25.02.2017

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UA: "Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen" von Anja Hilling am Theater Basel
Paul Claudel verfasste 1905 mit Mittagswende sein vielleicht abgründigstes...

Hans Falladas "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst" am Thalia Theater Hamburg
Willi Kufalt tritt nach fünfjähriger Haft mit unsicheren Schritten in das...

UA: "Der letzte Europäer" von Martina Clavadetscher am Theater Neumarkt in Zürich
Die Schweizer Autorin Martina Clavadetscher hat für das Theater Neumarkt in...

Neu bei FBE: "Die 9 Fridas" von Kaite O'Reilly
Ein schwerer Verkehrsunfall platzt in die Träume der jungen Frida Kahlo. Um...

Premiere: "Grimm!" in Wien und Hannover
Die gewitzte Märchen-Neuinterpretation Grimm! von Thomas Zaufke und Peter...

Premiere: "Linie 1" in Athen
Nächster Halt Akropolis! Volker Ludwigs Linie 1 ist auf der ganzen Welt...

Premiere: "Curtains" in Münster
Das Theater Münster serviert Thiel, Boerne und Wilsberg das Verbrechen auf...

Neu bei FBE: "Auerhaus" in der Theaterfassung von Robert Koall
Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht nach dem Muster...

Zum 70. Todestag von Hans Fallada
Am 5. Februar 1947 starb Hans Fallada im Alter von 53 Jahren. Seine Romane...

Neu bei FBE: "Lass dich sein" von Arne Lygre
Eine Frau spannt ihrer Freundin den Mann aus. Später betrügt sie ihn. Eine...

Neu bei FBE: "Bestimmt wird alles gut" von Kirsten Boie in der Theaterfassung von Konstanze Kappenstein
Was bedeutet es, neu anzufangen in einem Land, in dem alles fremd ist? Wie...

Jule Stynes "Gypsy" neuübersetzt von Henry Mason
Das preisgekrönte Musical Gypsy von Jule Styne, Stephen Sondheim und Arthur...

Zum Wiederentdecken: "Seelenwanderung" von Karl Wittlinger
Endlich wieder auf einem Spielplan: Seelenwanderung von Karl Wittlinger,...


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Bild von Alfred JarryJarry, Alfred
Alfred Jarry  

Alfred Jarry wurde am 8. September 1873 in Laval, Frankreich geboren und entstammte einer relativ wohlhabenden bretonischen Bürgerfamilie. Nachdem er seine Schulausbildung beendet hatte, bewarb er sich mehrmals vergeblich um die Aufnahme an der Ècole normale supérieure. Sein darauf folgendes Philologiestudium an der Sorbonne beendete er nie, sondern begann in dieser Zeit im Milieu der Pariser Bohème mit literarischen Produktionen aller Genres und verfasste erste literatur- und theaterkritische Essays.
Im Juni 1896 wurde Jarry vom Intendanten Lugné-Poe zum Sekretär am Théâtre de l'Oeuvre ernannt und war fortan mit Verwaltungsaufgaben, Öffentlichkeitsarbeit und Programmgestaltung betraut. Am selbigen wurde bald darauf Jarrys wohl bekanntestes Werk, das grotesk-komische Drama König Ubu inszeniert, dessen Uraufführung am 10. Dezember 1896 zu einem der berühmtesten Skandale der französischen Theatergeschichte wurde. Die Parodie von Shakespeares "Macbeth" stieß damals in der bürgerlichen Presse auf vernichtende Kritik und spaltete die Öffentlichkeit in ihrer Meinung.
Ab 1898 erschienen in verschiedenen literarischen Periodika Fragmente des Romans "Heldentaten und Ansichten des Doktor Faustroll", der als Gründungsdokument der "Pataphysik", der Wissenschaft von den imaginären Lösungen, gilt und Jarrys Nachruhm maßgeblich mitbegründete. Doch der erwünschte Erfolg seiner Werke blieb zu Lebzeiten Jarrys aus und so führte er bis zu seinem Tod am 1. November 1907 im Alter von 34 Jahren ein Dasein als Außenseiter und lebte am Rande des Existenzminimums.

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden seine Werke wiederentdeckt und gewannen an Bedeutung. So gilt Jarry heute als einer der wichtigsten Vorläufer des Surrealismus, Dadaismus und vieler anderer Formen des absurden Theaters und er war für Autoren wie Boris Vian und Eugène Ionesco literarisches Vorbild.

 

König Ubu

(Ubu roi)
Deutsch von Ulrich Bossier
2D, 12H, Nebendarsteller

Der primitive Vater Ubu ist Offizier des König Wenzeslas und lebt mit seiner Frau, Mutter Ubu, in Polen. Als ehemaliger König von Aragon stiftet ihn Mutter Ubu dazu an, König Wenzeslas zu stürzen und selbst den Thron Polens zu besteigen. Zusammen mit Hauptmann Bordure heckt er einen Plan aus, um die Königsfamilie zu vernichten. Durch reichlich Hilfe gelingt ihm schließlich der Staatsstreich und Ubu wird als neuer König gefeiert, während der einzig überlebende Sohn Bougrelas Rache schwört.
Die Euphorie des Volkes hält jedoch nicht lange an, denn die Machtbesessenheit und Habgier Ubus kennt keine Grenzen. Um sich selbst noch weiter zu bereichern, enteignet er sämtliche Adlige, erhebt schonungslos hohe Steuern und lässt Richter und Finanzbeamte hinrichten, die seinen despotischen Anweisungen widersprechen.

Ubus ehemals gutgesonnener Hauptmann Bordure wechselt darauf die Seiten und berichtet dem Zaren Alexis von den Zuständen in Polen, worauf dieser beschließt, gegen Vater Ubu vorzugehen. Während Ubu gegen den Zaren in den Krieg zieht, bleibt Mutter Ubu in Polen zurück. Sie wähnt ihre Chance, den Staatschatz an sich zu bringen, wird jedoch von Bougrelas gestürzt und aus der Stadt vertrieben. Vater Ubu ist derweilen als feiger und unfähiger Feldherr entlarvt und Polen Russland hoffnungslos unterlegen. Auf der Flucht begegnen sich Mutter und Vater Ubu wieder und gemeinsam gelingt es ihnen, nach Frankreich zu reisen, wo Vater Ubu plant, sich zum Finanzminister zu ernennen...