21.02.2018

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Kommissar Gordon - Der erste Fall
von Ulf Nilsson

Bestimmt wird alles gut
von Kirsten Boie und Konstanze Kappenstein

Einsam und Esmeralda
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Gebückt und windschief auf Sturmesfittichen (Juller)
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Die Familie, die über alles reden konnte
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Jenseits der blauen Grenze
von Dorit Linke

Mein Freund Salim
von Uticha Marmon

Inside IS
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WiLd!
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Widerfahrnis
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djihad
von Volker Schmidt

Silberflügel
von Anja Tuckermann , Frank Becker und Kenneth Oppel

So bin ich nicht (Gretas Storys)
von Anneliese Mackintosh

Broken German
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All you can eat - Variationen des Verschlingens
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Wiegenlied für Baran
von Joël László

Jeunesse dorée
von Johannes Hoffmann

Umständliche Rettung
von Martina Clavadetscher

Massiver Kuss
von Anja Hilling

Gesunde Beziehungen
von Evan Placey

Flug BU21
von Stuart Slade

Straight
von Scott Elmegreen und Drew Fornarola

Ein Geschenk der Götter
von Oliver Haffner

Der letzte schöne Herbsttag
von Ralf Westhoff

Die gefälschte Wahrheit
von Peter Buchholz

Der Familienrat oder Mama muss weg
von Morgan Spillemaecker und Amanda Sthers

Das Gewissen vergisst nie
von Sébastien Azzopardi und Sacha Danino

platz.an.der.sonne.com
von Agnès Besse und Daniel Besse

Die Rechnung
von Clément Michel

Besser schlichten als richten
von Chloé Lambert

Tochter bleibt Tochter
von Agatha Christie

Monsieur Poirot und der schwarze Kaffee
von Agatha Christie

Das Urteil
von Agatha Christie

Und dann gab's keines mehr
von Agatha Christie

Bach. Das Leben eines Musikers
von Thomas Sutter

Spaghettihochzeit
von Thomas Sutter

Mädchen extraschön
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik

Eingefädelt – Das Musical
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Der Postraub
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?
von James Edward Lyons und Michael Jary

In 80 Tagen um die Welt
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Carole FréchetteFréchette, Carole
Foto: Rolline Laporte 

Carole Fréchette wurde 1949 in Montréal geboren, wo sie auch derzeit lebt. Sie schreibt Theaterstücke und Romane. Die in ihrer Heimat Kanada viel gespielte Autorin erhielt 1995 den Governor General´s Award für ihr Drama "Les quatre morts de Marie", 1998 den Floyd S.Chalmers Preis für die englischsprachige Premiere des selben Dramas in Toronto. Ihr Stück "La Peau d´Élisa" (Elisas Haut) war 1999 für den Governor General´s Award nominiert. Auch außerhalb Kanadas wurden Carole Fréchettes Stücke aufgeführt, so in Frankreich, Belgien, Rumänien, Libanon, Syrien und Mexiko. In Deutschland hatte Carole Fréchette mit "Elisas Haut" ihre erste Aufführung am 26.9.2001 durch das Münchner Galerie Theater in der Black Box im Gasteig. Im Jahre 2002 erhielt sie den Prix de la Francophonie und im Oktober 2002 schließlich den mit 100.000 Dollar dotierten Siminovitch-Preis. Zu seiner Begründung schreibt die Jury: "... Ihre Stücke lassen im Bekannten Unbekanntes, im Fassbaren das Unfassliche anklingen, eine Verbindung, die Kennzeichen großer Kunst ist."
In Deutschland wurde Carole Fréchette mit ihrem Stück Die sieben Tage des Simon Labrosse bekannt. Der deutschsprachigen Erstaufführung am Maxim Gorki Theater, Berlin im Oktober 2005 folgten zahlreiche Nachinszenierungen in Deutschland und Österreich.


Weitere Informationen zu Carole Fréchette

 

Das kleine Zimmer am Ende der Treppe

(Le petit pièce en haut de l'escalier)
Deutsch von Heinz Schwarzinger
4D, 1H
UA: 04.03.2008, Théâtre du Nouveau Monde Montréal
DSE: 12.10.2011, Kosmos Theater Wien

Wozu braucht man zehn Gästezimmer, wenn sie nicht belegt sind? Das will das moderne Aschenputtel Grâce von seinem wohlhabenden Mann Henri wissen. Sie seien einfach da, antwortet der, wie die ungenutzten Zellen im Gehirn. Damit die Gedanken kreisen können. Tatsächlich fühlt sich Grâce in ihrem neuen, schicken Zuhause zeitweise verloren wie in den Windungen eines überlebensgroßen Gehirns.

Es gibt keinen Grund zu klagen – sie hat ein gutes Leben, ein riesiges Haus mit 28 Zimmern und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Doch dieser Mann bleibt ihr ein Rätsel. Er hütet ein Geheimnis, vielleicht die Kehrseite seines strahlenden Erfolgs? Eines Nachts beobachtet Grâce, wie Henri das kleine Zimmer betritt; es ist jene Kammer, die sie nicht sehen darf. Grâce wird neugierig, sie will der Sache auf den Grund gehen. Als Henri auf Geschäftsreise ist, nutzt sie die Chance. Im Zimmer findet sie einen verletzten Mann, einen Gefangenen. Sie versucht, ihn zu verarzten, aber Henri kommt nach Hause – und gerät in Rage ...

Carole Fréchette legt mit dem spannungsvollen Stück, das 2009 mit dem "Grand Prix de littérature dramatique" ausgezeichnet wurde, eine moderne, psychologisch angelegte Version des Blaubart-Mythos vor. Blaubart lagert seine ermordeten Ex-Frauen in einer Kammer. Henris Geheimnis ist komplizierter. Denn als Grâce den Verwundeten vorzeigen will, ist er verschwunden, das kleine Zimmer ist leer. Hat sie sich das dunkle Geheimnis ihres Mannes etwa nur eingebildet?

Fréchette spielt virtuos mit Phantasie und Wirklichkeit. Sie montiert reale Gespräche neben jene Dialoge, die nur in Grâces Kopf stattfinden, wenn sie mit ihrer Mutter und Schwester über ihre Ehe, ihr Leben und die Geschehnisse im kleinen Zimmer diskutiert. Dass das Zimmermädchen Jenny sich als Grâces Gegenspielerin entpuppt, steigert die Spannung und so entsteht ein faszinierendes psychologisches Spiel zwischen Mythos und moderner Ehekrise, das die freien Räume in Haus und Hirn mit einigem Personal bevölkert.

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