02.09.2015

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Neu bei DESCH: "Weihnachten auf dem Balkon" von Gilles Dyrek
Endlich Weihnachten - das Fest der Liebe, der Verheißungen und...

Neu bei FBE: "Intrigration - Sie sind unter uns" von Ekat Cordes
Der Brand des Asylantenheimes am Ende der Straße ist gelöscht, da wird erneut...

Zum Wiederentdecken: "Mylady" von Éric-Emmanuel Schmitt
"Wenn 'Die drei Musketiere' die Geschichte von Jungs ist und den Jungs...

Neu bei FBE: "Ein neuer Sommer" von William Boyd
Als Kolja von seinen alten Freunden Tanja und Sergej auf deren Landsitz...

Sommertheaterpremieren Teil 2
Für Verzauberung und Verzückung sorgen die Frankenfestspiele Röttingen mit...

DSE: "Die Studentin und Monsieur Henri" am Winterhuder Fährhaus
Am 24. Juli findet an der Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg die...

"Roadmovie": Hörspiel von Esther Becker im Berliner Autokino
Eine verlassene Tankstelle – irgendwo im Nirgendwo. Zwei verlassene Frauen –...

Sommertheaterpremieren Teil 1
Die Natur ist grün, der Wind mild und es wird wärmer - all das verrät uns,...


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Bild von Georg KaiserKaiser, Georg

Der 1878 in Magdeburg geborene Dichter zählte zwischen 1917 (UA Die Bürger von Calais) und 1933 zu den meistgespielten expressionistischen Dramatikern Deutschlands. Sendungsbewusst verkünden seine mathematisch durchkonstruierten Stücke eine Botschaft. Seine von Station zu Station gehetzten Figuren verkörpern Ideen, wirken ruhelos wie seine Sprache. Nach seinem lange erwarteten Durchbruch 1917 schrieb er Stück auf Stück, insgesamt mehr als 70 Dramen, drei Romane, Erzählungen und über 170 Gedichte.

Obwohl Kaiser 1908 eine reiche Kaufmannstochter geheiratet hatte und seit 1918 erhebliche Tantiemen erhielt, reichten die finanziellen Mittel kaum zum Unterhalt seines aufwändigen Lebensstils, der ihm als Dichter seiner Meinung nach zustand. Infolge einer Unterschlagung wurde er 1921 zu einem Jahr Haft verurteilt.

1933 belegten ihn die Nationalsozialisten mit Schreib- und Aufführungsverbot. 1938 entzog sich Kaiser einer drohenden Verhaftung durch Flucht in die Schweiz. Unter ärmlichen Verhältnissen leidend reflektierte er mit Hilfe biblischer und historischer Stoffe die Problematik der Zeit und seines immer noch übersteigerten Ichs. Am 4. Juni 1945 starb er in Ascona (Tessin).

 

König Hahnrei

Tragikomödie in fünf Akten
2D, 20H, Nebendarsteller

König Marke wird durch seine Vertrauten über die Untreue seines Weibes Isolde mit Tristan aufgeklärt. Er selbst hat ein Gespräch der beiden Liebenden belauscht, in dem Isolde von Umarmungen und Küssen ihres sechsjährigen Bruders erzählte. Diese einzige vermeintliche Untreue Isoldes, von der Marke persönlich erfahren hat, wird allmählich zu seiner fixen Idee, die ihn über Isoldes eigentliche und wirkliche Untreue, von der er laufend neue Nachrichten erhält, hinwegtäuscht.

Zum Schluss beseitigt er alle Mitwisser an der Liebe seiner beiden Schützlinge und tötet eigenhändig den jungen Kaedon, als dieser ein Gespräch der Liebenden belauscht, in dem sich diese den Verlust ihrer einstigen Liebe gestehen. Weil die Liebe Tristans und Isoldes unter der stillschweigenden Duldung des Königs erlahmt ist, beschließt dieser, Tristan zu töten; er wirft den Speer und tötet zugleich Isolde, als diese Tristan mit ihrem Körper decken will.