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Neu bei FBE: "Peter Pan" von CocoRosie & Robert Wilson
Robert Wilson und das amerikanisch-französische Freak-Folk-Duo CocoRosie...

Ausgewählt: Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen 2020
Die Jury hat getagt und aus über 150 Einsendungen die drei Gewinnerstücke der...

"Sprachschön und brutal": Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
Felicia Zeller wird mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2020...

UA: "Die Bademattenrepublik" am JES
Am 1. Dezember war die Uraufführung von Die Bademattenrepublik nach dem...

DSE: Nina Segals "Nachts (bevor die Sonne aufgeht)" in Mainz
Am 14. Dezember ist die deutschsprachige Erstaufführung von Nina Segals Stück...

Neuübersetzungen: "Die Nashörner" und "Bunbury"
Die Neuübersetzungen von Die Nashörner und Bunbury unterstreichen die...

"Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Theater Osnabrück
Am 7. Dezember hat die Inszenierung von Philipp Löhles Stück Die Mitwisser...

SE: Chris D’Arienzos "Rock of Ages" in Emmenbrücke
Am 14. Dezember ist am Le Théâtre in Emmenbrücke die Schweizer Erstaufführung...


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Bild von Felicia ZellerZeller, Felicia
© Ralf Hiemisch 

Felicia Zeller, geboren in Stuttgart, schreibt Theatertexte, Hörspiele und Prosa und arbeitet als Medienkünstlerin. 1998 Diplom an der Filmakademie Baden-Württemberg. 1999/2000 Hausautorin am Theater Rampe in Stuttgart. Auslandsaufenthalte, Medienprojekte, Teilnahme an Festivals, Kolumnen für die Stuttgarter Zeitung, Leseperformances. 2008, 2011, 2013, 2015 und 2016 Einladungen zu den Mülheimer Theatertagen mit den Stücken Kaspar Häuser Meer (Publikumspreis 2008), Gespräche mit Astronauten, X-Freunde, Wunsch und Wunder sowie Zweite allgemeine Verunsicherung. 2013 wird X-Freunde in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten deutschsprachigen Stück gewählt.

Weitere Auszeichnungen (Auswahl):
- 1993 Baden-Württembergischer Jugendtheaterautorenpreis für Immer einen Hund gehabt/plane crazy (1928)
- 1999/2000 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg - 2008 Publikumspreis des 33. Mülheimer Dramatikerpreis für Kaspar Häuser Meer
- 2009 Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg für "Einsam lehnen am Bekannten" (Kurzprosa, erschienen im Lilienfeld Verlag)
- 2013 Hermann-Sudermann-Preis für Dramatiker

Website von Felicia Zeller

 

Ich, dein großer analoger Bruder, sein verfickter Kater und du

2D, 2H
UA: 06.11.2016, Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Das Setting ist eine klassische Wohngemeinschaft: Es wird viel geraucht und viel geredet: Über Politik, Beziehungsprobleme, das Einhalten des Putzplans, die nächste Party. Plötzlich liegt da ein Typ mit seinem Kater auf der WG-Couch. Alle halten ihn für den "großen Bruder" von irgendjemandem. Der Neue, Alec, ist ein umgänglicher Typ. Da er sich alles mitnotiert, kennt er bald alle Termine, Pläne und Bedürfnisse. Schleichend macht sich jedoch ein Wandel breit: Sogenannte Bewohnerkontrolleinheiten (BKE) regeln fortan das Zusammenleben. Das Badezimmer kann nur noch betreten, wer laut sein Geschlecht ruft, effiziente Gespräche werden mit Aufmerksamkeits-, das Füttern des Katers mit Gemeinschaftspunkten belohnt. Eine Anwesenheitsliste kontrolliert das Kommen und Gehen. Als der verfettete Kater "versehentlich" stirbt, wird das Ausmaß der Abhängigkeit vom analogen Bruder offenkundig.

Felicia Zeller überträgt in ihrem Stück die allgemeine digitale Sorglosigkeit in die Offline-Welt. Die Komödie wird zum Politthriller, als Journalistin A. von den Schergen jener Regierung bedroht wird, über die sie kritisch berichtet hat. Als sie erneut in jenes Land einreist, verliert sich ihre Spur. "Diese Wendung ermöglicht der Autorin ohne erhobenen Zeigefinger ein zentrales Dilemma der Big-Data-Ära greifbar zu machen: Das angesagte, blauäugige Nichts-zu-Verbergen-Haben ist ein Luxus. Leisten kann ihn sich, wer in einer einigermaßen stabilen Demokratie lebt. Und vor allem, wer den Blick über den eigenen Wohlfühlhorizont hinaus streng vermeidet." (Cornelia Fiedler am 8.11.2016 in der Süddeutschen Zeitung)

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