21.12.2014

Aktuelle Nachrichten

Fröhliche Weihnachten / Merry Christmas / Joyeuses Fêtes
Wir wünschen Ihnen und Euch ein frohes Weihnachtsfest, einen geruhsamen...

Rückblick: UA "Superhero" am Hessischen Staatstheater Wiesbaden
Am 16. Oktober haben Paul Graham Brown, Anthony McCarten und das Junges...

Zum Wiederentdecken: "Die Nervensäge" von Francis Veber
Der 1970 von Francis Veber geschriebene Komödienklassiker Die Nervensäge...

Neu bei FBE: "Acts of Goodness" von Mattias Andersson
Schweden: Ein junger Mann liegt zusammengeschlagen an einer Bushaltestelle,...

"Moulin Rouge Story" am Theater Koblenz
Wer eine geheimnisvolle "Belle du Moulin Rouge" kennenlernen möchte, der muss...

Neu bei FBE: "Auf eigene Faust" von Jan Guillou in einer Bearbeitung von Benny Haag
Wenn Mutter in die Küche geht und Kaffee aufsetzt, dann ist es wieder so...

UA: "Das kunstseidene Mädchen" am Renaissance Theater Berlin
Am 9. Dezember feiert die musikalische Fassung von Irmgard Keuns Klassiker...

"Der Kuss der Spinnenfrau" am Stadttheater Gießen
Nichts für Arachnophobiker: Am 7. Dezember feiert am Stadttheater Gießen John...

Neu bei FBE: "Füße im Himmel" von Michael Alexander Müller
Am 6. Dezember stellt Michael Alexander Müller sein neues Stück Füße im...

"Der Zauberer von Oss" an der Volksoper Wien
Inszeniert von Henry Mason bringt die Volksoper Wien am 6. Dezember Harold...

Verleihung des Deutschen Jugendtheaterpreises
Am 4. Dezember findet im Rahmen des Frankfurter Autorenforums für Kinder- und...


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Bild von Herbert MeierMeier, Herbert

Herbert Meier wurde am 29. August 1928 in Solothurn geboren. Schon während seiner Schulzeit begann er, Gedichte und kleine Stücke zu verfassen. Er studierte Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in Basel, Wien, Paris und Fribourg und schloss sein Studium mit einer Dissertation über die Dramen Ernst Barlachs ab. Danach absolvierte er eine Ausbildung als Schauspieler bei Ernst Ginsberg. Er arbeitete als Lektor in Paris und Poitiers und war als Dramaturg und Schauspieler am Städtebundtheater Biel/Solothurn tätig. Von 1977 bis 1982 war er Chefdramaturg des Schauspielhauses in Zürich. An den Universitäten St. Gallen und Zürich hielt er Vorlesungen über Dramaturgie und wurde 1986 als "Writer in residence" an die University of Southern California in Los Angeles berufen. Von 1994 bis 1998 moderierte er die Sendung "Sternstunde Philosophie" im Schweizer Fernsehen. Seit 1955 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Zürich.

Meier ist ein Virtuose der Sprache. Seine Wortwahl ist stets knapp, präzise, niemals redundant, und dennoch von enormer Vielschichtigkeit. Er hält spielerisch die Balance zwischen einer poetischen, geprägten Sprache und dem gesprochenen, "heutigen" Wort. Seine Figuren lässt er zuweilen eigene Worte erfinden, die tiefe Einsicht in das menschliche Gefühlsleben verraten. Häufig dienen ihm historische Stoffe und Personen als Vorlage, bei denen es ihm aber niemals um die historisch getreue Darstellung geht. Sie werden quasi losgelöst von Zeit und Raum auf das Parabelhafte, Exemplarische ihrer Existenz verdichtet. Die Hauptpersonen seines dramatischen Werks sind Suchende, getrieben von ihrer Sehnsucht nach erfülltem Leben, maßlos in ihrer Forderung nach dem Absoluten: nach der bedingungslosen Liebe, nach der Freiheit zur Selbstbestimmung. Hinter all dem wird ein tief verwurzelter Humanismus spürbar, der diesen Suchenden, Verzweifelten selbst noch in ihrem Scheitern recht gibt.

Die reiche Theatererfahrung Meiers und seine dramatische Intuition machen ihn auch zu einem gefragten Übersetzer moderner wie klassischer Stücke der Weltliteratur. Gemeinsam mit seiner Frau, der Romanistin Yvonne Meier-Haas, hat er Werke von William Shakespeare, Ben Jonson, Euripides, Molière, Carlo Goldoni, Racine, Pirandello, Paul Claudel, Jean Giraudoux, Jacques Audiberti, Georges Schéhadé und Federico García Lorca übersetzt. In jüngster Zeit hat seine Neuübersetzung von Paul Claudels Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu, die ihre Erstaufführung im März 2003 am Basler Theater erlebte und nachfolgend im Rahmen der Ruhrtriennale in Duisburg inszeniert wurde, für großes Aufsehen gesorgt.

Herbert Meier erhielt u.a. 1955 den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1957 den Kunstpreis des Lions Club Basel, den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1964), den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1964), den Welti-Preis für das Drama (1970), den Solothurner Kunstpreis (1975), den Förderpreis der Gottfried-Keller-Stiftung (1976) und den Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank (1997).

Weitere Informationen zu neuen Übersetzungen von Herbert Meier finden Sie in unserem Special: "Jedes Wort begriffen und durchdacht": Herbert Meier, Übersetzer

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Herbert Meier
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Der König von Bamako

Marionettenspiel in elf Szenen

UA: 22.06.1960, Zürcher Marionettentheater Zürich/Muraltengut

Herbert Meier erzählt das afrikanische Märchen Der König von Bamako mit viel Humor, Wortwitz und Liebe zum farbenfrohen Detail.

Uabarra, der König von Bamako, hat das Nachbarland Kati überfallen, den König getötet und die Prinzessin Surraka entführt. Der Zauberer Kabaku hat die Gefangenen aus dem Land Kati in Ameisen, Wespen und Fliegen verwandelt, die jetzt den König Uabarra als schwirrender Hofstaat umgeben. Zum Dank hat der Zauberer Prinzessin Surraka bekommen, die er gefangen hält.

Bei der Königin von Kati, Bakurrobe, erscheint nun der Kaufmann Kallondi, ein gewitzter Schlaukopf, der Prinzessin Surraka und das Land befreien will. Kallondi nutzt die Notlage von König Uabarra aus, der dem Zauberer Gold schuldet, und verkauft ihm einen vermeintlichen Goldesel. Nachdem der Schwindel aufgeflogen ist und der Esel kein Gold geäpfelt hat, muss Kallondi fliehen und sich etwas Neues ausdenken. Diesmal führt er den dummen König mit einem Kuhschwanz hinters Licht, der angeblich Tote zum Leben erweckt. Als aber die an einem Schlangenbiss verstorbene Königin damit nicht zu retten ist, kommt Kallondi diesmal wirklich in Schwierigkeiten. In eine Kuhhaut geschnürt, soll er im See ertränkt werden. Da überlistet er den goldgierigen Zauberer Kabaku und den ebenso gierigen König, an seiner Stelle sich in die Fluten zu stürzen, weil am Grund des Sees Gold an den Bäumen wüchse. So kann Kallondi mit Surraka als seiner Königin den Thron besteigen und König über die aus den Insekten zurückverwandelten Menschen werden.

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