21.01.2702

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Premiere: "Schöne neue Welt" am Altonaer Theater
Robert Koalls Bühnenfassung von Schöne neue Welt nach dem Roman von Aldous...

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Zum Wiederentdecken: "Bach. Das Leben eines Musikers." von Thomas Sutter
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Premiere: "Hier kommt keiner durch!" an den Wuppertaler Bühnen
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Aktuelles: "Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer am Maxim Gorki Theater, Berlin
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Aktuelles: "Alice" von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater München
Am 23.11.2017 hatte Alice von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater...


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Feuchtwanger, Lion

Feuchtwanger wurde am 7. Juli 1884 in München geboren. Er studierte Philologie und Philosophie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der pazifistisch-sozialkritische Schriftsteller aus Deutschland ausgebürgert; seine Werke fielen der Bücherverbrennung zum Opfer. Feuchtwanger flüchtete nach Frankreich, wo er bis zu seiner Inhaftierung 1940 lebte. Noch im gleichen Jahr gelang ihm die Flucht über Spanien und Portugal in die USA. Zusammen mit Bertolt Brecht und Willi Bredel gab Feuchtwanger hier die Emigrantenzeitschrift "Das Wort" heraus. In seinem ersten historischen Roman, Die häßliche Herzogin (1923, später unter dem Titel "Margarete Maultasch" veröffentlicht), beschrieb er das Leben in Tirol im 14. Jahrhundert. Ihm folgten Jud Süß (1925), ein Roman, der im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, und die Josephus-Trilogie, bestehend aus den Romanen Der jüdische Krieg (1932), Die Söhne (1934) und Der Tag wird kommen (1945).

In seinem dokumentarischen Roman Erfolg (1930) stellte Feuchtwanger die Ereignisse in München ab der Revolution von 1919 bis 1930 dar. Der Roman stellt den ersten Teil seiner "Wartesaal-Trilogie" dar, in der sich der Autor mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzte. Zu Feuchtwangers bedeutenden Werken, die er nach seiner Flucht aus Deutschland im amerikanischen Exil schrieb, gehören Die Geschwister Oppermann (1933) und Exil (1940), der zweite und dritte Teil der "Wartesaal-Trilogie" sowie die Romane "Waffen für Amerika" (1947, auch unter dem Titel Die Füchse im Weinberg erschienen) und Die Jüdin von Toledo (1954, 1955 auch unter dem Titel "Spanische Ballade" erschienen).

Feuchtwanger starb am 21. Dezember 1958 in Los Angeles.

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Lion Feuchtwanger
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis

Roman


Francisco Goya, Bauernsohn aus Aragon, ist ein talentierter Künstler, der im Stil seiner Zeit malt und die gesellschaftliche Wirklichkeit des spätabsolutistischen Spaniens zum Ende des 18. Jahrhunderts hinnimmt. Als er zum bedeutendsten Maler seines Landes, zum Ersten Maler des Königs, aufsteigt, fallen ihm wie erträumt Reichtum, Ansehen, Titel, Ämter und die einzige Frau, die er je geliebt hat und je lieben wird, Cayetana, Herzogin von Alba, zu. Er könnte zufrieden sein mit sich und der Welt, doch da sind die Anfälle plötzlicher Taubheit, Dämonen, die sich über ihn stürzen, wenn die Vernunft schläft. Seine liberal gesinnten Freunde wollen ihn zudem dazu verleiten, durch seine Malerei dem verlotterten Jahrhundert den Spiegel vorzuhalten. Goya, der das Erreichte zunächst nicht gefährden möchte, erkennt allmählich die Missstände des stark katholisch geprägten spanischen Feudalstaates. Es entstehen die "Capriccios", Karikaturen des Hochmuts und der Eitelkeit des Adels; auch das schreckliche Verfahren der Inquisition ist hier Thema. So überwindet Goya in seiner Kunst die ästhetischen Dogmen des Absolutismus, und Harmonie und Idealisierung weichen einer grellen, zur fürchterlichen Fratze verzerrten Wirklichkeit.

Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis entsteht 1951 im Exil in Amerika. Wie in vielen vorangegangenen Romanen wählt Feuchtwanger eine historische Umbruchepoche, in die er das Geschehen verlegt. Die Figuren, die Feuchtwanger auftreten lässt, sind Täter und Opfer, keine "Helden". Menschen, die von ihren Hoffnungen und Ängsten getrieben handeln. Der künstlerische Weg Goyas vom "L’art pour l’art"-Maler zum Intellektuellen, der sich den politischen Ereignissen seiner Zeit stellt, lässt sich auf Feuchtwangers eigene Künstlerschaft übertragen. Den inneren Kampf, die Skepsis, der Standort "zwischen den Fronten", Feuchtwanger weiß aus eigener Erfahrung, wovon er hier schreibt. Marta Feuchtwanger kommentierte das Buch treffend als "Goya is a kind of Konfession".

"Das höchste Lob, das Einer ernten konnte, war: ‚It's nearly like Feuchtwanger'."
Thomas Mann

Hinweis: Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken des Autors Lion Feuchtwanger zu erstellen.