![]() | Topor, Roland |
Roland Topor, Sohn polnischer Emigranten, lebte und arbeitete als Autor, Maler, Regisseur und Bühnenausstatter in Paris. Seine gesammelte Arbeit ist stark von den Surrealisten beeinflusst. Das Bizarre, Groteske und Alptraumhafte wurde zu seinem Markenzeichen und machte ihn zum Meister der makabren Pointe.
Das Multitalent war ein hochbegabter und vielseitiger Künstler, der sich nie spezialisieren wollte. Er schrieb sowohl Drehbücher als auch Romane, sein bekanntester ist "Der Mieter", den Roman Polanski verfilmt hat. Er selbst schuf hinreißende Zeichentrick- und Animationsfilme, für die er u.a. in Cannes ausgezeichnet wurde. Als Schauspieler stand er auch vor der Kamera, so in Herzogs "Nosferatu" und Schlöndorffs "Eine Liebe von Swann". Er entwarf auch Film- und Theaterplakate (über viele Jahre für die Münchner Kammerspiele). Mit seinen international erfolgreichen Theaterstücken machte er sich insbesondere in Deutschland einen Namen als Dramatiker.
(Joko fête son anniversaire)
Deutsch von Nikolaus Klocke
3D, 6H
UA: 1975, Théatre de Poche Brüssel
Eines Tages findet ein wissenschaftlicher Kongress statt. Dessen Teilnehmer wollen kreuz und quer durch die Stadt getragen werden. Während die Kollegen den Rücken krümmen, weigert Joko sich. Er will sich nicht erniedrigen. Da aber seine Ablehnung die Arbeit der anderen gefährdet, ändert er seine Haltung.
Plötzlich bleibt einer der Kongressteilnehmer an Joko kleben. Auch alle anderen Menschen, die ihn zu befreien suchen, bleiben an ihm haften. In völliger Verzweiflung versteckt er sich mit seinen unfreiwilligen Begleitern in seinem Zimmer. Dort wird Joko für seine vermeintliche Schuld geschlagen und obendrein seine Schwester ins Zimmer gelockt, getötet und verspeist. Bei dem Versuch, ihren Sohn zu befreien, richtet seine Mutter ein Gemetzel an. Doch der Wahnsinn nimmt kein Ende.