16.01.2018

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Premiere: "Mädchen wie die" am Jungen Schauspiel Hannover
Evan Placeys vielfach ausgezeichnetes Coming-of-Age-Stück Mädchen wie die...

Neu bei FBE: "Frau Luna" von Paul Lincke in der Fassung der Bar jeder Vernunft, Berlin
Einmal Mond und zurück, bitte! Nach Im weißen Rössl präsentiert die "Bar...

Zum Wiederentdecken: "Bach. Das Leben eines Musikers." von Thomas Sutter
Bach. Das Leben eines Musikers. ist eine szenische Biographie und ein...

DSE: "Das Mädchen von weither" von Emma Broström an der Neuen Bühne Senftenberg
Am 19. Januar bringt die Neue Bühne Senftenberg Emma Broströms Stück Das...

Neu bei FBE: "Der Vogel Anderswo" von Stephan Wolf-Schönburg
In Damaskus lebt der kleine Nunu. Sein bester Freund ist ein kleiner Vogel....

Neu bei FBE: "Kuno kann alles" von Henry Mason
Kuno ist ein Draufgänger, ein Energiebündel und Alleskönner: hundert Kugeln...

Premiere: "Hier kommt keiner durch!" an den Wuppertaler Bühnen
In der Regie von Markus Höller zeigen die Wuppertaler Bühnen ab dem 27....

Premiere: "Schöne neue Welt" am Altonaer Theater
Robert Koalls Bühnenfassung von Schöne neue Welt nach dem Roman von Aldous...

Aktuelles: "Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer am Maxim Gorki Theater, Berlin
Am 17.12.2017 hatte Alles Schwindel von Mischa Spoliansky und Marcellus...

Aktuelles: "Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Am 10. Dezember brachte die FAUST-Preisträgerin Hannah Biedermann ihre...

Aktuelles: "Alice" von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater München
Am 23.11.2017 hatte Alice von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater...


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Bild von Curt GoetzGoetz, Curt

1888 in Mainz geboren, zählt Curt Goetz zu den wichtigsten Vertretern der gehobenen deutschen Boulevardkomödie und des brillant geschriebenen Konversationsstücks. Bei der pointierten Ausarbeitung der Dialoge dürften dem Autor seine Erfahrungen als Schauspieler sicherlich ebenso geholfen haben wie bei der Dramaturgie seiner well-made-plays.

Standen am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere Einakter im Mittelpunkt, etablierte er sich ab 1921 auch als Autor abendfüllender Stücke, wobei er sich viele Hauptrollen quasi "auf den Leib" schrieb z. B. Hokuspokus (1927) oder Dr. Med. Hiob Praetorius (1932).

In den 30er Jahren schrieb er vermehrt Drehbücher und produzierte Filme. 1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Valerie von Martens in die Vereinigten Staaten. Ab 1945 lebte er in der Schweiz, wo er am 12. September 1960 starb.

Im Auftrag von Felix Bloch Erben bearbeitete Curt Goetz den bekannten Schwank Der Raub der Sabinerinnen. Diese Fassung zählt noch heute zu den beliebtesten Bearbeitungen dieses Werkes.

Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. (externer Link)

 

Der Lügner und die Nonne

Ein Theaterstück in drei Akten und einem Vorspiel
5D, 11H, Statisterie (Mehrfachbesetzungen möglich)
UA: 07.12.1928, Thalia Theater Hamburg

Charly ist ein charmanter Lügner. Er ist ein reicher junger Mann, der seine Erzeuger nicht kennt, und von seiner "Tante" Frau von Schicketanz, Schwester des Kardinals, und Diener Petrops aufgezogen wurde. Mit seinen beiden Freunden befindet er sich augenblicklich, Ergebnis einer Wette, im Trainingslager – und 4 Monate in freiwilligem Zölibat. Keine Frau darf die Klausur der Herren stören. Da treibt ihm im Fluss die schöne Nonne Angela in die Arme, die sich just aus dem Fenster ihrer Zelle in die Fluten warf. Natürlich verliebt sich der Lügner sogleich in die Novizin, die ihn zu kennen scheint, obwohl sie ihn noch nie gesehen hat. Und nach allerhand Beinahe-Anzüglichkeiten, Verwicklungen und Verirrungen der Herzen stellt sich nicht nur heraus, dass Charly Vater eines unehelichen Kindes, Angela dessen Ziehmutter ist, sondern auch noch, dass der Kardinal höchst selbst für Charlys Erzeugung verantwortlich zeichnet.

Dem Stück vorangeschickt ist ein Vorspiel, in dem ein Dichter auf Inspirationssuche sich die Geschichte der Nonne und des Lügners auf einer Terrasse von der Bedienung erzählen lässt. Mit diesem Kniff rückt der Dramatiker das Geschehen in eine romantische Ferne. Und tatsächlich haben wir das Gefühl, einer viktorianischen Komödie mit Wilde'schem Scharfsinn und bissigem Sprachwitz beizuwohnen, die vor beinahe keinem moralischen Tabubruch Halt macht, diese jedoch in charmante Ironie und Lebensweisheit verpackt.