20.09.2014

Aktuelle Nachrichten

"Therese Raquin" am Theater SCALA in Wien
Am Stadttheater Mödling wurde Therese Raquin von Paris Kosmidis nach dem...

"nachtgeschwister" in Altenburg und Gera
Auf dem Wühltisch einer Buchhandlung findet die Protagonistin ein angegilbtes...

Neu bei FBE: "Der himmelblaue Herr" von Fanny Sorgo
Großmutter Eva Zulus möchte nicht mehr in dieselbe Richtung fahren. Darum...

UA: "Schöne neue Welt" am Staatsschauspiel Dresden
"Gemeinschaft, Gleichheit, Stabilität" – so lautet die Maxime des...

Neu bei FBE: "Hundswetter" von Brigitte Buc
Helene ist taffe Geschäftsfrau, aufopfernde Ehefrau und Mutter. Lulu ist...

Anja Hilling mit "was innen geht" für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2014 nominiert
Wir freuen uns, dass Anja Hillings Stück was innen geht nun auf der Shortlist...

DSE: "Trennung für Feiglinge" von Clément Michel in Hannover
Der vielseitige Theatermacher Clément Michel hat mit Trennung für Feiglinge...

UA: "Die letzte Soirée" am Wolfgang Borchert Theater Münster
"An Alfred Flechtheim schieden sich die Geister. Die einen hielten ihn für...

Neu bei DESCH: "Die Lüge" von Florian Zeller
Alice und Paul, seit zwanzig Jahren verheiratet, haben ihre besten Freunde,...

DSE: "Malala - Mädchen mit Buch" am Jungen Schauspielhaus Hamburg
Am 24. September gelangt der Monolog Malala - Mädchen mit Buch des...

Zum Wiederentdecken: "Silk Stockings (Ninotschka)" von Cole Porter
Ninotschka: Es gibt wohl kaum eine rasantere Filmkomödie als Ernst Lubitschs...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Klaus ChattenChatten, Klaus

Klaus Chatten wurde 1963 in Lennestadt/NRW geboren. 1982 begann er sein Studium mit den Fächern Sport, Romanistik und Betriebswirtschaft in Berlin. Von 1983 bis '84 studierte er Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar, Wien und von 1984 bis '85 Schauspiel, Regie und Scene Writing am HB Studio in New York.

Er arbeitete zunächst als Schauspieler in Berlin, Hamburg und Moskau mit Anatolij Wassiljew.

Sein erstes Drehbuch zu dem Spielfilm "Stille Nacht" (Regie: Dani Levy) lief 1996 als deutscher Beitrag im Wettbewerb der Berlinale.

Als Regisseur arbeitete Klaus Chatten an der Hamburger Kampnagelfabrik ("Leonce und Lena") und zuletzt 2002 am Theater Rampe Stuttgart, wo er die Uraufführung seines Stückes Klassentreffen inszenierte.

Klaus Chatten lebt als freischaffender Autor und Regisseur in Berlin.

Auszeichnungen:

1991: Nominierung zum Nachwuchsschauspieler der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“

1994: Nominierung zum Nachwuchsdramatiker der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“, Preisträger des Wettbewerbs „Sprechtheater Werkstatt“ am Literarischen Colloquium Berlin

1995: Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin

1997: Nominierung zum Nachwuchsdramatiker der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“

2000: Stipendium „Playwright-in-residence" in der Villa Aurora, Los Angeles

2002: Literaturstipendium des Berliner Senats

 

Karussell

3D, 7H
UA: 02.10.2002, Maxim Gorki Theater Berlin

Suzanne ist es bereits. Der Filmregisseur, der weder Vor- noch Nachnamen mehr hat, wird es im Verlaufe des Stückes. Wahnsinnig. Vor Sehnsucht wahnsinnig. Karussell handelt von der Kälte der Großstadt, die die Liebe und vor allem die Intimität zur Seite schiebt. Ein Reigen nächtlicher Hauptstädtler alle am Rande der Gesellschaft, oben oder unten, alle Selbstverteidiger, alle angreifbar, alle in seelischer Überlebensrüstung.

Der HIV-positive Barmann Olli trifft auf den 39-jährigen Filmregisseur und bietet ihm einen faustischen Liebespakt an. Die durchgedrehte 50-jährige Intellektuelle Suzanne liest der somnambulen Dichterin Sanya und dem hippen Theaterautor Tim - Vertreter der Neuen Mitte - die Alt-68er Leviten. Tarik, der türkische Vorzeige-Macho - immer auf der Suche nach Ärger - "verirrt" sich im Tiergarten. Der alte Schauspieler versucht sich an den groben Zeichen der aktuellen Avantgarde. Zwischen allen traumwandelt der Wanderprophet Merlin und verkündet seine Orakelsprüche. Dazu "Lieder der Nacht" von Marianne Rosenberg oder "Nachts, wenn alles schläft": Spots über jenen Zeitraum, der dem Schlaf vorbehalten sein soll - und doch zum Träumen einlädt. Und zum Ausprobieren.

Multikulturelle Konflikte, Wahnsinn, Tod, Romantik und die Sehnsucht nach dem ganz normalen Liebesglück - Klaus Chatten hat mit nüchterner Lakonie über die Lust an den Möglichkeiten und Grausamkeiten der Nacht geschrieben.