25.02.3730

Aktuelle Nachrichten

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...

Oliver Schmaering für Mülheimer Kinderstückepreis nominiert
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist für den Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...


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Feydeau, Georges

Georges Feydeau (1862-1921) gilt nach Molière als einer der erfolgreichsten französischen Komödiendichter. Er wurde in Paris als Sohn des Romanschriftstellers Ernest Aimé Feydeau geboren. Schon früh zeigte sich sein ausgeprägtes Interesse sowohl an der Schauspielkunst als auch am Verfassen von Bühnenstücken. Während seiner Studienzeit schrieb er kurze Schauspiele und Monologe. Sein Lustspiel "Le tailleur pour dames" (1886) wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Sein Durchbruch als Bühnenautor kam allerdings erst 1892 mit der Inszenierung seines Vaudeville-Stückes Monsieur Chasse oder Wie man Hasen jagt. Die komische Wirkung seiner Stücke beruht auf einer turbulenten und äußerst wirkungsvoll inszenierten Abfolge überraschender Handlungssequenzen, in denen es um Themen wie Verwechslungen, Eifersucht, Streit usw. geht, wobei die geringste Bedrohung der gewohnten Ordnung eine Lawine von Pannen und Missgeschicken auslöst, die schließlich in einem oftmals grotesk-komischen Höhepunkt kulminieren.

Feydeaus treffende Darstellung der brüchigen Normen des Bürgertums um die Jahrhundertwende und sein unübertroffen prägnanter Stil weisen ihn nicht nur als hochbegabten Verfasser unterhaltsamer Bühnenstücke, sondern zugleich als Schriftsteller von Rang aus. Feydeau selbst charakterisierte seine Komödien als "umgekehrte Tragödien". Nach seinen bedeutendsten Bühnenwerken wie "La dame de chez Maxim’s" (1889, Die Dame von Maxim), "La puce à l’oreille" (1907, Der Floh im Ohr) und "Occupe-toi d’Amélie" (1908) verfasste er scharfe Farcen über Eheprobleme, darunter "Feu la mère de Madame" (1908), "Le dindon" (1910), "On purge bébé" (1910) und "Hortense a dit: J’m’en fous’" (1916).

Wie populär Feydeaus dramatisches Werk auf deutschen Bühnen noch immer ist, zeigt die jüngste Vergangenheit, in der Werke wie "Floh im Ohr" oder Zwei Herren, die den Kopf verlieren (DSE am 27.08.2004, Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin) zu sehen waren.

 

Katze im Sack

(Chat en Poche)
Deutsch von Christoph Thein
3D, 4H

Paris, Ende des 19. Jahrhunderts. Der wohlhabende Unternehmer Pacarel möchte sich durch einen Trick Ruhm in der Opernwelt verschaffen. Er will die Aufführung der von seiner Tochter Julie "umkomponierten" Oper "Faust" erschleichen. Sein Plan über private Kontakte einen berühmten Tenor unter Vertrag zu nehmen und ihn dann als Agent an die Pariser Oper zu vermitteln - natürlich unter der Auflage Julies Oper uraufzuführen - scheitert jedoch schon im Keim, denn seine Bitte an den Mittler Dufausset wird aus selbstverschuldeten Versehen nie verschickt, wie sich jedoch erst am Ende herausstellen wird.

Der Zufall will nun, dass sein Kontaktmann Dufausset seinen Sohn zum Jurastudium nach Paris schickt und der Obhut Pacarels anvertrauen möchte. Pacarel, der nur sieht was er sehen will, hält den Studenten für den Tenor und die Verwechslungen nehmen ihren Lauf ...

Am Ende klären sich alle gewollten und ungewollten Missverständnisse und lösen sich in Wohlgefallen auf. Julie und Dufausset verloben sich – aus dem designierten Künstlergespann wird eine bürgerliche Ehe. Als didaktisches Fazit bleibt der Schluss: "Kaufe niemals die Katze im Sack!"

Feydeaus scharfer Blick auf die Handlungsweise seiner Figuren machen den klassisch unterhaltsamen Plot einer Verwechslungskomödie zu einer bissigen Charakterkomödie. In der Übersetzung von Christoph Thein feierte das Stück am 04. April 2008 am Intimen Theater Schloss Maßbach Premiere.