05.09.2015

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"Benatzky" - ein dokumentarischer Musikfilm
"Benatzky!", ein dokumentarischer Musikfilm über den großen...

Neu bei FBE: "Die lebenden Toten oder Monsters of Reality" von Christian Lollike
Eine hungernde, alles verschlingende Zombie-Armee steuert auf Europa zu, sie...

Neu bei FBE: Autorin Reihaneh Youzbashi Dizaji
Reihaneh Youzbashi Dizaji, 1983 in Tabriz / Iran geboren, ist im Alter von...

Neu bei FBE: "Bonjour Tristesse" von Françoise Sagan
Eine weiße Villa an der Côte d’Azur. Cécile verbringt ihre Sommerferien...

Neu bei FBE: "Die Sommernachtsträumer" von Henry Mason
Willem ist ein Träumer, ein Trödler, einer mit viel Fantasie noch dazu. Das...

Neu bei FBE: "Mädchen wie die" von Evan Placey
Mitten in der Geschichtsstunde blinken alle Handys im Klassenzimmer der...

Neu bei DESCH: "Du und deine Träume" von Antoine Rault
Helen und Paul lernen sich in einer Galerie kennen und werden ein Paar. Auf...

"Schöne neue Welt" am Theater Bonn
"Gemeinschaft, Gleichheit, Stabilität" – so lautet die Maxime des...

UA: "Füße im Himmel" am Jungen Staatstheater Braunschweig
Seitdem Papa im Einsatz in Afghanistan war, schläft Simon wenig. Vieles ist...

DSE: "Zersplittert" am Schauspielhaus Graz
Am 25. September findet am Schauspielhaus Graz die deutschsprachige...

"Im weißen Rössl" an der Volksoper Wien
Die reizende Liebesgeschichte Im weißen Rössl im idyllisch kleinen...

"Die Comedian Harmonists" am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 16. September feiert die bewegende Geschichte der Comedian Harmonists von...

"Drei alte Schachteln" im Admiralspalast Berlin
Im Admiralspalast Berlin zeigen am 26. und 27. September Walter Kollos...

Zum Wiederentdecken: "Girls an Bord"
Das Musical Girls an Bord, besser bekannt unter dem Titel "Dames at Sea",...


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Bild von Carole FréchetteFréchette, Carole
Foto: Rolline Laporte 

Carole Fréchette wurde 1949 in Montréal geboren, wo sie auch derzeit lebt. Sie schreibt Theaterstücke und Romane. Die in ihrer Heimat Kanada viel gespielte Autorin erhielt 1995 den Governor General´s Award für ihr Drama "Les quatre morts de Marie", 1998 den Floyd S.Chalmers Preis für die englischsprachige Premiere des selben Dramas in Toronto. Ihr Stück "La Peau d´Élisa" (Elisas Haut) war 1999 für den Governor General´s Award nominiert. Auch außerhalb Kanadas wurden Carole Fréchettes Stücke aufgeführt, so in Frankreich, Belgien, Rumänien, Libanon, Syrien und Mexiko. In Deutschland hatte Carole Fréchette mit "Elisas Haut" ihre erste Aufführung am 26.9.2001 durch das Münchner Galerie Theater in der Black Box im Gasteig. Im Jahre 2002 erhielt sie den Prix de la Francophonie und im Oktober 2002 schließlich den mit 100.000 Dollar dotierten Siminovitch-Preis. Zu seiner Begründung schreibt die Jury: "... Ihre Stücke lassen im Bekannten Unbekanntes, im Fassbaren das Unfassliche anklingen, eine Verbindung, die Kennzeichen großer Kunst ist."
In Deutschland wurde Carole Fréchette mit ihrem Stück Die sieben Tage des Simon Labrosse bekannt. Der deutschsprachigen Erstaufführung am Maxim Gorki Theater, Berlin im Oktober 2005 folgten zahlreiche Nachinszenierungen in Deutschland und Österreich.


Weitere Informationen zu Carole Fréchette

 

Das kleine Zimmer am Ende der Treppe

(Le petit pièce en haut de l'escalier)
Deutsch von Heinz Schwarzinger
4D, 1H
UA: 04.03.2008, Théâtre du Nouveau Monde Montréal
DSE: 12.10.2011, Kosmos Theater Wien

Wozu braucht man zehn Gästezimmer, wenn sie nicht belegt sind? Das will das moderne Aschenputtel Grâce von seinem wohlhabenden Mann Henri wissen. Sie seien einfach da, antwortet der, wie die ungenutzten Zellen im Gehirn. Damit die Gedanken kreisen können. Tatsächlich fühlt sich Grâce in ihrem neuen, schicken Zuhause zeitweise verloren wie in den Windungen eines überlebensgroßen Gehirns.

Es gibt keinen Grund zu klagen – sie hat ein gutes Leben, ein riesiges Haus mit 28 Zimmern und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Doch dieser Mann bleibt ihr ein Rätsel. Er hütet ein Geheimnis, vielleicht die Kehrseite seines strahlenden Erfolgs? Eines Nachts beobachtet Grâce, wie Henri das kleine Zimmer betritt; es ist jene Kammer, die sie nicht sehen darf. Grâce wird neugierig, sie will der Sache auf den Grund gehen. Als Henri auf Geschäftsreise ist, nutzt sie die Chance. Im Zimmer findet sie einen verletzten Mann, einen Gefangenen. Sie versucht, ihn zu verarzten, aber Henri kommt nach Hause – und gerät in Rage ...

Carole Fréchette legt mit dem spannungsvollen Stück, das 2009 mit dem "Grand Prix de littérature dramatique" ausgezeichnet wurde, eine moderne, psychologisch angelegte Version des Blaubart-Mythos vor. Blaubart lagert seine ermordeten Ex-Frauen in einer Kammer. Henris Geheimnis ist komplizierter. Denn als Grâce den Verwundeten vorzeigen will, ist er verschwunden, das kleine Zimmer ist leer. Hat sie sich das dunkle Geheimnis ihres Mannes etwa nur eingebildet?

Fréchette spielt virtuos mit Phantasie und Wirklichkeit. Sie montiert reale Gespräche neben jene Dialoge, die nur in Grâces Kopf stattfinden, wenn sie mit ihrer Mutter und Schwester über ihre Ehe, ihr Leben und die Geschehnisse im kleinen Zimmer diskutiert. Dass das Zimmermädchen Jenny sich als Grâces Gegenspielerin entpuppt, steigert die Spannung und so entsteht ein faszinierendes psychologisches Spiel zwischen Mythos und moderner Ehekrise, das die freien Räume in Haus und Hirn mit einigem Personal bevölkert.

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