30.07.2014

Aktuelle Nachrichten

Sommerpremieren Teil 2
Und weiter geht's mit dem zweiten Teil der diesjährigen Sommerpremieren....

DSE: "Backbeat" am Altonaer Theater Hamburg
Kaum neigt sich die Spielzeit dem Ende zu, sind in Hamburg die Pilzköpfe los...

Neuübersetzung: "High Society" von Edith Jeske, Claudia & Knut Lehmann
Als 1997 der Film "High Society" als Musical in San Francisco auf die Bühne...

"was innen geht" von Anja Hilling auf der Long List des Deutschen Jugendtheaterpreises 2014
2013 wurde was innen geht mit dem Deutsch-Niederländischen...

Neu bei FBE: Sascha Hawemanns Theaterfassung "Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe"
Am 5. Juni feierte Sascha Hawemanns Bühnenbearbeitung Meine Schwester ist...

Neu bei FBE: "Someone is Going to Come" von Knut Vaage und Jon Fosse
Er und Sie haben sich ein altes Haus gekauft, fernab der Stadt, an einer...

UA: "Jedermann" bei den Erfurter Domstufen-Festspielen
Das erprobte Autorenduo Peter Lund und Wolfgang Böhmer hat sich zum ersten...

Prix Molière für das beste Stück 2014 an "Vater" von Florian Zeller
Am 2. Juni 2014 wurde in Paris im Théâtre des Follies-Bergère erneut der...

10 Jahre "Cabaret" in Berlin – die Bar jeder Vernunft feiert Jubiläum!
Willkommen. Bienvenue. Welcome in der Bar Jeder Vernunft. Vor zehn Jahren...

UA: "Casanova" im Anhaltischen Theater Dessau
Die Herren, die am 4. Juli das Anhaltische Theater Dessau besuchen, müssen...

Zum Wiederentdecken: "Towarisch" von Jacques Deval und Curt Goetz
Prinz Ouratieff lebt mit seiner Frau unter ärmlichsten Umständen in der...

Rückblick: "Ein Mann will nach oben" am Schauspielhaus Bochum
"Karl steht verloren im Treiben: Paare flanieren, Dienstboten wuseln zwischen...


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Aktuelle Premierenberichte
Bild von Klaus ChattenChatten, Klaus

Klaus Chatten wurde 1963 in Lennestadt/NRW geboren. 1982 begann er sein Studium mit den Fächern Sport, Romanistik und Betriebswirtschaft in Berlin. Von 1983 bis '84 studierte er Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar, Wien und von 1984 bis '85 Schauspiel, Regie und Scene Writing am HB Studio in New York.

Er arbeitete zunächst als Schauspieler in Berlin, Hamburg und Moskau mit Anatolij Wassiljew.

Sein erstes Drehbuch zu dem Spielfilm "Stille Nacht" (Regie: Dani Levy) lief 1996 als deutscher Beitrag im Wettbewerb der Berlinale.

Als Regisseur arbeitete Klaus Chatten an der Hamburger Kampnagelfabrik ("Leonce und Lena") und zuletzt 2002 am Theater Rampe Stuttgart, wo er die Uraufführung seines Stückes Klassentreffen inszenierte.

Klaus Chatten lebt als freischaffender Autor und Regisseur in Berlin.

Auszeichnungen:

1991: Nominierung zum Nachwuchsschauspieler der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“

1994: Nominierung zum Nachwuchsdramatiker der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“, Preisträger des Wettbewerbs „Sprechtheater Werkstatt“ am Literarischen Colloquium Berlin

1995: Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin

1997: Nominierung zum Nachwuchsdramatiker der Saison im Jahrbuch „Theater Heute“

2000: Stipendium „Playwright-in-residence" in der Villa Aurora, Los Angeles

2002: Literaturstipendium des Berliner Senats

 

Karussell

3D, 7H
UA: 02.10.2002, Maxim Gorki Theater Berlin

Suzanne ist es bereits. Der Filmregisseur, der weder Vor- noch Nachnamen mehr hat, wird es im Verlaufe des Stückes. Wahnsinnig. Vor Sehnsucht wahnsinnig. Karussell handelt von der Kälte der Großstadt, die die Liebe und vor allem die Intimität zur Seite schiebt. Ein Reigen nächtlicher Hauptstädtler alle am Rande der Gesellschaft, oben oder unten, alle Selbstverteidiger, alle angreifbar, alle in seelischer Überlebensrüstung.

Der HIV-positive Barmann Olli trifft auf den 39-jährigen Filmregisseur und bietet ihm einen faustischen Liebespakt an. Die durchgedrehte 50-jährige Intellektuelle Suzanne liest der somnambulen Dichterin Sanya und dem hippen Theaterautor Tim - Vertreter der Neuen Mitte - die Alt-68er Leviten. Tarik, der türkische Vorzeige-Macho - immer auf der Suche nach Ärger - "verirrt" sich im Tiergarten. Der alte Schauspieler versucht sich an den groben Zeichen der aktuellen Avantgarde. Zwischen allen traumwandelt der Wanderprophet Merlin und verkündet seine Orakelsprüche. Dazu "Lieder der Nacht" von Marianne Rosenberg oder "Nachts, wenn alles schläft": Spots über jenen Zeitraum, der dem Schlaf vorbehalten sein soll - und doch zum Träumen einlädt. Und zum Ausprobieren.

Multikulturelle Konflikte, Wahnsinn, Tod, Romantik und die Sehnsucht nach dem ganz normalen Liebesglück - Klaus Chatten hat mit nüchterner Lakonie über die Lust an den Möglichkeiten und Grausamkeiten der Nacht geschrieben.