26.03.2015

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Neu bei FBE: "Schwestern im Geiste" von Thomas Zaufke und Peter Lund
Emanzipation? Kein Thema mehr. Für die achtzehnjährige Milly jedenfalls...

"Wie werde ich reich und glücklich?" in Weimar
Am 20. März wird am Deutschen Nationaltheater Weimar verraten, wie man am...

20. März 2015: Welttag des Kinder- und Jugendtheaters
"Theater ist wichtig für jedes Kind von frühester Kindheit an. Durch die...

DE: "Grimm!" an der Neuköllner Oper Berlin
Am 19. März feiert die gewitzte Märchen-Neuinterpretation Grimm! von Thomas...

DSE: "Vater" am St. Pauli Theater in Hamburg
Am 30.03.2015 findet im St. Pauli Theater in Hamburg die deutschsprachige...

Neu bei FBE: "Welt der Taumler" von Fanny Sorgo
Fanny Sorgos neuer Text Welt der Taumler ist ein Konvolut von vielfältigsten...

Neu bei DESCH: "Zwei Männer ganz nackt" von Sébastien Thiéry
Alain Kramer ist erfolgreicher Anwalt, Vater von zwei erwachsenen Kindern und...

UA: "Pocahontas 2015 (Show Must Go On)" am Theater Baden-Baden
"Dann wollen wir doch sehen wie die wilde Naturschönheit den sexy Englishman...

UA: "Wake up and Dream – Ein Cole-Porter-Songbook" am Nationaltheater Mannheim
Wir freuen uns mit Wake up and Dream – Ein Cole-Porter-Songbook auf eine...

Neue Bücher für die Bühne / Leipziger Buchmesse
Vom 12. bis 15. März werden auf der Leipziger Buchmesse wieder zahlreiche...

Neu bei FBE: "Seite Eins" von Johannes Kram
Marco ist Journalist. Boulevardjournalist aus ganzer Überzeugung. Tratsch und...

Neu bei FBE : "Nichts ist schöner" von Anka Hirsch und Norbert Ebel
Warum sollte philosophieren eigentlich nur etwas für Philosophen sein?...

Neu bei DESCH: "Unter falschen Brüdern" von Peter Buchholz
Peter Buchholz' neues Stück Unter falschen Brüdern ist eine spannende und...

Nick Wood und Anja Tuckermann jetzt bei FBE
Nick Wood und Anja Tuckermann gehören zu den renommierten und wichtigen...


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Bild von Karl WittlingerWittlinger, Karl

Am 17. Mai 1922 wird Karl Wittlinger als einziges Kind eines Kunsttischlers in Karlsruhe geboren. Nach seinem Abitur 1940 leistet er seinen Wehrdienst, wird in Afrika eingesetzt, erleidet Kriegsverwundung und französische Gefangenschaft. 1946 beginnt er sein Studium der Germanistik und Anglistik in Freiburg i. Br. und arbeitet zum Broterwerb in verschiedenen Berufen (Heizer, Nachtwächter, Dolmetscher, Hauslehrer). Erste unveröffentlichte schriftstellerische Arbeiten, u.a. fürs Theater, entstehen. 1949 wird er Leiter einer englischsprachigen Studentenbühne und heiratet.

Von 1950 bis 1952 ist Karl Wittlinger Dramaturg und Regieassistent an den Städtischen Bühnen Freiburg. Er entschließt sich 1953, ausschließlich als freier Bühnenautor zu arbeiten. 1956 wird sein Stück Kennen Sie die Milchstraße? an den Städtischen Bühnen Köln uraufgeführt. Das Stück wird ein großer Erfolg, im In- und Ausland vielfach nachgespielt und mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 1962 wird sein Fernseh- spiel Seelenwanderung erstmals vom WDR gesendet und als bestes TV-Spiel des Jahres mit dem Prix Italia und dem Internationalen Preis von Monte Carlo ausgezeichnet. 1968 wird Wittlinger Künstlerischer Beirat des Stadttheaters Konstanz. 1970 zieht er nach Berlin. In den folgenden Jahren entstehen fast ausschließlich Arbeiten fürs Fernsehen, u.a. Fernsehspiele für ZDF und SFB, z. B. "Ein Mann will nach oben" nach Hans Falladas Roman. 1982 übersiedelt er nach Horben bei Freiburg im Breisgau. Am 22. November 1994 stirbt Karl Wittlinger in Lippertsreute.

 

Kennen Sie die Milchstraße?

Komödie in vier Bildern mit einem Vor- und Nachspiel
2H
UA: 24.11.1956, Schauspiel Köln
UA erweiterte Fassung: 1975

Samuel Kiefer ist statistisch tot, aber biologisch lebendig. Das bringt dem seit zehn Jahren vermissten Soldaten einige Unannehmlichkeiten: Sein Mädchen hat inzwischen einen anderen geheiratet. Und seine Güter haben die Dorfbewohner gierig und gerecht unter sich aufgeteilt. Johannes Schwarz ist biologisch tot, aber statistisch lebendig – diese Tatsache könnte die Schwierigkeiten des Samuel Kiefer vielleicht beheben.

Der Versuch, unter dem Namen Johannes Schwarz sein Leben zu führen, gestaltet sich jedoch nicht ganz einfach – dieser fristete nämlich ein mehr als dubioses Dasein. Samuel Kiefer alias Johannes Schwarz wird durch die Behördenmangel der Nachkriegszeit gedreht und gelangt zu der Erkenntnis: "Das menschliche Leben und die Behörden – das hat überhaupt nichts miteinander zu tun." Erzählt und dargestellt wird diese Geschichte vor den Patienten einer Nervenheilanstalt von Samuel Kiefer höchstselbst und seinem Arzt Dr. Neuross, dessen Vorleben auch nicht ohne ist.

Kennen Sie die Milchstraße? war in der Spielzeit 1958/59 das meistgespielte Stück in der Bundesrepublik. Wittlinger schrieb dieses Stück "aus Ärger", da er "abgesehen von Borcherts 'Draußen vor der Tür' nur schlechte und ganz humorlose Heimkehrerstücke sah." Und es beschäftigte ihn "das Problem eines Menschen", der in seiner Vorstellungswelt "ein Kind bleibt: Naiv und kompromisslos... ; und wie es einem solchen Menschen in unserer Welt der schönen Realitäten ergehen würde." Fokussiert man die Geschichte auf den Weg eines Menschen, der außerhalb der Gesellschaft steht, sich aber in diese Gesellschaft einfügen will, und dem diese Integration versagt wird, gelangt man zu einem zeitlos relevanten Thema.