07.02.2016

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DE: "Zersplittert" von Alexandra Badea am Schauspiel Hannover
Am 07. Februar 2016 findet am Schauspiel Hannover die deutsche Erstaufführung...

ÖE und mehr: "Die Lüge" am Theater Phönix in Linz, "Vater" am Theater in der Josefstadt und am Schauspielhaus Bochum
Im Februar freuen wir uns gleich über drei Premieren von Stücken des...

Neu bei FBE: "Freiheit" von Volker Schmidt
Nana und Mark, seit einiger Zeit ein Paar, sind typische Vertreter jener...

Neu bei FBE: "Einstein – Das Musical" von Stephan Kanyar und Maren Scheel
Albert Einstein – eine Legende schon zu Lebzeiten. Er revolutionierte die...

Neu bei FBE: "Das Mädchen von weither" von Emma Broström
Ein dunkler Wald. Ein kleines Mädchen stapft einsam durch tiefen Schnee, es...

Neu bei FBE: "Bestimmt wird alles gut" von Kirsten Boie / Klett Kinderbuch
Im Klett Kinderbuch Verlag ist mit Bestimmt wird alles gut ein besonderes...

Neu bei DESCH: "Ein Freund von früher" von Peter Buchholz
Sarah und Marc haben ein stabiles Leben aufgebaut. Doch eines Tages sitzt in...

UA: "Wir sind die Neuen" von Ralf Westhoff am Theater Heidelberg
"By the way, wenn ihr damals ein bisschen flotter gewesen wärt, dann müssten...

"Der Kongress tanzt" an der Volksoper Wien
Die Volksoper tanzt! Am 20. Februar feiert die Volksoper, Wien Premiere von...

"Can-Can" in Baden bei Wien
"Ganz Paris träumt von der Liebe" – Can-Can, neben Kiss Me, Kate Cole Porters...

Zum Wiederentdecken: "Sugar Dollies" von Klaus Chatten
"This wildly satirical comedy bursts with ideas. Klaus Chatten´s mordant...


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Bild von Roland ToporTopor, Roland
Foto: © Hans-Jürgen Lechtreck  

Roland Topor, 1938 als Sohn polnisch-jüdischer Emigranten geboren, lebte und arbeitete u.a. als Autor, Maler, Regisseur und Bühnenausstatter in Paris. Seine gesammelte Arbeit ist stark von den Surrealisten beeinflusst. Das Bizarre, Groteske und Alptraumhafte wurde zu seinem Markenzeichen und machte ihn zum Meister der makabren Pointe.

Das Multitalent war ein hochbegabter und vielseitiger Künstler, der sich nie spezialisieren wollte. Er schrieb sowohl Drehbücher als auch Romane, darunter „Memoiren eines alten Arschlochs“ und den von Roman Polanski verfilmten Roman „Der Mieter“, in dem der Regisseur selbst die Hauptrolle übernahm. Er schuf hinreißende Zeichentrick- und Animationsfilme, für die er u.a. in Cannes ausgezeichnet wurde. Als Schauspieler stand er auch vor der Kamera, so in Herzogs "Nosferatu" und Schlöndorffs "Eine Liebe von Swann". Er entwarf auch Film- und Theaterplakate (über viele Jahre für die Münchner Kammerspiele). Mit seinen international erfolgreichen Theaterstücken machte er sich insbesondere in Deutschland einen Namen als Dramatiker. In seinen Werken blickt Topor hinter die blendende Fassade und zeigt die Abgründe und Ängste der Menschen, die er in überspitzten, surealen Bildern ausdrückt.

 

Kampf im Dunkel

(Bataille dans le noir)
Düsteres Zwischenspiel in drei Akten
Deutsch von Jürgen Bansemer
1D, 2H
DSE: 14.11.2002, Theater unterm Dach Berlin

Bühne und Zuschauerraum sind abgedunkelt. In dieses Dunkel hinein sprechen die beiden Protagonisten, Pénard und Laboure. Sie scheinen die beiden letzten Überlebenden zu sein, nichts ist mehr vorhanden, nicht einmal die Sonne. Die beiden tasten sich durch ein Nirgendwo, vielleicht sind sie ja auch blind? Um das zu testen, suchen sie ein Streichholz und entzünden es. In diesem kurzen erhellenden Moment sieht man, das noch eine weitere Person auf der Bühne ist: die Heilige Jungfrau Maria. Pénard und Laboure finden kurze Zeit später einen Pilz, der Laboure in einen Zustand zwischen Tod und Leben befördert, in dem er wieder auf Maria trifft. Sie träumt davon, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren und mit dem passenden Mann davonzugehen. Da wacht Laboure auf, viele Jahre sind vergangen, Pénard hat bereits Frau und Kind. Laboure ist glücklich, dass er seinen alten Freund wiedergetroffen hat in der Dunkelheit, doch kurz darauf ist er wieder allein, Pénard und seine Familie haben den Rest des Pilzes gegessen ...

Ganz in der Tradition Becketts schafft Roland Topor einen endzeitlichen, ortlosen Raum. Es gibt keine Gründe, keinen Kontext, nur eine Situation. Nach anfänglicher Hoffnung wird klar: So wie Wladimir und Estragon vergeblich auf Godot warten, so möchte Maria, die zunächst das Dunkel erleuchtet, am liebsten selbst fliehen vor ihrer Existenz. Am Ende bleibt Laboure allein im Dunkeln zurück.