15.12.2018

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Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Eine Auswahl: Familienstücke für die Weihnachtszeit
Auch wir können uns dem vorweihnachtlichen Glanz nicht entziehen und haben...

Aktuell: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Am 1. November eröffnete Johan Simons seine Intendanz am Schauspielhaus...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...

Neu bei FBE: "Ich werde nicht hassen" von Izzeldin Abuelaish
Dies ist die Geschichte von Dr. med. Izzeldin Abuelaish, einem...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...


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Bild von Curt GoetzGoetz, Curt

1888 in Mainz geboren, zählt Curt Goetz zu den wichtigsten Vertretern der gehobenen deutschen Boulevardkomödie und des brillant geschriebenen Konversationsstücks. Bei der pointierten Ausarbeitung der Dialoge dürften dem Autor seine Erfahrungen als Schauspieler sicherlich ebenso geholfen haben wie bei der Dramaturgie seiner well-made-plays.

Standen am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere Einakter im Mittelpunkt, etablierte er sich ab 1921 auch als Autor abendfüllender Stücke, wobei er sich viele Hauptrollen quasi "auf den Leib" schrieb z. B. Hokuspokus (1927) oder Dr. Med. Hiob Praetorius (1932).

In den 30er Jahren schrieb er vermehrt Drehbücher und produzierte Filme. 1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Valerie von Martens in die Vereinigten Staaten. Ab 1945 lebte er in der Schweiz, wo er am 12. September 1960 starb.

Im Auftrag von Felix Bloch Erben bearbeitete Curt Goetz den bekannten Schwank Der Raub der Sabinerinnen. Diese Fassung zählt noch heute zu den beliebtesten Bearbeitungen dieses Werkes.

Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. (externer Link)

 

Der Lügner und die Nonne

Ein Theaterstück in drei Akten und einem Vorspiel
5D, 11H, Statisterie (Mehrfachbesetzungen möglich)
UA: 07.12.1928, Thalia Theater Hamburg

Charly ist ein charmanter Lügner. Er ist ein reicher junger Mann, der seine Erzeuger nicht kennt, und von seiner "Tante" Frau von Schicketanz, Schwester des Kardinals, und Diener Petrops aufgezogen wurde. Mit seinen beiden Freunden befindet er sich augenblicklich, Ergebnis einer Wette, im Trainingslager – und 4 Monate in freiwilligem Zölibat. Keine Frau darf die Klausur der Herren stören. Da treibt ihm im Fluss die schöne Nonne Angela in die Arme, die sich just aus dem Fenster ihrer Zelle in die Fluten warf. Natürlich verliebt sich der Lügner sogleich in die Novizin, die ihn zu kennen scheint, obwohl sie ihn noch nie gesehen hat. Und nach allerhand Beinahe-Anzüglichkeiten, Verwicklungen und Verirrungen der Herzen stellt sich nicht nur heraus, dass Charly Vater eines unehelichen Kindes, Angela dessen Ziehmutter ist, sondern auch noch, dass der Kardinal höchst selbst für Charlys Erzeugung verantwortlich zeichnet.

Dem Stück vorangeschickt ist ein Vorspiel, in dem ein Dichter auf Inspirationssuche sich die Geschichte der Nonne und des Lügners auf einer Terrasse von der Bedienung erzählen lässt. Mit diesem Kniff rückt der Dramatiker das Geschehen in eine romantische Ferne. Und tatsächlich haben wir das Gefühl, einer viktorianischen Komödie mit Wilde'schem Scharfsinn und bissigem Sprachwitz beizuwohnen, die vor beinahe keinem moralischen Tabubruch Halt macht, diese jedoch in charmante Ironie und Lebensweisheit verpackt.