30.04.2016

Aktuelle Nachrichten

"Clivia" am Theater Osnabrück
Einen Ausflug in die Republik Boliguay macht am 30. April das Ensemble des...

Neu bei FBE: Ronja von Rönne "Wir kommen"
Ein Feuilletonist: Ich sprech jetzt mal für die gesamte Kulturlandschaft, ist...

DSE: "Hundewetter" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 24. April 2016 findet an der Komödie am Kurfürstendamm, Berlin die...

UA: "Einstein" am Theater Hof
Am 22. April ist Einstein-Urauführung am Theater Hof! Dann klaut der...

Neu bei DESCH: "Die Kehrseite der Medaille" von Florian Zeller
Patrick und Laurence haben sich getrennt! Ein Schock für ihre langjährigen...

Neu bei FBE: "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" von Eva Blum und Matthias Witting
Eva Blum und Matthias Witting haben Christoph Wortbergs Roman Der Ernst des...

UA: "Alles Familie" am Theater für Niedersachsen in Hildesheim
Am 14. April um 15 Uhr zeigt das Theater für Niedersachsen in Hildesheim in...

DSE: "Mandel und Seepferdchen" von Kaite O'Reilly am Mainfranken Theater Würzburg
Joe, Anfang 30, hat nach einem Gehirntumor sein Kurzzeitgedächtnis verloren....

Neu bei FBE: "Luisa Fernanda" von Federico Moreno Torroba
Wenn die Stimmung im Publikum überkocht, die deutsche Gemütlichkeit sich mal...

ÖEA: "Beautiful Thing" am Theater der Jugend in Wien
Sich zu seiner Liebe zu bekennen und zu ihr zu stehen, kann zum Kampf werden,...

Neu bei FBE: "Zukunft Europa" von Ariane Koch und Joël László
Ariane Koch und Joël László erhielten vom Theater Marie in Aarau den Auftrag,...

Neu bei FBE: "Heute Nacht oder nie" / UA: Komische Oper Berlin
Am 1. April kehren die Geschwister Pfister und Stefan Kurt zurück an die...

30 Jahre "Linie 1" am Grips Theater
Jubiläum! Am 30. April feiert das Grips Theater den 30. Geburtstag von Linie...

Antonia Bill gewinnt Publikumspreis in Bensheim
Wir freuen uns mit Antonia Bill! Sie gewann den diesjährigen Publikumspreis...


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Aktuelle Premierenberichte
Bild von Roland ToporTopor, Roland
Foto: © Hans-Jürgen Lechtreck  

Roland Topor, 1938 als Sohn polnisch-jüdischer Emigranten geboren, lebte und arbeitete u.a. als Autor, Maler, Regisseur und Bühnenausstatter in Paris. Seine gesammelte Arbeit ist stark von den Surrealisten beeinflusst. Das Bizarre, Groteske und Alptraumhafte wurde zu seinem Markenzeichen und machte ihn zum Meister der makabren Pointe.

Das Multitalent war ein hochbegabter und vielseitiger Künstler, der sich nie spezialisieren wollte. Er schrieb sowohl Drehbücher als auch Romane, darunter „Memoiren eines alten Arschlochs“ und den von Roman Polanski verfilmten Roman „Der Mieter“, in dem der Regisseur selbst die Hauptrolle übernahm. Er schuf hinreißende Zeichentrick- und Animationsfilme, für die er u.a. in Cannes ausgezeichnet wurde. Als Schauspieler stand er auch vor der Kamera, so in Herzogs "Nosferatu" und Schlöndorffs "Eine Liebe von Swann". Er entwarf auch Film- und Theaterplakate (über viele Jahre für die Münchner Kammerspiele). Mit seinen international erfolgreichen Theaterstücken machte er sich insbesondere in Deutschland einen Namen als Dramatiker. In seinen Werken blickt Topor hinter die blendende Fassade und zeigt die Abgründe und Ängste der Menschen, die er in überspitzten, surealen Bildern ausdrückt.

 

Kampf im Dunkel

(Bataille dans le noir)
Düsteres Zwischenspiel in drei Akten
Deutsch von Jürgen Bansemer
1D, 2H
DSE: 14.11.2002, Theater unterm Dach Berlin

Bühne und Zuschauerraum sind abgedunkelt. In dieses Dunkel hinein sprechen die beiden Protagonisten, Pénard und Laboure. Sie scheinen die beiden letzten Überlebenden zu sein, nichts ist mehr vorhanden, nicht einmal die Sonne. Die beiden tasten sich durch ein Nirgendwo, vielleicht sind sie ja auch blind? Um das zu testen, suchen sie ein Streichholz und entzünden es. In diesem kurzen erhellenden Moment sieht man, das noch eine weitere Person auf der Bühne ist: die Heilige Jungfrau Maria. Pénard und Laboure finden kurze Zeit später einen Pilz, der Laboure in einen Zustand zwischen Tod und Leben befördert, in dem er wieder auf Maria trifft. Sie träumt davon, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren und mit dem passenden Mann davonzugehen. Da wacht Laboure auf, viele Jahre sind vergangen, Pénard hat bereits Frau und Kind. Laboure ist glücklich, dass er seinen alten Freund wiedergetroffen hat in der Dunkelheit, doch kurz darauf ist er wieder allein, Pénard und seine Familie haben den Rest des Pilzes gegessen ...

Ganz in der Tradition Becketts schafft Roland Topor einen endzeitlichen, ortlosen Raum. Es gibt keine Gründe, keinen Kontext, nur eine Situation. Nach anfänglicher Hoffnung wird klar: So wie Wladimir und Estragon vergeblich auf Godot warten, so möchte Maria, die zunächst das Dunkel erleuchtet, am liebsten selbst fliehen vor ihrer Existenz. Am Ende bleibt Laboure allein im Dunkeln zurück.