20.09.8643

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Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Kieseritzky, Ingomar von

"Wer kennt Kieseritzkys Systeme, das Lappinische Dilemma, die Premmsche Ethik, die Nesseldykesche Versenkungsgymnastik", so fragte Ludwig Harig in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor 1999 an Ingomar von Kieseritzky. "Es kennen sie viele, doch immer zu wenige", hätte man zu antworten, wenn man seinen so komischen wie grotesken Spielen mit der Sprache als Mittel des Denkens und Erzählens Folge leisten würde.

Kieseritzky, der englischste Humorist unter den Deutschen, lebt von den Abschweifungen wie der Hypochonder von Symptomen – ein später Sophist oder jedenfalls sehr sophisticated.

Ingomar von Kieseritzky wurde 1944 in Dresden geboren. Er arbeitete zunächst am Goetheanum bei Basel als Hilfsrequisiteur und war dann mehre Jahre Buchhändler in Berlin und Göttingen. Seit 1971 lebt und arbeitet er als freier Schriftsteller in Berlin. Zu seinem Werk gehören über hundert Hörspiele und zahlreiche Romane, darunter: "Ossip und Sobolev oder Die Melancholie" (1968), "Liebe-Paare. Expertengespräche" (1973), "Trägheit oder Szenen aus der Vita Activa" (1981), "Obsession. Ein Liebefall" (1984), "Das Buch der Desaster" (1988), "Der Frauenplan" (1991), "Der Sinnstift. Hörspiele" (1993), "Unter Tanten und andere Stilleben" (1996), "Kleiner Reiseführer ins Nichts" (1999) und "Da kann man nichts machen" (2001).

Kieseritzky erhielt zahlreiche Preise für sein Werk: den Bremer Literaturpreis, den Mont Blanc-Preis, den Alfred-Döblin-Preis, den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, den Hörspielpreis der Kriegsblinden, den Großen Kunstpreis von Niedersachsen/Förderpreis und die Schiller-Ehrengabe, München.

Mord in der Villa Massimo ist Ingomar von Kieseritzkys erstes Theaterstück.

 

Mord in der Villa Massimo

3D, 5H, Statisterie
frei zur UA

Der Künstler F. befindet sich in einem Dilemma. Die "Schöne Wirtschaft" floriert nicht. In einer berüchtigten Villa Roms sieht er sich – alimentiert – zur Produktion genötigt; leider fällt ihm nichts ein. Was tun. Der Kanon ist erschöpft und F. kompensiert neben der sehr schwangeren Gattin den misslichen Umstand mit Alkohol.

In jeder Beziehung illiquide, bringt ihn ein erfolgloser Autor auf die glorreiche Idee, konkurrenz-resistent und markt-konform nach der "Natur" zu arbeiten, und was wäre in diesem Fall besser als eine menschliche Figur in ihrer "Geworfenheit" und Angst, materialisiert und transzendiert eins zu eins in Gips.

Soll das Werk den Meister loben, bedarf es nur noch einer kohärenten Theorie.

Gottlob befindet sich ein greiser Kunstkritiker in der Villa, der sich sein Leben lang mit der Sinn-Herstellung befasst hat. Personen verschwinden, Skulpturen entstehen. Sie alle scheinen direkt aus dem Leben zu kommen, vor allem die dritte mit dem Titel "Rezipient, ratlos".

Kieseritzkys raffinierte und subtile Komödie hält die Balance zwischen galliger Gedankenschärfe und bitterbösem Witz.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.