18.09.2018

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UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Bild von Curt GoetzGoetz, Curt

1888 in Mainz geboren, zählt Curt Goetz zu den wichtigsten Vertretern der gehobenen deutschen Boulevardkomödie und des brillant geschriebenen Konversationsstücks. Bei der pointierten Ausarbeitung der Dialoge dürften dem Autor seine Erfahrungen als Schauspieler sicherlich ebenso geholfen haben wie bei der Dramaturgie seiner well-made-plays.

Standen am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere Einakter im Mittelpunkt, etablierte er sich ab 1921 auch als Autor abendfüllender Stücke, wobei er sich viele Hauptrollen quasi "auf den Leib" schrieb z. B. Hokuspokus (1927) oder Dr. Med. Hiob Praetorius (1932).

In den 30er Jahren schrieb er vermehrt Drehbücher und produzierte Filme. 1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Valerie von Martens in die Vereinigten Staaten. Ab 1945 lebte er in der Schweiz, wo er am 12. September 1960 starb.

Im Auftrag von Felix Bloch Erben bearbeitete Curt Goetz den bekannten Schwank Der Raub der Sabinerinnen. Diese Fassung zählt noch heute zu den beliebtesten Bearbeitungen dieses Werkes.

Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. (externer Link)

 

Die Kommode

Frei nach Guy de Maupassant
3D, 5H

Balthasar Fröhlich hat einen wichtigen Posten inne: Er ist Cheffriseur am ehemaligen Hoftheater. Somit ist der gemütvolle Biedermann Stolz und Mittelpunkt seiner sächselnden Sippschaft, mit der er ein betulich munteres Leben fristet, dem selbst die Tyrannei der steinalten Tanten keinen Abbruch tun kann, die in der oberen Etage haust und sich durch ständiges Klopfen mit dem Stock Aufmerksamkeit verschafft. Eines Tages, der Herr Intendant ist gerade zu Besuch, vernimmt man statt des vertrauten Klopfens einen lauten Rumms – und Tantchen liegt tot am Boden. Nun geht das Gezerre um Tantchens Kommode los, in der Mutter Fröhlich wie auch die herbeigeeilte Verwandtschaft Geheimfächer mit Erspartem vermuten. Man zankt und balgt sich, jedem soll das Prachtstück versprochen gewesen sein, und schließlich schwört man, einander vor Gericht zu zitieren. Da klopft es von oben, Tantchen hat bloß ein Nickerchen gemacht, also: Kommando zurück, Kommode nach oben. Als das sperrige Möbel endlich wieder am angestammten Platze angelangt ist, segnet die Tante endgültig das Zeitliche, was bedeutet: Kommode wieder runter – auch wenn es nicht das geringste Zeichen für Geheimfächer gibt. Aber wenigstens entdeckt Vater Fröhlich den letzten Willen: "Alles, was ich hinterlasse, / Soll im Feuer sterben. / Wo nichts ist, gibt ’s keinen Streit / Und auch nichts zu erben! / Es war einmal, heißt es im Märchen ... / Wiedersehen! / Tante Klärchen!"

In jener dritten Miniatur, seinem letzten überlieferten Bühnenwerk, lässt Curt Goetz nochmals seine liebsten Themen und Typen Revue passieren: kauzige Kleinbürger, die mit Künstlern kollidieren, genau beobachtete Millieuskizzen, mit Milde, Lebensweisheit und brillantem Sprachwitz liebevoll auf die Schippe genommen...


Dieses Stück ist Teil von:

Miniaturen
Drei Einakter
3D, 5H