22.11.2089

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"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

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Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
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UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Calderón de la Barca, Pedro

Pedro Calderón de la Barca wurde am 7. Januar 1600 in Madrid geboren, besuchte dort die Jesuitenschule und studierte Theologie und Jura an der Universität von Salamanca. Mit 23 Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück und nahm erfolgreich an einem Dichterwettbewerb teil. 1636 kam ein Band mit seinen Stücken heraus, darunter das Versdrama "La vida es sueño" (1635, Das Leben ein Traum), das allgemein als sein Meisterstück und als eines der größten europäischen Dramen betrachtet wird.

1635 wurde Calderón Hofdramatiker von König Philipp IV.; dieser ernannte ihn ein Jahr später zum Ritter. 1651 nahm er die Priesterweihe entgegen und wurde 1653 Domherr der Kathedrale von Toledo. Ab 1666 wandte er sich vor allem dem Schreiben seiner "Autos sacramentales" (spanische Fronleichnamsspiele) zu, allegorischen geistlichen Dramen, in denen vor allem die moralischen Aspekte des Lebens dargestellt werden.

Pedro Calderón de la Barca starb am 25. Mai 1681 in Madrid.

 

Das Leben ein Traum

Schauspiel in neun Bildern
Freie Neudichtung von Wilhelm von Scholz
2D, 11H, Nebendarsteller

Zwei durchaus artfremde Stoffe verbindet der Autor mit genialer Erfindungsgabe. Der reine Stoff war der alte Roman von Baarlam und Josaphat, aus dem der Einfall des lebensfremd in Einsamkeit zum Manne erwachsenden Kindes stammt, die ins Christliche gewendete Buddha-Legende. Der zweite Stoffteil war die orientalische Märchen- und Schwankfabel von dem Bettler, den man betrunken macht und dann in einem Schloss in Prunkgewändern als Fürsten oder Vezir erwachen lässt und an dessen komischem Verhalten man sich höflich weiden kann, um ihn nach erneutem Schlummerpunsch in sein armseliges Strolch- oder Bettlerdasein zurückerwachen zu lassen, so dass er glauben muss, er hätte den glücklichen Tag des Wohllebens nur geträumt.

Bei Calderon ist es zu hohem Ernst gewandt. Der Traum wird hier zum Lebens- und Berufserzieher des jungen Königs. Gerade als der ungebändigte wilde Königssohn ein rücksichtsloser Tyrann zu werden scheint - gerade als Vater Sigismund, sein Erzieher und der ganze Hof den Eindruck gewonnen haben, dass es mit dem jungen Titanen völlig hoffnungslos sei, da vollendet der Traum seine Erziehung.
Als der Aufruhr den wieder in seinen Kerker zurückgebrachten Thronerben befreit hat, wird ersichtlich, wie ihn der vermeintliche Traum vom scheinbaren Tyrannen zum echten Volkskönig gewandelt hat.