30.07.2010

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Der Mann, der Sherlock Holmes war
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Zwei nette kleine Damen auf dem Weg nach Norden
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The Black Rider
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Woyzeck
von Tom Waits , Kathleen Brennan und Robert Wilson

Alice
von Tom Waits , Kathleen Brennan und Robert Wilson

Curtains - Vorhang auf für Mord!
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Bild von Carl SternheimSternheim, Carl

Mit seinem Dramenwerk gehört Carl Sternheim, der am 1. April 1878 als ältestes von sieben Kindern eines jüdischen Bankiers in Leipzig geboren wurde, zu den bedeutendsten und meist gespielten Autoren des deutschen Expressionismus. Schon im Alter von sechs Jahren kam Sternheim erstmals mit dem Theater in Kontakt: Seine Familie war nach Berlin umgezogen, wo sein Onkel Direktor des Belle-Alliance-Theaters war.

Das Vermögen seiner zweiten Frau Thea Löwenstein geb. Bauer ermöglichte es Sternheim, sich schon früh ausschließlich auf die Schriftstellerei zu konzentrieren. Seine ersten Versuche als Lyriker ("Fanale", 1902) und Dramatiker ("Das eiserne Kreuz", Auf Krugdorf, beide 1902) erhielten jedoch kaum Resonanz. Erst sein Lustspiel Die Hose avancierte zu einem Erfolg, wobei der Skandal, der sich um die Uraufführung 1911 rankte, ebenso vorteilhaft für Sternheims Durchbruch auf dem Theater gewesen sein dürfte wie die Tatsache, dass sich Max Reinhardt des Autors angenommen hatte und zusammen mit Felix Hollaender zahlreichen Dramen Sternheims am Deutschen Theater Berlin zur Uraufführung verhalf.

Die Hose markiert zugleich den ersten Teil seines Dramenzyklus’ "Aus dem bürgerlichen Heldenleben", zu dem daneben die Werke Der Snob, 1913, Das Fossil, Die Kassette sowie Bürger Schippel zählen und der eine in der deutschen Literatur einzigartige Komödienfolge darstellt, deren gesellschaftssatirischer Inhalt nicht selten mit einem Aufführungsverbot zur Zeit der Entstehung geahndet wurde. Besonderes Markenzeichen Sternheims ist die Reduktion der Sprache hin zu einem stakkatoartigen "Telegramm"-Stil. Auf Adjektive und metaphorische Umschreibungen wird weitgehend verzichtet. Neben der gesteigerten Geschwindigkeit der Dialoge offenbart Sternheim dadurch die Phrasenhaftigkeit der ideologisch gewendeten Sprache.
Sternheim war vor allem von den Komödien Frank Wedekinds und Molières Komik beeinflusst. Seiner Vorliebe für die französische Dramatik verlieh er mit zahlreichen Bearbeitungen französischer Autoren Ausdruck, darunter Der Kandidat nach Flaubert, Der Geizige nach Molière, Die Marquise von Arcis nach Diderot sowie Manon Lescaut nach Prévost.

Nach dem Ende des Kaiserreiches bemühte sich Sternheim, seine Satire auf die unter der Oberfläche kaum veränderten Verhältnisse der Weimarer Republik zu übertragen. Werke wie Der entfesselte Zeitgenosse oder Der Nebbich zeigten sich jedoch auf dem Theater zur damaligen Zeit wenig erfolgreich. Im Jahre 1930 siedelte Sternheim nach Belgien über, wo er mit seiner dritten Frau Pamela Wedekind, der Tochter Frank Wedekinds, bis zu seinem Tod am 3. November 1942 lebte. Seine Dramen und Prosawerke wurden 1933 in Deutschland verboten. Seit dem Zweiten Weltkrieg zählen zahlreiche seiner Theaterstücke zum festen Bestandteil der Spielpläne. Seine Prosawerke hingegen, wie die "Chronik von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn", gerieten zunehmend in Vergessenheit. Sternheims Darstellungen des Verhältnisses zwischen Individuen und Gesellschaft, seine Entlarvungen der gesellschaftlichen Mechanismen sind letztlich zeitlos und haben in ihrer Objektivität und Schärfe nichts an Aktualität verloren.

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Sternheim, Carl

Carl Sternheim (1878-1942)
Autorenbroschüre

 

John Pierpont Morgan

Schauspiel
2D, 18H, Statisterie
frei zur UA

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.