19.02.2018

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Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Freunde und Feinde

(Friends And Enemies)
Zwei Einakter
Deutsch von Asta-Irene von Berger
3H

Freunde
Aus der Unterrichtstunde, die ein alter, vom Leben ramponierter Lehrer einem verzogenen Jüngelchen gibt, wird ein Match um die Selbstbehauptung sowohl des Lehrers, der gepeinigt ist von Existenzangst, wie des Schülers, der von den Reizwirkungen der äußeren Lebenserscheinung mehr geprägt wurde als von der Beherrschung des menschlichen Geistes. Mit infantiler Grausamkeit versucht er, seinen Lehrer zu erniedrigen, um seine geistige Dürftigkeit zu kompensieren. Er ist ein Produkt der Fehlerziehung, die Bildung anbietet, statt zu fordern, die Kinder umwirbt, statt sie zu erziehen. Folgerichtig erlebt der Junge einen Zusammenbruch, als sich erweist, dass die Eltern keine Zeit für ihn haben. Nun ist es der verachtete Lehrer, der ihn wieder aufrichtet und es versteht, sie beide zu Freunden aus Hassliebe zu machen.

Feinde
Der Kellner Gittelmann öffnet seit 5 Jahren jeden Abend das Restaurant eine Stunde früher für den Stammgast, Herrn Miller, der ihm dafür ein nettes Trinkgeld gibt, die individuelle Bedienung genießt, auf diese Weise einmal am Tag den großen Mann spielt und den Kellner auf sadistische Weise demütigt. In Wahrheit ist Miller arm wie ein Bettler und in seiner kläglichen Existenz abhängig von seinen Söhnen. Der Kellner Gittelmann dagegen braucht das Trinkgeld von ihm, um seinen Töchtern eine angemessene Ausbildung bieten zu können. Fünf Jahre hat er die Demütigungen ertragen, nun aber, als er im Gespräch Millers Hilflosigkeit feststellt, zahlt er endlich mit gleicher sadistischer Freude die Erniedrigungen zurück. So wird das Gleichgewicht im Verhalten der beiden alten Feinde wieder hergestellt. Sie sind einander wieder ausgeliefert. Keiner kann den anderen missen.