16.04.2014

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"Der Besuch der alten Dame" am Deutschen Theater Berlin
"Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell."...

Rückblick: "Nachtgeknister" am Düsseldorfer Schauspielhaus
"Die Lust der Grimm-Zeit, sich schaurig-schön zu gruseln, ist bis heute...

Zum Wiederentdecken: "Fletsch" von Marc Schubring, Wolfgang Adenberg und Holger Hauer
Dass Werwölfe exzellent küssen können, ist ja eigentlich eine allgemein...

Rückblick Leipziger Buchmesse
Neues von unseren Partnern der Buchverlage: Mit Spannung wird Christian...

Neu bei FBE: Claudia Tondl
Die 1980 in Wien geborene Autorin Claudia Tondl schafft es in ihren Stücken,...

Rückblick: "Jeder stirbt für sich allein" am Theater Erlangen
Am 13. März kam Hans Falladas Roman Jeder stirbt für sich allein in der...

UA: "Nichts von mir" von Arne Lygre am Stadsteatern Stockholm
Sie sind froh, dass sie sich getroffen haben, sagen sie später. Nie hätte sie...

"Das Geheimnis des Edwin Drood" am Staatstheater Wiesbaden
Auf Mördersuche kann sich am 12. April das Publikum des Hessischen...

UA: Oliver Kluck und Andreas Altmann am Schauspielhaus Graz
Die viel beachteten Autobiografie von Andreas Altmann, Das Scheißleben meines...

"Frank V." an den Landesbühnen Sachsen
An den Landesbühnen Sachsen wird derzeit Erpressung von Kunden und...

Neu bei FBE: "Das kunstseidene Mädchen" von Rainer Bielfeldt, Carsten Golbeck und Irmgard Keun
"Ein durch und durch originelles Buch, das den Leser unwiderstehlich in...


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Bild von Klaus ChattenChatten, Klaus

Klaus Chatten wurde 1963 in Lennestadt/NRW geboren. 1982 begann er sein Studium mit den Fächern Sport, Romanistik und Betriebswirtschaft in Berlin. Von 1983 bis '84 studierte er Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar, Wien und von 1984 bis '85 Schauspiel, Regie und Scene Writing am HB Studio in New York.

Er arbeitete zunächst als Schauspieler in Berlin, Hamburg und Moskau mit Anatolij Wassiljew.

Sein erstes Drehbuch zu dem Spielfilm "Stille Nacht" (Regie: Dani Levy) lief 1996 als deutscher Beitrag im Wettbewerb der Berlinale.

Als Regisseur arbeitete Klaus Chatten an der Hamburger Kampnagelfabrik ("Leonce und Lena") und zuletzt 2002 am Theater Rampe Stuttgart, wo er die Uraufführung seines Stückes Klassentreffen inszenierte.

Klaus Chatten lebt als freischaffender Autor und Regisseur in Berlin.

Auszeichnungen:

1991: Nominierung zum Nachwuchsschauspieler der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“

1994: Nominierung zum Nachwuchsdramatiker der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“, Preisträger des Wettbewerbs „Sprechtheater Werkstatt“ am Literarischen Colloquium Berlin

1995: Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin

1997: Nominierung zum Nachwuchsdramatiker der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“

2000: Stipendium „Playwright-in-residence" in der Villa Aurora, Los Angeles

2002: Literaturstipendium des Berliner Senats

 

Karussell

3D, 7H
UA: 02.10.2002, Maxim Gorki Theater Berlin

Suzanne ist es bereits. Der Filmregisseur, der weder Vor- noch Nachnamen mehr hat, wird es im Verlaufe des Stückes. Wahnsinnig. Vor Sehnsucht wahnsinnig. Karussell handelt von der Kälte der Großstadt, die die Liebe und vor allem die Intimität zur Seite schiebt. Ein Reigen nächtlicher Hauptstädtler alle am Rande der Gesellschaft, oben oder unten, alle Selbstverteidiger, alle angreifbar, alle in seelischer Überlebensrüstung.

Der HIV-positive Barmann Olli trifft auf den 39-jährigen Filmregisseur und bietet ihm einen faustischen Liebespakt an. Die durchgedrehte 50-jährige Intellektuelle Suzanne liest der somnambulen Dichterin Sanya und dem hippen Theaterautor Tim - Vertreter der Neuen Mitte - die Alt-68er Leviten. Tarik, der türkische Vorzeige-Macho - immer auf der Suche nach Ärger - "verirrt" sich im Tiergarten. Der alte Schauspieler versucht sich an den groben Zeichen der aktuellen Avantgarde. Zwischen allen traumwandelt der Wanderprophet Merlin und verkündet seine Orakelsprüche. Dazu "Lieder der Nacht" von Marianne Rosenberg oder "Nachts, wenn alles schläft": Spots über jenen Zeitraum, der dem Schlaf vorbehalten sein soll - und doch zum Träumen einlädt. Und zum Ausprobieren.

Multikulturelle Konflikte, Wahnsinn, Tod, Romantik und die Sehnsucht nach dem ganz normalen Liebesglück - Klaus Chatten hat mit nüchterner Lakonie über die Lust an den Möglichkeiten und Grausamkeiten der Nacht geschrieben.