10.12.375

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Eine Auswahl: Familienstücke für die Weihnachtszeit
Auch wir können uns dem vorweihnachtlichen Glanz nicht entziehen und haben...

Aktuell: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Am 1. November eröffnete Johan Simons seine Intendanz am Schauspielhaus...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...

Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Neu bei FBE: "Ich werde nicht hassen" von Izzeldin Abuelaish
Dies ist die Geschichte von Dr. med. Izzeldin Abuelaish, einem...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...


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Hochwälder, Fritz

Der österreichische Autor Fritz Hochwälder wurde am 28. Mai 1911 in Wien geboren, wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf und erlernte zunächst, ebenso wie sein Vater, das Tapeziererhandwerk. Er bildete sich in Abendkursen fort und begann, Stücke zu schreiben. Bereits als 19-jähriger verfasste er erste Hörspiele und Dramen. 1938 emigrierte er nach der Besetzung Österreichs in die Schweiz nach Zürich. Durch ein Arbeitsverbot durfte er seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben und seine "Liebhaberei", das Schreiben, wurde die Grundlage für seine berufliche Entwicklung. Das heilige Experiment, ein Drama um Kampf und Niederlage eines südamerikanischen Jesuitenstaates, wurde zum Welterfolg.

Für seine Werke erhielt er zahlreiche Auszeichnungen: 1955 den Grillparzer-Preis, 1956 den Literaturpreis der Stadt Wien und 1966 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Fritz Hochwälder starb am 21. Oktober 1986 in Zürich; er wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt.

 

Der Flüchtling

Schauspiel in drei Akten
1D, 2H
UA: 05.09.1945, Theater und Orchester Biel Solothurn Biel

Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei Menschen aufeinander. Der Flüchtling versucht, sich vor den totalitären Machthabern in Sicherheit zu bringen, und hat sich in das Häuschen eines Grenzwächters gerettet. Seine politische Überzeugung bleibt unklar, er könnte sich auch als Fanatiker entpuppen. Der obrigkeitstreue Grenzwächter hingegen stellt sich zunehmend als Opportunist heraus. Und dessen junge Frau gerät in vielerlei Hinsicht zwischen die beiden Männer. Die Handlung, die sich über nur wenige Stunden erstreckt, wird vorangetrieben von der Frage, welche dieser drei Personen den Schritt über die Grenze wagen wird. Die Antwort ist überraschend.

Die Biographie des österreichischen Autors, der 1938 ins Schweizer Exil ging, legt nahe, dass die im Stück nicht näher benannte Grenze geographisch und zeitlich genau eingeordnet werden kann. Aber „Der Flüchtling“ reicht weit über die konkrete historische Situation hinaus. Fritz Hochwälder entwickelt aus der bedrohlichen Grundsituation ein kraftvolles psychologisches Kammerspiel, bei dem die Einsätze der drei Handelnden von Beginn an enorm hoch sind. Gleichzeitig wirkt sich die extreme Landschaft auf die Handlung aus: Der Bergkamm scheint fast unüberwindlich, und aus dem engen Tal drängen die misstrauischen Dorfbewohner herauf.

Mit seiner Mischung aus gewaltiger Naturkulisse und tiefer innerer Verunsicherung macht Hochwälder das menschliche Drama vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche erfahrbar.

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