30.07.2010
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![]() | Topor, Roland |
Roland Topor, Sohn polnischer Emigranten, lebte und arbeitete als Autor, Maler, Regisseur und Bühnenausstatter in Paris. Seine gesammelte Arbeit ist stark von den Surrealisten beeinflusst. Das Bizarre, Groteske und Alptraumhafte wurde zu seinem Markenzeichen und machte ihn zum Meister der makabren Pointe.
Das Multitalent war ein hochbegabter und vielseitiger Künstler, der sich nie spezialisieren wollte. Er schrieb sowohl Drehbücher als auch Romane, sein bekanntester ist "Der Mieter", den Roman Polanski verfilmt hat. Er selbst schuf hinreißende Zeichentrick- und Animationsfilme, für die er u.a. in Cannes ausgezeichnet wurde. Als Schauspieler stand er auch vor der Kamera, so in Herzogs "Nosferatu" und Schlöndorffs "Eine Liebe von Swann". Er entwarf auch Film- und Theaterplakate (über viele Jahre für die Münchner Kammerspiele). Mit seinen international erfolgreichen Theaterstücken machte er sich insbesondere in Deutschland einen Namen als Dramatiker.
(Fatidik et Opéra)
Widerliches Stück in sechzehn Wiederholungen
Deutsch von Marion Kagerer
1D, 1H
UA: 1993, Podewil Berlin
Sechzehn Mal endet eine Szene zwischen Opera, dem großen Star der Folies-Bergères, und Fatidik, dem kleinen Büroangestellten, mit dem lakonischen Hinweis der Autors: "Fatidik bumst Opera." Dieses umwerfend komische Ritual trauert um die Vergänglichkeit unserer Liebesleidenschaften und weist zugleich unerbittlich auf das verlogene Pathos unserer opernhaften Liebesbeteuerungen. Was bleibt, ist banal und trostlos zugleich: die Liebe.