30.07.2010

Aktuelle Nachrichten

Warum heiraten? - "Meine tolle Scheidung" in Dortmund
Am 29. Juli öffnet sich der Vorhang für Meine tolle Scheidung von Geraldine...

Berauschend: "Dracula" bei den Ettlinger Schlossfestspielen
Seit dem 24. Juni verbreitet Dracula von Karel Svoboda bei den...

Open Air am Ort des Geschehens: "Schwarzwaldmädel" im Hochschwarzwald
In der außergewöhnlichen Kulisse der Hochfirstschanze Titisee-Neustadt tanzt...

Aufgesattelt: "Im Weißen Rössl" als gewitztes Sommerspektakel
Fast 80 Jahre ist sie alt, Ralph Benatzkys Revueoperette Im Weißen Rössl. Von...

Verzaubert und verhext: "Zauberer von Oss" auf dem Hexentanzplatz
Von Zauberern und bösen Hexen, mutigen Mädchen und kleinen Hunden erzählt uns...

Eingestiegen: Auf zur Schweizer Erstaufführung von "Wochenend und Sonnenschein" in Meggen!
Im Mai 2009 feierte das Musical Wochenend und Sonnenschein seine Uraufführung...

Willkommen, Bienvenue, Welcome: "Cabaret" im Berliner Tipi und unterm Sternenzelt
Willkommen zum Cabaret! Gleich zwei Mal öffnet sich der Vorhang des berühmten...

Wal ahoi: "Moby Dick" in Kiel gesichtet!
Noch bis zum 18. Juli 2010 können Sie Moby Dick im Rahmen des Sommertheaters...

Amüsement auf dem Prüfstein: "La Périchole" an der Komischen Oper Berlin
Am 6. Juni feierte La Périchole von Jacques Offenbach unter der Regie von...

Zum Äußersten gedrängt: "Rose Bernd" im Residenztheater München
Im Residenztheater des Bayerischen Staatsschauspiels feiert am 9. Juli...


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Feydeau, Georges

Georges Feydeau (1862-1921) gilt nach Molière als einer der erfolgreichsten französischen Komödiendichter. Er wurde in Paris als Sohn des Romanschriftstellers Ernest Aimé Feydeau geboren. Schon früh zeigte sich sein ausgeprägtes Interesse sowohl an der Schauspielkunst als auch am Verfassen von Bühnenstücken. Während seiner Studienzeit schrieb er kurze Schauspiele und Monologe. Sein Lustspiel "Le tailleur pour dames" (1886) wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Sein Durchbruch als Bühnenautor kam allerdings erst 1892 mit der Inszenierung seines Vaudeville-Stückes Monsieur Chasse oder Wie man Hasen jagt. Die komische Wirkung seiner Stücke beruht auf einer turbulenten und äußerst wirkungsvoll inszenierten Abfolge überraschender Handlungssequenzen, in denen es um Themen wie Verwechslungen, Eifersucht, Streit usw. geht, wobei die geringste Bedrohung der gewohnten Ordnung eine Lawine von Pannen und Missgeschicken auslöst, die schließlich in einem oftmals grotesk-komischen Höhepunkt kulminieren.

Feydeaus treffende Darstellung der brüchigen Normen des Bürgertums um die Jahrhundertwende und sein unübertroffen prägnanter Stil weisen ihn nicht nur als hochbegabten Verfasser unterhaltsamer Bühnenstücke, sondern zugleich als Schriftsteller von Rang aus. Feydeau selbst charakterisierte seine Komödien als "umgekehrte Tragödien". Nach seinen bedeutendsten Bühnenwerken wie "La dame de chez Maxim’s" (1889, Die Dame von Maxim), "La puce à l’oreille" (1907, Der Floh im Ohr) und "Occupe-toi d’Amélie" (1908) verfasste er scharfe Farcen über Eheprobleme, darunter "Feu la mère de Madame" (1908), "Le dindon" (1910), "On purge bébé" (1910) und "Hortense a dit: J’m’en fous’" (1916).

Wie populär Feydeaus dramatisches Werk auf deutschen Bühnen noch immer ist, zeigt die jüngste Vergangenheit, in der Werke wie "Floh im Ohr" oder Zwei Herren, die den Kopf verlieren (DSE am 27.08.2004, Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin) zu sehen waren.

 

Katze im Sack

(Chat en Poche)
Vaudeville in drei Akten
Deutsch von Christoph Thein
3D, 4H

Paris, Ende des 19. Jahrhunderts. Der wohlhabende Unternehmer Pacarel möchte sich durch einen Trick Ruhm in der Opernwelt verschaffen. Er will die Aufführung der von seiner Tochter Julie "umkomponierten" Oper "Faust" erschleichen. Sein Plan über private Kontakte einen berühmten Tenor unter Vertrag zu nehmen und ihn dann als Agent an die Pariser Oper zu vermitteln - natürlich unter der Auflage Julies Oper uraufzuführen - scheitert jedoch schon im Keim, denn seine Bitte an den Mittler Dufausset wird aus selbstverschuldeten Versehen nie verschickt, wie sich jedoch erst am Ende herausstellen wird.

Der Zufall will nun, dass sein Kontaktmann Dufausset seinen Sohn zum Jurastudium nach Paris schickt und der Obhut Pacarels anvertrauen möchte. Pacarel, der nur sieht was er sehen will, hält den Studenten für den Tenor und die Verwechslungen nehmen ihren Lauf ...

Am Ende klären sich alle gewollten und ungewollten Missverständnisse und lösen sich in Wohlgefallen auf. Julie und Dufausset verloben sich – aus dem designierten Künstlergespann wird eine bürgerliche Ehe. Als didaktisches Fazit bleibt der Schluss: "Kaufe niemals die Katze im Sack!"

Feydeaus scharfer Blick auf die Handlungsweise seiner Figuren machen den klassisch unterhaltsamen Plot einer Verwechslungskomödie zu einer bissigen Charakterkomödie. In der Übersetzung von Christoph Thein feierte das Stück am 04. April 2008 am Intimen Theater Schloss Maßbach Premiere.