15.10.2018

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Billinger, Richard

Der österreichische Schriftsteller Richard Billinger, geboren am 20.7.1890 in St. Marienkirchen (Oberösterreich), schrieb Gedichte und Dramen, die sich durch Züge des Volkstheaters auszeichnen. Er lebte in München und Berlin und wurde vor allem durch seine bildreiche Prosa und seine Bauerngedichte bekannt. Als Bauernsohn und Jesuitenzögling stellte er seine enge Vertrautheit mit den Geheimnissen alter Sitten und Gebräuche unter Beweis. Die Darstellung der im Wandel befindlichen bäuerlichen Welt seiner Heimat kennzeichnet seine Werke, in denen er eine mystisch-dämonische Weltsicht mit christlichem Gedankengut konfrontiert. Das zeigt sich schon in seinem Frühwerk Rosse (1931) und mehr noch in seinem ersten großen Erfolg Rauhnacht (1931, Uraufführung an den Münchner Kammerspielen am 10. Oktober 1931 unter der Regie von Otto Falckenberg). Im November 1932 wurde ihm, zusammen mit Else Lasker-Schüler, der Kleistpreis verliehen. Zu Billingers weiteren Werke zählen u.a. Stille Gäste (1933), Die Hexe von Passau (1935) sowie Der Plumpsack (1953).

Richard Billinger starb am 7. Juni 1965 in Linz (Oberösterreich).

 

Lob des Landes

Komödie in fünf Aufzügen
10D, 10H, Nebendarsteller

Eigentlich stammt er vom Lande, der Dr. Willibald Rinderl, ist auch dorthin aus Wien zurückgekehrt und hat eine Bäuerin geheiratet, um den Erbhof im Familienbesitz zu halten.
Kaum ein paar Monate verheiratet, verliebt er sich in die junge Urlauberin Frigge aus Ungarn, die ihn an der Nase herumführt. Vernarrt, wie er ist, will er seinen Bauernhof gegen ein Schloss eintauschen.

Da erscheint auf der Durchreise Steffi, eine Art mütterliche Freundin, Bekanntschaft aus seiner Wiener Zeit. Sie entdeckt unter der bäuerlichen Kleidung seiner Frau ein schönes Gesicht nebst passabler Figur und spielt Schicksal, indem sie Frau Clara Rinderl in die Badewanne steckt und gehörig aufputzt. Zunächst verblüfft, macht Herr Dr. Rinderl den Schlosskauf rückgängig, zumal er erfährt, daß die wilde Ungarin mit seinem Pferdeknecht durchgebrannt ist.

Drei Wochen später fährt er mit Steffi, die auf der Rückreise wieder vorbeikommt, dennoch nach Wien zurück, abschiednehmend von Clara, die glückselig die Feiertagskleider abstreift und sich ohne ihn als Bäuerin wieder wohlzufühlen beginnt.