30.03.2017

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stoffrechte.de geht mit der Leipziger Buchmesse 2017 online!
FBE Stoffrechte gehört zum Verlag Felix Bloch Erben mit Sitz in Berlin...

"Prinzessin Nofretete" von Nico Dostal in Leipzig
Am 25. März stürzt sich die Musikalische Komödie Leipzig mit Prinzessin...

DSE: "Rose Rose Rose" am Theater der jungen Welt Leipzig
Roses Zimmer ist ein Labor. Experimente sind im vollen Gange. Wir sind in...

ÖEA: "Sofies Welt" beim Musical Frühling in Gmunden
Das erfolgreiche norwegische Autorenduo Øystein Wiik und Gisle Kverndokk...

UA: "Heimat ist kein Ort" von Olivier Garofalo am Théâtre National du Luxembourg
Olivier Garofalo hat sein Stück Heimat ist kein Ort im Auftrag des Théâtre...

Jubiläum: Der Komponist John Kander feiert 90. Geburtstag
Am 18. März feiert einer der ganz großen des Broadway, der Komponist John...

Joël László eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2017
Die Auswahl steht fest: Es freut uns sehr, dass Joël László mit seinem Text...

Neu bei FBE: "Dienstags bei Kaufland" von Emmanuel Darley
Immer dienstags kümmert sich Roberta um ihren Vater. Sie verbringt den Tag...

Neu bei FBE: "Ein Mann geht durch die Wand" von Michel Legrand und Didier van Cauwelaert
Herr Dutilleul ist ein recht gräulicher, aber doch sympathischer Postbeamter....

Neu bei DESCH: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
Lucie ist 35 und bereits eine sehr erfolgreiche Autorin, doch nun hat sie...

Neu bei FBE: Jörg Menke-Peitzmeyer
Wir freuen uns sehr, Jörg Menke-Peitzmeyer neu in unserem Verlag vertreten zu...

Neu bei FBE: "Rock of Ages" von Christopher D'Arienzo
1987. Das Ende der grottigen Achtzigerjahre in Hollywood ist endlich...

Zum Wiederentdecken: "Mädi" von Robert Stolz, Alfred Grünwald und Leo Stein
Die Großstadt-Operette Mädi wurde 1923 in Berlin uraufgeführt. Komponiert von...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

König Johann

Nach Shakespeare
5D, 20H, Statisterie
UA: 18.09.1968, Theater Basel

Als Uraufführung eröffnete Dürrenmatts Bearbeitung von Shakespeares "König Johann" die Spielzeit 1968/69 am Theater Basel, in der Dürrenmatt auch Co-Direktor des Hauses war.

König Johann Plantagenet von England erreicht im Staatszimmer seines Palastes in Northampton die Nachricht und Kriegserklärung in spe von Frankreichs König Philipp II. Dieser fordert, König Johann möge seinem Neffen Arthur, derzeit Herzog von Bretagne und Sohn des um sein Reich geprellten älteren Bruders Johanns, Irland samt weiteren Ländereien überlassen. König Johann habe nämlich die grüne Insel unrechtmäßig geraubt und ausgeplündert. Während Johanns Mutter kurz für eine friedliche Einigung wirbt, was den Kostenaufwand gering halten würde, ordnet König Johann an, dass Klöster und Abteien die Auslagen des anstehenden Krieges bereitstellen sollen.

Englands Heer steht vor den Toren der westfranzösischen Stadt Angers bereit, doch vor Kampfbeginn treffen die feindlichen Parteien am Verhandlungstisch aufeinander. Die Idee, Angers Bürger sollen entscheiden, wer der Herrscher sein soll, scheitert, denn diese verweigern ihre Stellungnahme aus Furcht vor Vergeltung. Derweil der Krieg bereits beginnt.

Shakespeares Stoff "König Johann" erzählt vom Rivalenkampf um Thronrechte und Machtansprüche. Dürrenmatt sah in Shakespeares Fassung, wie auch bei "Titus Andronicus", lediglich den Rohstoff für ein Stück. Ziel seiner Bearbeitung war es, die dramaturgische Dialektik des vorhandenen Spielmaterials reiner herauszuarbeiten und die Handlung „durchsichtig“ zu machen. In einer Welt, die von Gewinnstreben geleitet wird und die Moral negiert, lässt Dürrenmatt seine Figuren das blutige Geschehen immer auch maulfaul und lapidar kommentieren und versieht das historische Drama auf diese Weise mit einer ironischen Grundkomponente. So befindet König Johanns Minister die gedeckte Hochzeitstafel zur strategischen Vermählung und Befriedung mache sich im Grunde gut vor der zerstörten Kathedrale, bloß störe der Brandgeruch und dass die Leichen noch herum lägen. Der Spiegel schrieb anlässlich der Uraufführung "Shakespeares fürstliche Heroen entpuppen sich bei Dürrenmatt als eine Bande wüster Gangster, die wirre Historie vom Familienzwist im Hause Plantagene (...) wird zu einer gruselig-grotesken Fabel von Schall und Wahn und Blut und Niedertracht."