und ein...

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Neu bei FBE: "Der Vogel Anderswo" von Stephan Wolf-Schönburg
In Damaskus lebt der kleine Nunu. Sein bester Freund ist ein kleiner Vogel....

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Bild von Paula VogelVogel, Paula

hatte mit ihrem Stück "Fahrstunde mit Onkel Peck" in New York ihren Durchbruch als Dramatikerin und wurde dafür mit mehreren Preisen ausgezeichnet – 1997 mit dem Lortel, Drama Desk, Outer Critics Circle Award für Best Play, mit ihrem zweiten Obie, und 1988 erhielt sie den Pulitzer Preis für Drama. Paula Vogel lebt als Bühnen- und Drehbuchautorin in Providence/Mass.

 

Fahrstunde mit Onkel Peck

(How I Learned To Drive)
Deutsch von Christina Ebertz
2D, 3H
UA: 16.03.1997, Vineyard Theatre New York
DSE: 16.09.1998, Theater Dortmund

Püppi erlebt ihre Jugendjahre in den 60er Jahren im US-Bundesstaat Maryland. Mit ihrer Familie und ihren Schulkameraden kann sie wenig anfangen, einzig mit ihrem Onkel Peck scheint sie etwas zu verbinden. Und auch Onkel Peck ist von Püppi fasziniert, auf eine etwas zwiespältige Art und Weise. Als Püppi elf Jahre alt ist, überredet er sie zur ersten gemeinsamen Autofahrstunde. Ihre Mutter warnt sie vor Annäherungen ihres Onkels, doch Püppi lässt die körperliche Nähe, die Peck bei ihr sucht, zu. Und so werden die Fahrstunden zu immer anzüglicheren Annäherungen ihres alkoholkranken und pädophilen Onkels.

Während der Fahrstunden, die Püppis ganze Pubertät begleiten, wird ihr Onkel immer zudringlicher. An Püppis 18. Geburtstag eskaliert die Situation. Peck, der die Tage bis dahin gezählt hat, lädt sie in ein Hotelzimmer ein, will mit ihr schlafen, seine Frau verlassen und Püppi heiraten. Doch Püppi, der familiären Umgebung längst auf das College entflohen, weist ihn zurück, empfindet jedoch gleichzeitig Mitleid mit ihm. Am Ende des Stücks erleben wir Püppi als erwachsene Frau, die über die Grenzüberschreitungen ihres Onkels nicht hinwegkommt, ihren Körper ablehnt. Peck ist nach einem Rückfall in den Alkoholismus längst ums Leben gekommen.

Paula Vogel erzählt mit geschickten Zeitsprüngen und origineller dramatischer Technik eine aufwühlende Geschichte einer zerrütteten Familie und einer zerstörten Jugend. Das Stück ist ein erschreckender Spiegel einer Gesellschaft, aber auch eine ebenso feinfühlige wie originelle Darstellung der ambivalenten Beziehung zwischen Peck und Püppi, die sich als Außenseiter der Familie gefährlich nahe kommen. 1997 feierte es am New Yorker Vineyard Theatre seine Uraufführung und wurde mehrfach ausgezeichnet, 1998 mit dem Pulitzer Preis für Dramatik.