01.05.2016

Aktuelle Nachrichten

"Clivia" am Theater Osnabrück
Einen Ausflug in die Republik Boliguay macht am 30. April das Ensemble des...

Neu bei FBE: Ronja von Rönne "Wir kommen"
Ein Feuilletonist: Ich sprech jetzt mal für die gesamte Kulturlandschaft, ist...

DSE: "Hundewetter" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 24. April 2016 findet an der Komödie am Kurfürstendamm, Berlin die...

UA: "Einstein" am Theater Hof
Am 22. April ist Einstein-Urauführung am Theater Hof! Dann klaut der...

Neu bei DESCH: "Die Kehrseite der Medaille" von Florian Zeller
Patrick und Laurence haben sich getrennt! Ein Schock für ihre langjährigen...

Neu bei FBE: "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" von Eva Blum und Matthias Witting
Eva Blum und Matthias Witting haben Christoph Wortbergs Roman Der Ernst des...

UA: "Alles Familie" am Theater für Niedersachsen in Hildesheim
Am 14. April um 15 Uhr zeigt das Theater für Niedersachsen in Hildesheim in...

DSE: "Mandel und Seepferdchen" von Kaite O'Reilly am Mainfranken Theater Würzburg
Joe, Anfang 30, hat nach einem Gehirntumor sein Kurzzeitgedächtnis verloren....

Neu bei FBE: "Luisa Fernanda" von Federico Moreno Torroba
Wenn die Stimmung im Publikum überkocht, die deutsche Gemütlichkeit sich mal...

ÖEA: "Beautiful Thing" am Theater der Jugend in Wien
Sich zu seiner Liebe zu bekennen und zu ihr zu stehen, kann zum Kampf werden,...

Neu bei FBE: "Zukunft Europa" von Ariane Koch und Joël László
Ariane Koch und Joël László erhielten vom Theater Marie in Aarau den Auftrag,...

Neu bei FBE: "Heute Nacht oder nie" / UA: Komische Oper Berlin
Am 1. April kehren die Geschwister Pfister und Stefan Kurt zurück an die...

30 Jahre "Linie 1" am Grips Theater
Jubiläum! Am 30. April feiert das Grips Theater den 30. Geburtstag von Linie...

Antonia Bill gewinnt Publikumspreis in Bensheim
Wir freuen uns mit Antonia Bill! Sie gewann den diesjährigen Publikumspreis...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Karl WittlingerWittlinger, Karl

Am 17. Mai 1922 wird Karl Wittlinger als einziges Kind eines Kunsttischlers in Karlsruhe geboren. Nach seinem Abitur 1940 leistet er seinen Wehrdienst, wird in Afrika eingesetzt, erleidet Kriegsverwundung und französische Gefangenschaft. 1946 beginnt er sein Studium der Germanistik und Anglistik in Freiburg i. Br. und arbeitet zum Broterwerb in verschiedenen Berufen (Heizer, Nachtwächter, Dolmetscher, Hauslehrer). Erste unveröffentlichte schriftstellerische Arbeiten, u.a. fürs Theater, entstehen. 1949 wird er Leiter einer englischsprachigen Studentenbühne und heiratet.

Von 1950 bis 1952 ist Karl Wittlinger Dramaturg und Regieassistent an den Städtischen Bühnen Freiburg. Er entschließt sich 1953, ausschließlich als freier Bühnenautor zu arbeiten. 1956 wird sein Stück Kennen Sie die Milchstraße? an den Städtischen Bühnen Köln uraufgeführt. Das Stück wird ein großer Erfolg, im In- und Ausland vielfach nachgespielt und mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1962 wird sein Fernseh- spiel Seelenwanderung erstmals vom WDR gesendet und als bestes TV-Spiel des Jahres mit dem Prix Italia und dem Internationalen Preis von Monte Carlo ausgezeichnet. 1968 wird Wittlinger Künstlerischer Beirat des Stadttheaters Konstanz. 1970 zieht er nach Berlin. In den folgenden Jahren entstehen fast ausschließlich Arbeiten fürs Fernsehen, u.a. Fernsehspiele für ZDF und SFB, z. B. "Ein Mann will nach oben" nach Hans Falladas Roman. 1982 übersiedelt er nach Horben bei Freiburg im Breisgau. Am 22. November 1994 stirbt Karl Wittlinger in Lippertsreute.

 

Kennen Sie die Milchstraße?

Komödie in vier Bildern mit einem Vor- und Nachspiel
2H
UA: 24.11.1956, Schauspiel Köln
UA erweiterte Fassung: 1975

Samuel Kiefer ist statistisch tot, aber biologisch lebendig. Das bringt dem seit zehn Jahren vermissten Soldaten einige Unannehmlichkeiten: Sein Mädchen hat inzwischen einen anderen geheiratet. Und seine Güter haben die Dorfbewohner gierig und gerecht unter sich aufgeteilt. Johannes Schwarz ist biologisch tot, aber statistisch lebendig – diese Tatsache könnte die Schwierigkeiten des Samuel Kiefer vielleicht beheben.

Der Versuch, unter dem Namen Johannes Schwarz sein Leben zu führen, gestaltet sich jedoch nicht ganz einfach – dieser fristete nämlich ein mehr als dubioses Dasein. Samuel Kiefer alias Johannes Schwarz wird durch die Behördenmangel der Nachkriegszeit gedreht und gelangt zu der Erkenntnis: "Das menschliche Leben und die Behörden – das hat überhaupt nichts miteinander zu tun." Erzählt und dargestellt wird diese Geschichte vor den Patienten einer Nervenheilanstalt von Samuel Kiefer höchstselbst und seinem Arzt Dr. Neuross, dessen Vorleben auch nicht ohne ist.

Kennen Sie die Milchstraße? war in der Spielzeit 1958/59 das meistgespielte Stück in der Bundesrepublik. Wittlinger schrieb dieses Stück "aus Ärger", da er "abgesehen von Borcherts 'Draußen vor der Tür' nur schlechte und ganz humorlose Heimkehrerstücke sah." Und es beschäftigte ihn "das Problem eines Menschen", der in seiner Vorstellungswelt "ein Kind bleibt: Naiv und kompromisslos... ; und wie es einem solchen Menschen in unserer Welt der schönen Realitäten ergehen würde." Fokussiert man die Geschichte auf den Weg eines Menschen, der außerhalb der Gesellschaft steht, sich aber in diese Gesellschaft einfügen will, und dem diese Integration versagt wird, gelangt man zu einem zeitlos relevanten Thema.